American Staffordshire Terrier: Wie man ihn am besten in die Familie holt

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Zum American Staffordshire Terrier, der von vielen auch kurz nur Am Staff genannt wird, gibt es viele gegensätzliche Meinungen. Als Familienhund wird der American Staffordshire Terrier in Großbritannien und den USA auch Nanny Dog genannt.

In vielen anderen Ländern steht der American Staffordshire Terrier auf sogenannten Kampfhunde-Listen. Seine brutale Vergangenheit und das menschliche Fehlverhalten im Umgang mit dem American Staffordshire Terrier macht dem Hund das Leben bis heute schwer.

Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel

American Staffordshire Terrier Aussehen

Kräftig, kompakt und vielfältig in der Farbgebung.

American Staffordshire Terrier sind mittelgroße Hunde mit einem sehr kräftigen und kompakten Körper. Die Muskeln des American Staffordshire Terrier kann man unter dem kurzen, dichten Fell sehr gut wahrnehmen. Der breite Kopf des American Staffordshire Terrier, sitzt auf einen kräftigen Nacken.

Der Kiefer des Am Staff ist ausgeprägt. Die Augen sind weit auseinander und die Ohren des American Staffordshire Terrier stehen halbaufgerichtet. Sie dürfen heute in den meisten Ländern nicht mehr kupiert werden. Die mittelkurze Rute ist ebenfalls mit kurzem, dichten Fell besetzt und setzt tief an.

Vielfältige Fellfarben von schwarz über blau / grau bis gold / gelb und verschiedene Muster des Haarkleides lassen beim American Staffordshire Terrier abwechslungsreiche Fell-Kombinationen zu. Jedoch sollte die Farbe weiß nicht überwiegen.

Die Schulterhöhe des American Staffordshire Terrier beträgt je nach Geschlecht zwischen 43 und 48 cm. Mit einem Gewicht bis zu 30 kg sind die Rüden auch kein Fliegengewicht. Hündinnen bringen auch noch bis zu 25 kg auf die Waage.

Im FCI (Fédération Cynologique Internationale) wird der American Staffordshire Terrier in der Gruppe 3, Terrier, geführt.

Aussehen zusammengefasst

  • Mittelgroßer Hund
  • Kräftig und kompakt
  • Muskulöser Körper
  • Breiter Kopf und kräftiger Kiefer
  • Weit auseinanderstehende Augen
  • Kurzes, dichtes Fell
  • Viele Farben und Muster möglich
  • Weißanteil darf nicht überwiegen

Nimm die Bewunderung, die dir dein Hund entgegenbringt, nicht als Beweis dafür, dass du ein großartiger Mensch bist.

(Ann Landers)

American Staffordshire Terrier sind mittelgroße Hunde mit einem sehr kräftigen und kompakten Körper. ( Foto: Shutterstock-_Eve Photography )

American Staffordshire Terrier sind mittelgroße Hunde mit einem sehr kräftigen und kompakten Körper. ( Foto: Shutterstock-_Eve Photography )

 

American Staffordshire Terrier & Charakter

Die Verantwortung liegt beim oberen Ende der Leine.

Der American Staffordshire Terrier ist im Grunde seines Wesens ein ruhiger, verspielter und ausgeglichener Hund. Das brachte dem American Staffordshire Terrier in Großbritannien und den USA auch den Beinamen „Nanny Dog“ ein. Dort wird der American Staffordshire Terrier nämlich mittlerweile als Familienhund besonders gern gehalten. Grund dafür ist auch seine hohe Reizschwelle. Der American Staffordshire Terrier lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen.

Seinem Menschen ist er ein loyaler und wachsamer Begleiter. Der American Staffordshire Terrier hat den unbedingten Willen, seinem Menschen zu gefallen. Und dieser „will to please“ Charakter des Staff, kann ihn in schlechten Händen zu einer Waffe machen. Ehemals für die Kampfhunde-Arena gezüchtet und missbraucht, ist diese genetisch bedingte Veranlagung nach wie vor im Staff vorhanden.

