Staffordshire Bullterrier: warum er seine Familie einfach braucht

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Der Staffordshire Bullterrier ist eine Hunderasse mit keinem guten Ruf. In Deutschland wird der Staffordshire Bullterrier in vielen Bundesländern auf der sogenannten „Kampfhund-Liste“ geführt. Staffordshire Bullterrier sind aber genau wie andere Hunderassen, nicht per se gefährliche Hunde. Für das Wesen und den Charakter des Staffordshire Bullterrier sind Menschen verantwortlich, die diese Hunde züchten sowie die, die sie sozialisieren und erziehen.

Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel

Staffordshire Bullterrier Aussehen

Klein, kompakt, kräftig.

Der Staffordshire Bullterrier ist äußerlich die kleine Version des American Staffordshire Terrier. Der kräftige und kompakte Staffordshire Bullterrier ist auf eher kurzen Beinen unterwegs. Was seinem Bewegungsdrang und seiner Wendigkeit aber keinen Abbruch tut. Der Schub nach vorn kommt aus der Hinterhand des Hundes.

Der quadratische Kopf des Staffordshire Bullterrier sitzt auf einem kräftigen Nacken. Seine Ohren sind nach vorne gekippte Rosenohren, bei denen das Ohrinnere teilweise nach außen sichtbar ist, oder Halbstehohren. Die Rute setzt tief an und ist mittellang. Auffällig ist der kräftige Kiefer mit den großen Zähnen. Die Augenfarbe des Staffordshire Bullterrier hat oft einen Bezug zur Fellfarbe.

Den Staffordshire Bullterrier gibt es in fast allen Farbschlägen. Die mögliche Fellfarben reichen von schwarz und weiß bis hin zu rot. Auch falbfarbene und bläuliche Schattierungen kommen vor. Die Fellfärbung kann einfarbig oder mit weiß kombiniert sein oder verschiedenen Färbungen in gestromter Variante vorkommen. Das Fell selbes ist kurz, glatt und dicht.

Der Staffordshire Bullterrier hat je nach Geschlecht eine Wiederristhöhe zwischen 35 und 40 cm und ein Gewicht von 11 bis 17 kg.

Im FCI (Fédération Cynologique Internationale) wird der Staffordshire Bullterrier in der Gruppe 3, Terrier, standardisiert.

Aussehen zusammengefasst

  • Ein kleiner, kompakter und kräftiger Hund
  • Kräftiger Kiefer mit großen Zähnen
  • Augenfarbe oft Bezug zur Fellfarbe
  • Rosen- oder Halbstehohren
  • Kurzes, dichtes Fell
  • Verschiedene Fellfarben

Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.

(Mahatma Gandhi)

Der Staffordshire Bullterrier ist äußerlich die kleine Version des American Staffordshire Terrier. Der kräftige und kompakte Staffordshire Bullterrier ist auf eher kurzen Beinen unterwegs. ( Foto: Shutterstock- Eve Photography)

Der Staffordshire Bullterrier ist äußerlich die kleine Version des American Staffordshire Terrier. Der kräftige und kompakte Staffordshire Bullterrier ist auf eher kurzen Beinen unterwegs. ( Foto: Shutterstock- Eve Photography)

 

Staffordshire Bullterrier & Charakter

Richtig erzogen und sozialisiert kann er ein toller Familienhund sein.

Staffordshire Bullterrier sind intelligente Hunde mit einem furchtlosen Wesen. Richtig sozialisiert und erzogen ist der Staffordshire Bullterrier ein zuverlässiger Begleiter, der Menschen gegenüber freundlich ist. In den USA und Großbritannien ist der Staffordshire Bullterrier ein sehr beliebter Familienhund. Seine anhängliche, verschmuste und kinderfreundliche Art brachte ihm auch den Beinamen „Nanny Dog“ ein.

Reizen sollte man den Staffordshire Bullterrier aber dennoch nicht, da er eine geringe Reizschwelle hat – sowohl Menschen als auch anderen Hunden gegenüber. Seriöse Züchter legen daher bereits bei der Verpaarung der Elterntiere ein großes Augenmerk auf eine möglichst hohe Reizschwelle. Auch ein frühzeitiger und positiver Umgang der Staff Welpen mit anderen Hunden ist wichtig für seine Sozialisierung. Daher sollte man Staffordshire Bullterrier Welpen nur bei seriösen Züchtern kaufen.