Anderen Hunden gegenüber wird daher dominant aufgetreten, was schnell zu kritischen Situationen führen kann. Deswegen sind ein sachkundiger Hundeführer, eine frühzeitige positive Sozialisierung und konsequente Erziehung extrem wichtig beim American Staffordshire Terrier.

Der American Staffordshire Terrier ist ein wahrer Athlet unter den Hunden. Er liebt die Bewegung und eignet sich gut für viele Hundesportarten wie Flyball, Agility oder auch teilweise für den Zughundesport. Auf jegliche Schutzhund-Aktivitäten sollte man jedoch aufgrund seiner genetischen Veranlagung in einen Kampfmodus zu verfallen, verzichten.

Im Grunde hat man es beim Staffordshire Terrier mit einem soliden Hund zu tun. Das Problem ist leider nach wie vor, dass der Hund in den falschen Händen gefährlich gemacht werden kann. Wie übrigens auch jede andere Hunderasse. Es ist zu 99% das obere Ende der Leine das Problem, wenn es zu Verhaltensauffälligkeiten beim Hund kommt.

Die Verantwortung für die Wesensausrichtung eines American Staffordshire Terrier liegt beim Menschen. Daher sollte schon bei der Züchterauswahl, beziehungsweise der Herkunft des Hundes besonderes Augenmerk gelegt werden.

Charakter zusammengefasst

  • In sich ruhend
  • Verspielt
  • Loyal
  • „Will to please“
  • Hohe Reizschwelle
  • Dominant gegenüber anderen Hunden
  • Bei falscher Erziehung gefährlich
Der American Staffordshire Terrier ist im Grunde seines Wesens ein ruhiger, verspielter und ausgeglichener Hund. ( Foto: Shutterstock-AnetaZabranska)

Der American Staffordshire Terrier ist im Grunde seines Wesens ein ruhiger, verspielter und ausgeglichener Hund. ( Foto: Shutterstock-AnetaZabranska)

American Staffordshire Terrier-Geschichte

Die Wettleidenschaft der Engländer wurde dem Staff zum Verhängnis.

Der heutige American Staffordshire Terrier ist eine Hunderasse aus den USA. Die Ahnen des American Staffordshire Terrier stammen aber aus Großbritannien.

Die wettbegeisterten Engländer machten auch vor tierquälerischen Wettkämpfen keinen Halt. Beim „blood sports“ wurden speziell dafür gezüchtete Hunde in Arenen aufeinander losgelassen, um sich zu zerfleischen. Die Grafschaft Staffordshire in Mittelengland war Anfang des 19. Jahrhunderts das Zentrum der Staffordshire Terrier Zucht.

Bereits dessen Vorfahre, der Bull-and Terrier-Schläge wurde schon als Kampfhund gezüchtet. Und bereits schon dessen Ahnen, die englische Bulldogge und der Terrier, wurden für die tierquälerischen Wettkämpfe missbraucht. Offiziell wurde schließlich in Großbritannien 1835 solche Tierkämpfe verboten.

Nach Beendigung des amerikanischen Bürgerkrieges 1865, wanderten auch viele Menschen aus Großbritannien in die USA aus. So kam der Staffordshire Terrier in die USA und wurde dort weiterhin in Hundekampf-Arenen, den sogenannten „Pit’s“, missbraucht.

Doch wurden die Hunde ebenfalls auch immer mehr als Wach- und Schutzhunde auf den neu gegründeten Farmen der Auswanderer eingesetzt. Damit die Hunde auch Wölfe und Kojoten vertreiben konnten, wurde darauf Wert gelegt, dass die Rasse größer wurde. Die Loyalität und der „Will to please“ Wesenszug seinen Menschen zu gefallen, machte den American Staffordshire Terrier immer mehr zu einem liebevollen Familienhund für Kinder.