Wichtig beim Staffordshire Bullterrier ist eine liebevolle, gewaltfreie, aber sehr konsequente Erziehung. Beim dominanten Staffordshire Bullterrier darf kein unerwünschtes Verhalten toleriert werden.

Aufgrund seiner niedrigen Reizschwelle, seines dominanten und furchtlosen Charakters, kann der Staffordshire Bullterrier in unerfahrenen oder falschen Händen gefährlich werden; sowohl Menschen wie auch anderen Hunden und Tieren gegenüber. Das führte dazu, dass er in Deutschland in 13 von 16 Bundesländern auf der sogenannten Kampfhunde-Liste steht.

Charakter zusammengefasst

  • Niedrige Reizschwelle
  • Furchtlos und mutig
  • Dominant
  • Anhänglich
  • Positive Sozialisierung und Erziehung sehr wichtig
  • Nur für sachkundige Hundehalter geeignet
Staffordshire Bullterrier sind intelligente Hunde mit einem furchtlosen Wesen. Richtig sozialisiert und erzogen ist der Staffordshire Bullterrier ein zuverlässiger Begleiter, der Menschen gegenüber freundlich ist. ( Foto: Shutterstock-_Ekaterina Brusnika)

Staffordshire Bullterrier sind intelligente Hunde mit einem furchtlosen Wesen. Richtig sozialisiert und erzogen ist der Staffordshire Bullterrier ein zuverlässiger Begleiter, der Menschen gegenüber freundlich ist. ( Foto: Shutterstock-_Ekaterina Brusnika)

Staffordshire Bullterrier-Geschichte

Ein Rattenfänger aus Mittelengland.

Der Staffordshire Bullterrier ist ebenfalls wie der American Staffordshire Terrier ein Nachkomme des Bull und Terrier Schläge aus England. Zum Ende des 18. Jahrhunderts hielten sich englische Bergarbeiter um Birmingham und der Grafschaft Staffordshire in Mittelengland kleine Bullterrier, um die Ratten aus den Wohnhäusern in den Armenwohnvierteln zu vertreiben.

Auch vor den Staffordshire Bullterrier machte die Wettlust der Engländer keinen Halt. Aus den Rattenjäger wurde in den Hundekampf-Arenen ein Rattenbeißer. Und sei das nicht schon genug zum Wetten, musste der Staffordshire Bullterrier bald schon gegen Artgenossen kämpfen. Aufgrund seiner vorhandenen geringen Reizschwelle, seines Mutes und Dominanzverhaltens, wurde der Staffordshire Bullterrier sodann gezielt von den Arbeitern für die Hundekampf-Arenen gezüchtet. Damit haben sich die englischen Arbeiter auch ein zusätzliches Einkommen generiert.

Als erstes Land in Europa verbot England schließlich 1835 diese blutigen Tierkämpfe. Wer als Züchter von Kampfhunden nicht in die Illegalität abrutschen wollte, musste daher sein Zuchtziel ändern. So wurden nach und nach beim Staffordshire Bullterrier wieder verstärkt die liebenswerten Wesenszüge hervorgezüchtet. Die enge Bezogenheit zu seinem Menschen, der verspielte Umgang mit Kindern und seine Robustheit machten den Staffordshire Bullterrier wieder zu einem beliebten Familienhund. In England und den USA ist der Staffordshire Bullterrier bis heute einer der gefragtesten Family-Dogs.

1935 wurde der Staffordshire Bullterrier schließlich vom englischen Kennel Club als eigenständige Rasse anerkannt. Die Anerkennung durch den FCI (Fédération Cynologique Internationale) erfolgte 1954. Dort ist er in der Gruppe 3, Sektion BullartigeTerrier, standardisiert.

Geschichte zusammengefasst

  • Geht zurück auf den Bull-and-Terrier-Schläge
  • Als Rattenjäger und dann als Kampfhund gezüchtet
  • 1835 verbot der Hundekämpfe in England
  • Zuchtziel wieder auf Familienhund ausgerichtet
  • 1935 vom englischen Kennel Club als eigenständige Rasse anerkannt
  • Vom FCI 1954 als Rasse anerkannt
Der Staffordshire Bullterrier ist ebenfalls wie der American Staffordshire Terrier ein Nachkomme des Bull und Terrier Schläge aus England. ( Foto: Shutterstock-Osetrik )

Der Staffordshire Bullterrier ist ebenfalls wie der American Staffordshire Terrier ein Nachkomme des Bull und Terrier Schläge aus England. ( Foto: Shutterstock-Osetrik )

Passt der Staffordshire Bullterrier zu mir?

Ein loyaler Hund, der gut sozialisiert und erzogen werden muss.

Ob man sich überhaupt einen Staffordshire Bullterrier zulegen kann, hängt von den gesetzlichen Bestimmungen in seinem Bundesland ab. Nach diesen muss man sich vor der Anschaffung erkundigen. Denn die Voraussetzungen und Auflagen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Auch im Ausland gibt es eine Vielzahl von Beschränkungen.

Sachkenntnis im Umgang mit Listenhunden ist unumgänglich für den Halter. Der dominante Staffordshire Bullterrier braucht für seine Sozialisierung und Erziehung einen gefestigten und in sich ruhenden Menschen. Er muss die Zeit haben, sich intensiv und konsequent um die Ausbildung des Hundes zu kümmern.

Wer sich mit diesem Hund profilieren will, um seine Persönlichkeit mit dem Hund aufzuwerten, gehört nicht zu den richtigen Haltern eines Staffordshire Bullterrier. Schnell sind diese Menschen mit dem Tier überfordert und es landet im Tierheim, wo der Hund dann oft den Rest seines Lebens verbringen muss. Denn Staffordshire Bullterrier sind aufgrund der strengen Auflagen so gut wie nicht vermittelbar.

Als Halter eines Listenhundes ist man draußen sehr viel eingeschränkter als mit einem Hund, der nicht auf der Liste steht. Ob dies gerechtfertigt ist, ist hier nicht die Frage. Spaziergänge und Aufenthalte im Freien mit dem Staffordshire Bullterrier dürfen in den meisten Ländern nicht ohne Leine und Maulkorb unternommen werden.

Ist der Staffordshire Bullterrier sehr gut sozialisiert und erzogen worden, kann er auch als Familienhund gehalten werden. In Großbritannien wird der Staff sogar „Nanny Dog“ genannt. Aber grundsätzlich sollte man Kinder mit keinem Hund, egal ob er auf einer Liste steht oder nicht, allein lassen.

Wie er zu mir passt, zusammengefasst

  • Gesetzliche Auflage
  • Feste und ausgereifte Persönlichkeit
  • Sachkenntnis zu Listenhunden
  • Zeit intensive Sozialisierung und Erziehung
  • Viele Einschränkungen im Freien
  • Kinder und Hunde gemeinsam nur unter Aufsicht
Der dominante Staffordshire Bullterrier braucht für seine Sozialisierung und Erziehung einen gefestigten und in sich ruhenden Menschen. ( Foto: Shutterstock-NickolayV)

Der dominante Staffordshire Bullterrier braucht für seine Sozialisierung und Erziehung einen gefestigten und in sich ruhenden Menschen. ( Foto: Shutterstock-NickolayV)

Staffordshire Bullterrier Anschaffung

Strenge Regeln und Auflagen bestimmen das Leben des Halters.

Vor der Anschaffung eines Staffordshire Bullterrier ist zu prüfen, ob der Hund in dem Bundesland, in dem er gehalten wird, auf einer Liste für gefährliche Hunde steht und welche Auflagen damit verbunden sind.

Hat man nach reiflicher Überlegung und Abwägung entschieden, sich einen Staffordshire Bullterrier zuzulegen, ist bei der Auswahl des Züchters sehr genau hinzuschauen. Seriöse Züchter von Staffordshire Bullterrier finden man auf der Seite des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen), dort sind auch geprüfte Vereine oder Clubs aufgeführt.

Staffordshire Bullterrier aus dem Ausland einzuführen ist in Deutschland verboten.