Einer der bekanntesten American Staffordshire Terrier ist wohl Petey. Der berühmte „Nanny Dog“ aus der US-TV Kinderserie „Die kleinen Strolche“, die zwischen 1922 und 1944 produziert wurde und bis heute immer wieder inklusiv eines American Staffordshire Terrier neu verfilmt wird.

Den Staffordshire als Familien- und Begleithund zu halten, wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts von immer mehr US-Züchtern in den Mittelpunkt gestellt. Die positiven Eigenschaften des Staff wurden hervorgezüchtet und auf den Hundeausstellungen dementsprechend präsentiert.

Um sich schließlich deutlich vom englischen Staffordshire Bull Terrier zu distanzieren, wurde der Hund in den USA 1969 offiziell in American Staffordshire Terrier umbenannt. Auch sollte damit das Namenswirrwarr um die ebenfalls gängigen Namen „Pit Bull Terrier“, „American Bull Terrier“ oder „Stafford Terrier“ beendet werden.

Die Anerkennung des American Staffordshire Terrier durch den FCI (Fédération Cynologique Internationale) erfolgte 1971. FCI Standardisiert ist er in der Gruppe 3, Terrier.

In den USA wurde erst 1976 in allen Staaten des Landes die tierquälerischen Hundekampf-Veranstaltungen verboten. Bis heute sind aber illegale Kampfhunde-Vermehrer und illegale Hundekämpfe ein großes weltweites Problem. Dies schädigt dem Ruf des American Staffordshire Terrier sehr.

Seine Geschichte zusammengefasst

  • Ahne der Bull-and-Terrier-Schläge aus England
  • Als Kampfhund gezielt gezüchtet
  • Von Auswanderern mit in die USA genommen
  • Dort als Familien- und Begleithund weitergezüchtet
  • 1969 in American Staffordshire Terrier umbenannt
  • Vom FCI 1971 als Rasse anerkannt
Der heutige American Staffordshire Terrier ist eine Hunderasse aus den USA. Die Ahnen des American Staffordshire Terrier stammen aber aus Großbritannien. ( Foto-Shutterstock-Michal Ninger)

Der heutige American Staffordshire Terrier ist eine Hunderasse aus den USA. Die Ahnen des American Staffordshire Terrier stammen aber aus Großbritannien. ( Foto-Shutterstock-Michal Ninger)

Passt der American Staffordshire Terrier zu mir?

Ein Familienhund für erfahrene Hundehalter.

Einen American Staffordshire Terrier zu Halten bedeutet sich einer besonderen Situation für die nächsten 9 bis 15 Jahre zu stellen. Der American Staffordshire Terrier steht nicht nur in fast allen Bundesländern auf der Kampfhunde-Liste, sondern ist auch gesellschaftlich in der Regel nicht gern gesehen.

Bereits im Vorfeld muss man sich erkundigen, welche Auflagen zum Halten eines American Staffordshire Terrier erforderlich sind. Dies äußert sich auch in deutlichen Einschränkungen im öffentlichen Raum. Wenn man also als Halter mit dem Hund unterwegs ist, ist man daher ebenso eingeschränkt.

Die Erlaubnis einen American Staffordshire Terrier zu halten bekommt man auch nur, wenn man volljährig ist und ein einwandfreies Führungszeugnis vorlegen kann. Zudem wird das Verantwortungsbewusstsein und die Vertrauenswürdigkeit überprüft und man hat beim Veterinäramt eine Sachkundeprüfung zur Führung und Haltung eines Kampfhundes nachzuweisen. Eine gefestigte und positive Persönlichkeit des Halters ist ebenfalls notwendig.

Ebenso sollte man körperlich in der Lage sein, mit dem kräftigen und ausdauernden American Staffordshire Terrier mithalten zu können. Für Menschen, die sich gern und lange draußen sportlich betätigen ist er ein guter Begleiter. Ob Radtouren, Wanderungen oder Joggen, der American Staffordshire liebt die sportliche und geistige Beschäftigung. Für Couch Potatoes, Caféhaus-Sitzer und gelegentliche Gassi-Geher ist der Hund daher nichts.