Das Halten eines Staffordshire Bullterrier ist mit vielen strengen Auflagen verbunden. Vielfach muss man Eignungsprüfungen ablegen und ein polizeiliches Führungszeugnis bei den Behörden vorlegen. In vielen europäischen Ländern ist es auch im Urlaub verboten, den Staffordshire Bullterrier mit zu nehmen. Aber auch schon bei einem Besuch oder Umzug in ein anderes Bundesland innerhalb Deutschlands, ist mit anderen Bestimmungen und Auflagen zu Listenhunden zu rechnen. Man sollte sich daher gut überlegen, ob man dieser besonderen Tierhaltung 12-14 Jahre folgeleisten möchte.

Anschaffung zusammengefasst

  • Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes kennen
  • Eignungstest und Führungszeugnis
  • Nur bei seriösen Züchtern kaufen
  • 12-14 Jahre vielen Auflagen folgen
  • Einreiseverbote in andere europäische Länder
Vor der Anschaffung eines Staffordshire Bullterrier ist zu prüfen, ob der Hund in dem Bundesland, in dem er gehalten wird, auf einer Liste für gefährliche Hunde steht und welche Auflagen damit verbunden sind. ( Foto: Shutterstock-Melounix)

Vor der Anschaffung eines Staffordshire Bullterrier ist zu prüfen, ob der Hund in dem Bundesland, in dem er gehalten wird, auf einer Liste für gefährliche Hunde steht und welche Auflagen damit verbunden sind. ( Foto: Shutterstock-Melounix)

Staffordshire Terrier & Züchter

Seriöse Züchter sind Mitglied im VDH oder in einem anderen anerkannten Club.

Einem seriösen Staffordshire Bullterrier Züchter ist ein ausgeglichenes Wesen und ein friedvoller Charakter seiner Welpen wichtig. Sie achten bereits bei der Verpaarung auf diese positiven Eigenschaften und wählen dementsprechend die Elterntiere aus. Seriöse Staffordshire Bullterrier Züchter sind Mitglied in einem Verein oder Club, der dem VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) angehörig ist. Dort kann man sich nach einem seriösen Züchter informieren.

Besucht man einen Staffordshire Bullterrier Züchter, ist wie bei jeder anderen Hundezucht auf folgende Punkte zu achten:

  • Macht die Zuchtstätte einen sauberen Eindruck?
  • Sind die Hunde auch Fremden gegenüber freundlich?
  • Haben die Hunde einen vertrauten und angstfreien Umgang mit dem Züchter?
  • Hat der Züchter sich auf eine Rasse spezialisiert?
  • Beantwortet der Züchter alle Fragen zur Zucht offen und freundlich?
  • Darf man mehrmals zu Besuch kommen?

Wenn Welpen da sind, sollte man darauf achten:

  • Sind die Welpen in einer sauberen und liebevollen Welpenkiste untergebracht?
  • Machen die Welpen einen munteren und gesunden Eindruck?
  • Ganz wichtig: Ist das Muttertier anwesend und macht diese ebenfalls einen gesunden Eindruck?
  • Ist das Muttertier mit dem Züchter vertraut?

Einem seriösen Züchter, besonders bei Listenhunden, ist es wichtig, dass seine Babys nur in gute Hände kommen. Er stellt daher selbst auch Fragen an die potenziellen Hundehalter und erkundigt sich genau nach den zukünftigen Lebensbedingungen seines kleinen Schützlings.

Staffordshire Bullterrier sollte man nur bei einem seriösen Züchter kaufen. Hat man bei seinem Besuch das Gefühl etwas stimmt nicht mit der Zuchtstätte oder dem Züchter, sollte man auf sein Bauchgefühl hören und Abstand nehmen von dort einen Welpen zu kaufen.

Als Käufer eines Welpen erhält man bei seriösen Züchtern einen schriftlichen Kaufvertrag.

Der Welpe wird mit seiner Abstammungsurkunde und einem EU-Heimtierausweis abgegeben. Der kleine Racker hat bereits seine ersten Impfungen und eine Wurmkur erhalten und ist selbstverständlich gechipt. Seriöse Züchter geben ihre Welpen frühestens mit 8 Wochen ab.

Züchter zusammengefasst

  • Nur bei seriösem Züchter kaufen
  • Zuchtstätte checken
  • Abstandnehmen, wenn man kein gutes Gefühl hat
  • Schriftlicher Kaufvertrag
  • Welpe wird geimpft, gechipt und mit allen Papieren übergeben
  • Welpe ist mindestens 8 Wochen alt
Einem seriösen Züchter, besonders bei Listenhunden, ist es wichtig, dass seine Babys nur in gute Hände kommen. ( Foto: Shutterstock-_Aneta Jungerova)

Einem seriösen Züchter, besonders bei Listenhunden, ist es wichtig, dass seine Babys nur in gute Hände kommen. ( Foto: Shutterstock-_Aneta Jungerova)

Staffordshire Terrier-Preis

Gesunde Welpen mit Papieren erhält man bei seriösen Züchtern.

Wer sich auf die Suche nach einem gesunden und ausgeglichenen Staffordshire Bullterrier Welpen macht, wird bei seriösen Züchtern fündig. Dort wird bereits schon Wert auf gesunde und wesensstarke Elterntiere gelegt. Staffordshire Bullterrier Welpen, die aus einer guten Zuchtstätte kommen, geimpft und mit Papieren abgegeben werden erhält man für circa 1.000 Euro. Bei Welpen, die deutlich unter diesen Preis liegen, ist Vorsicht angebracht.

Doch allein mit den Anschaffungskosten ist es nicht getan. Bei einem Listenhund wie dem Staffordshire Bullterrier kommen noch extra Ausgaben für die behördlichen Auflagen wie zum Beispiel Wesenstest für den Hund oder Führungszeugnis des Halters hinzu. Man sollte sich im Vorfeld genau nach den Kosten für diese Ausgaben informieren. Es können mehrere hundert Euro zusätzlich sein. Auch die Hundesteuer und die Tierhalter-Haftpflichtversicherung ist für einen Listenhund wie dem Staffordshire Bullterrier um ein Vielfaches höher als für andere Hunde.

Staffordshire Bullterrier-Welpen

Ein sicheres Umfeld ist für jeden Welpen wichtig.

Auch Staffordshire Bullterrier Welpen sind kleine neugierige Wesen. Mutig und entschlossen erkundigen sie ihre Welt. Sie knabbern, nagen und schlecken alles ab, was ihnen vor die kleine Schnute kommt. Dabei können sie sich selbst ungewollt in Gefahr bringen. Ihr neues Heim muss daher vor ihrem Einzug Hundesicher gemacht werden.

Wie für ein Menschenkind auch, sollten potenzielle Gefahrenquellen im Haus und im Garten beseitigt werden. Besonders Putzmittel, Arzneien und Chemikalien gehören welpensicher weggeräumt. Auch sollte man sich nach für Hunde giftige Pflanzen und Lebensmittel informieren und diese so platzieren, dass der kleine Racker diese nicht fressen kann. Dazu zählt auch der Schokoladen- und Keksteller. Besonders Stromkabel scheinen eine geradezu magische Anziehungskraft für alle Hundebabys zu haben. Diese Gefahrenquelle kann ebenfalls tödlich sein.

Ebenfalls sollte man Treppenabgänge absichern und Türen mit Türstoppern vor dem zuschlagen hindern, damit weder Pfoten, Rute oder Schnauze gequetscht werden können.

Als Halter eines Listenhundes mit einem Garten, gibt es auch dazu seitens der Behörden Bestimmungen, wie der Garten oder das Grundstück vor dem Ausbruch des Hundes zu sichern ist. Selbstverständlich ist auch im Garten zu kontrollieren, ob es Gefahrenquellen für Gesundheit und Leben des kleinen Welpen gibt. Für den sicheren Transport im Auto, gehört jeder Hund in eine Hundebox.

Auch Staffordshire Bullterrier Welpen sind kleine neugierige Wesen. Mutig und entschlossen erkundigen sie ihre Welt. ( Foto: Shutterstock-Aneta Jungerova)

Auch Staffordshire Bullterrier Welpen sind kleine neugierige Wesen. Mutig und entschlossen erkundigen sie ihre Welt. ( Foto: Shutterstock-Aneta Jungerova)

Staffordshire Bullterrier: Gesundheit & Pflege

Der Staff Bull neigt zu einigen rassetypischen gesundheitlichen Problemen.