Ebenfalls sollte der Staff nicht in einer engen Stadtwohnung gehalten werden. Ein Haus mit ausbruchssicherem Garten ist optimal. Auch dies werden die Behörden überprüfen. Stundenlanges allein sein ist ebenfalls nichts für den menschenbezogenen Hund.

In den USA und Großbritannien wird der American Staffordshire Terrier auch „Nanny Dog“ genannt. Mit einer positiven Sozialisierung und konsequenten Erziehung eignet sich der Staff sogar als Familienhund.

Grundsätzlich muss man sich als Halter eines American Staffordshire Terrier auch darauf einstellen, dass man ständig beobachtet wird und auch nicht so gern in Restaurants oder Hotels gesehen wird.

„So passt er zu mir“ zusammengefasst

  • Volljährigkeit des Halters
  • Polizeiliches Führungszeugnis erforderlich
  • Amtlicher Sachkundenachweis erforderlich
  • Körperlich dem Hund gewachsen sein
  • Viele Aktivitäten draußen verbringen
  • Schwerpunkt bei Sozialisierung und Erziehung
  • Ausgrenzung und gesellschaftliche Beobachtung
Einen American Staffordshire Terrier zu Halten bedeutet sich einer besonderen Situation für die nächsten 9 bis 15 Jahre zu stellen.  ( Foto: Shutterstock-_Susan Schmitz)

Einen American Staffordshire Terrier zu Halten bedeutet sich einer besonderen Situation für die nächsten 9 bis 15 Jahre zu stellen. ( Foto: Shutterstock-_Susan Schmitz)

American Staffordshire Terrier Anschaffung

Verantwortung für den Hund und Kenntnisse der Gesetze sind unumgänglich.

Wer sich für die Anschaffung eines American Staffordshire Terrier interessiert, sollte sich gut überlegen, ob er dem Tier und den damit verbundenen Anforderungen gerecht werden kann.

Der American Staffordshire Terrier bedarf wie andere Hunde auch, einen Halter, der sich der Verantwortung für das Lebewesen in den nächsten 9 bis 15 Jahren stellen kann.

Zunächst muss man sich über die gesetzlichen Bestimmungen in seinem Bundesland informieren. Denn der American Staffordshire Terrier steht in den meisten Ländern und Gemeinden auf der Kampfhunde-Liste. Das bedeutet viel mehr Vorgaben und Bestimmungen als bei der Anschaffung eines nicht auf der Liste stehenden Hundes. Diese sind in der Regel:

  • Der Halter muss mindestens 18 Jahre sein
  • Ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorweisen
  • Die Sachkundeprüfung zum Halten eines Hundes abgelegt haben

Dazu kommt in den meisten Bundesländern ein Maulkorb- und Leinenzwang für den Aufenthalt im Freien. Auch die Hundesteuer beträgt für einen auf der Liste geführten Hund ein Vielfaches mehr.

Man sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass man mit einem Listenhund nicht überall willkommen ist. Sei es im Verwandten- und Freundeskreis, in Hundegruppen, in Lokalen oder Hotels. Auch darf man in einigen Länder mit einem Listen Hund nicht einreisen.

Sich einen American Staffordshire Terrier anzuschaffen sollte sehr gut überlegt sein. Denn selbst wenn man alle Auflagen und Bestimmungen erfüllt hat, kann es immer vorkommen, dass man das Tier aus persönlichen Gründen weggeben muss. In der Regel findet man niemanden, der den Staff übernimmt und der Hund kommt ins Tierheim. Wo er vermutlich den Rest seines Lebens verbringen wird, da ein American Staffordshire Terrier nur sehr schwer, bis gar nicht vermittelbar ist.

Sehr wichtig ist auch, dass man einen American Staffordshire Terrier nur bei einem seriösen Züchter kauft. Denn dort wird bereits bei der Verpaarung der Elterntiere darauf geachtet, dass die positiven Eigenschaften der Rasse vererbt werden.