Durch Überzüchtung kommt es beim Staffordshire Bullterrier gehäuft zu einigen erblich bedingten Krankheiten. Typisch ist die Hüftgelenksdysplasie kurz auch HD genannt. Durch erblich bedingte Fehlstellung der Hüfte kommt es zu einer frühzeitigen Abnutzung der Gelenke. Ebenso die Ellenbogengelenksdysplasie. Wie bei vielen kleineren Hunden ist auch die Kniescheibe eine Schwachstelle des Staffordshire Bullterrier. Diese ebenfalls angeborene Fehlstellung verursacht, dass die Kniescheibe aus dem Kniegelenk herausspringt.

Eine weitere genetische Erkrankung, die fast nur bei Staffordshire Bullterriern auftritt, ist die L-2-HGA. Eine Ablagerung von Säuren im Hundekörper, die das Zentralnervensystem stört und zu Muskelsteifheit, Zittern und auch zu epileptischen Anfällen führen kann.

Ebenfalls erblich bedingt tritt beim Staffordshire Bullterrier gehäuft Katarakte auf, eine Trübung der Augenlinsen, die bis zur Erblindung führen kann.

Auch haben Staffordshire Bullterrier häufiger Hautprobleme als andere Hunderassen.

Die Pflege des Staffordshire Bullterriers ist relativ einfach. Das kurze Fell sollte ein, zwei Mal die Woche gebürstet werden, damit lose Haare nicht auf der Haut jucken. Dabei kann man auch gleich die Augen, Zähne und Krallen kontrollieren. Ein Futter mit 70% Fleischanteil hilft ebenfalls gesund zu bleiben.

Ein kraftvoller Hund wie der Staffordshire Bullterrier braucht hochwertiges Hundefutter. So viel sollte der Hund seinem Herrchen oder Frauchen wert sein.

 

Gesundheit & Pflege zusammengefasst

  • Einige genetische Gesundheitsprobleme können auftreten
  • Hüftgelenksdysplasie und Ellenbogengelenksdysplasie
  • Epileptische Anfälle
  • Katarakte
  • Fellpflege ein bis zwei Mal die Woche
  • Hochwertiges Hundefutter
Durch Überzüchtung kommt es beim Staffordshire Bullterrier gehäuft zu einigen erblich bedingten Krankheiten. ( Foto: Shutterstock-Eve Photography)

Durch Überzüchtung kommt es beim Staffordshire Bullterrier gehäuft zu einigen erblich bedingten Krankheiten. ( Foto: Shutterstock-Eve Photography)

Staffordshire Bullterrier & Erziehung

Eine sehr gute Sozialisierung und exzellente Erziehung ist das A und O bei einem Listenhund.

Die Erziehung des Staffordshire Bullterrier beginnt bereits mit in der Sozialisierungsphase im Welpenalter. Frühzeitig und liebevoll muss der kleinen Staff auf sein Leben vorbereitet werden. Die Sozialisierungsphase, die in der Regel zwischen der 8 und 12 Lebenswoche auszumachen ist, prägt sein zukünftiges Verhalten gegenüber anderen Hunden und Menschen.

Die Basis für eine gute Erziehung und ein friedvolles Zusammenleben ist, dass für den Staffordshire Bullterriers klar erkennbar ist, dass sein Mensch der Rudelführer ist. Der Staffordshire Bullterrier benötigt einen erfahrenen Hundehalter. Klar, durchsetzungsstark, konsequent und gleichzeitig liebevoll und führsorglich muss die Erziehung des Hundes erfolgen. Unerwünschtes Verhalten muss umgehend und gewaltfrei unterbunden werden.

Unwissenheit, Unsicherheit, Inkonsequenz und falsche Erziehung können beim dominanten und kräftig zubeißenden Staffordshire Bullterrier unheilvolle Folgen haben. Zudem kann seine Veranlagung zur geringen Reizschwelle ebenfalls schnell für Menschen und andere Tiere gefährlich werden.

Erziehung zusammengefasst:

  • Erziehung beginnt bereits in der Sozialisierungsphase
  • Klare, gewaltfreie und konsequente Erziehung
  • Unerwünschtes Verhalten sofort unterbinden
  • Falsche Erziehung kann unheilvolle Folgen haben
Frühzeitig und liebevoll muss der kleinen Staff auf sein Leben vorbereitet werden. ( Foto: Shutterstock- Melounix)

Frühzeitig und liebevoll muss der kleinen Staff auf sein Leben vorbereitet werden. ( Foto: Shutterstock- Melounix)

Staffordshire Bullterrier Aktivitäten

Gut und friedvoll ausgelastet zu werden ist wichtig für den Staff.

Der Staffordshire Bullterrier ist ein aktiver Hund, der sich gern bewegt und Herausforderungen liebt. Daher ist die Hundesportart Agility sehr gut geeignet, dem Energiepaket gerecht zu werden. Aber auch lange Spaziergänge oder Wanderungen sind mit dem Staffordshire Bullterrier gut zu machen. Jedoch sollte man aufgrund der Veranlagung zur Hüftgelenksdysplasie darauf achten, dass der Hund bis zum ersten Lebensjahr seine Gelenke nicht zu sehr strapaziert.

Jegliche Aktivitäten oder Hundesportarten, die eine gewisse Aggressivität beinhalten oder fördern, müssen mit dem Staffordshire Bullterrier vermieden werden.

Aktivitäten zusammengefasst

  • Liebt die Bewegung und Herausforderungen
  • Agility
  • Gelenke bis zum ersten Lebensjahr unbedingt schonen
  • Keine aggressiven Aktivitäten
Der Staffordshire Bullterrier ist ein aktiver Hund, der sich gern bewegt und Herausforderungen liebt. ( Foto: Shutterstock-Melounix)

Der Staffordshire Bullterrier ist ein aktiver Hund, der sich gern bewegt und Herausforderungen liebt. ( Foto: Shutterstock-Melounix)

 

Häufige gestellte Fragen

Ist der Staffordshire Bullterrier ein Listenhund?

In sehr vielen Ländern wird der Staffordshire Bullterrier als gefährlicher Hund auf sogenannten Kampfhunde-Listen geführt. Auch in Deutschland ist das in fast allen Bundesländern der Fall.

Ist der Staffordshire Bullterrier ein Kampfhund?

Ursprünglich war der englische Staffordshire Bullterrier ein Rattenfänger. Er wurde dann aber in Hundekampf-Arenen als Kampfhund missbraucht. Dort musste er auch gegen Artgenossen um sein Leben kämpfen. 1835 war England das erste Land, dass diese grausame Tierquälerei verbot.

Wo darf man einen Staffordshire Bullterrier halten?

Ob und wie ein Staffordshire Bullterrier in Deutschland gezüchtet und gehalten werden darf, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Es gibt aber für jedes Bundesland dazu eine klare Regelung, die im jeweiligen Hundegesetz nachzulesen ist.

Wie gefährlich ist ein Staffordshire Bullterrier?

Der Staffordshire Bullterrier ist genetischbedingt ein mutiger und dominanter Hund mit einer geringen Reißschwelle. Von seiner Sozialisierung und Erziehung ist es abhängig, wie stark diese Wesenszüge zum Vorscheinen kommen.

Ist der Staffordshire Bullterrier überzüchtet?

Der Staffordshire Bullterrier fällt durch eine Vielzahl von erblich bedingten Erkrankungen auf. Dazu zählen Hüftgelenksdysplasie und Ellenbogengelenksdysplasie, epileptische Anfälle und Augenkrankheiten.

Über den Autor

Simone Heitmann

Simone Heitmann ist nicht nur Journalistin, sondern nicht ganz nebenbei auch mit Herz und Seele Hundefrauchen. Ihr Australian Shepherd Blue Berry begleitet sie auch beruflich und schenkt den Kollegen eine gute Office-Life-Balance. Mit ihm verbringt sie ein Großteil ihrer Freizeit beim Agility oder bei ausgiebigen Wanderungen durch die Natur. Mini Aussie Blue Berry hat sogar ein eigenes Instagram-Profil. Und wer weiß, vielleicht kommt auch bald der zweite Aussie ins Haus. Ihre Philosophie: "Hunde sind nicht unser ganzes Leben, aber sie machen unser Leben ganz.", Roger Caras, Natur- und Tierjournalist.

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