Anschaffung zusammengefasst

  • Hohe Verantwortung
  • Strenge Auflagen
  • Hohe Hundesteuer
  • Einreiseverbote
  • Ausschließlich bei seriösen Züchtern kaufen
Wer sich für die Anschaffung eines American Staffordshire Terrier interessiert, sollte sich gut überlegen, ob er dem Tier und den damit verbundenen Anforderungen gerecht werden kann. ( Foto: Shutterstock-_Anna_Bondarenko)

Wer sich für die Anschaffung eines American Staffordshire Terrier interessiert, sollte sich gut überlegen, ob er dem Tier und den damit verbundenen Anforderungen gerecht werden kann. ( Foto: Shutterstock-_Anna_Bondarenko)

American Staffordshire Terrier & Züchter

Die richtige Wahl des Züchters ist grade bei Listen-Hunden sehr wichtig.

Die Wesenszüge eines American Staffordshire Terrier sind in seinen Anlagen verankert. Der Grundstein dafür sind die Elterntiere des American Staffordshire Terrier und die Zuchtstätte, in die sie hineingeboren werden. Seriöse American Staffordshire Terrier Züchter achten bei Verpaarungen sehr auf die Anlagen der Elterntiere. Sie setzen damit den Grundstein für das Wesen der Welpen.

Seriöse American Staffordshire Terrier Züchter sind Mitglied im VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) beziehungsweise einem dem VDH angehörigen Verein oder Club. Auf der Homepage des VDH finden interessierte Welpenkäufer erfahrene und kontrollierte Zuchtstätten von American Staffordshire Terriern.

Grundsätzlich sollte man mehrere American Staffordshire Terrier Züchter besuchen und sich einen Eindruck von den Züchtern und deren Zuchtstätte machen. Man sollte sich vor dem Besuch eine Checkliste schreiben, die hilft, eine Zucht richtig einzuschätzen.

Checkliste Zuchtstätte und Tiere

  • Macht die Zuchtstätte einen sauberen und ordentlichen Eindruck
  • Sind die Welpen in einer ebenfalls sauberen, offenen und liebevoll eingerichteten Welpenkiste untergebracht
  • Ist die Mutterhündin anwesend
  • Wirken die Hunde liebevoll und vertraut mit dem Züchter
  • Wird man als Besucher von den anwesenden Hunden freundlich begrüßt

Checkliste Züchter

  • Mitglied in einem dem VDH angehörigen Verband oder Klub
  • Macht der Züchter einen seriösen Eindruck
  • Geht er liebevoll und fürsorglich mit seinen Hunden um
  • Beantwortet er freundlich und bereitwillig alle Fragen zu seiner Zucht und den Tieren
  • Fragt der Züchter nach den Lebensumständen der Besucher
  • Stellt der Züchter Fragen nach den zukünftigen Lebensbedingungen seines Welpen
  • Übt keinen Kaufdruck aus

Verantwortungsvolle Züchter haben wesensstarke, ausgeglichene und gesunde Hunde. Sie investieren viel Zeit und Liebe in ihre Tiere und möchten nicht, dass einer ihrer Schützlinge in falsche Hände gerät. Oder später sein Leben im Tierheim fristen muss.

Man sollte Abstandnehmen, wenn man das Gefühl hat, es stimmt etwas nicht mit der Zuchtstätte oder dem Züchter. Man kann sich dabei durchaus auf sein Bauchgefühl verlassen.

Seriöse Züchter geben ihre Welpen im Alter von 8 oder 9 Wochen an ihre neuen Menschen ab.

Als Käufer erhält man

  • Einen schriftlichen Kaufvertrag mit den Daten des Züchters, des Welpen, des Käufers
  • Die Abstammungsurkunde des Welpen
  • Einen EU-Heimtierpass
  • Eine ärztliche Beurteilung des Welpen
  • Der Welpe ist geimpft, entwurmt und gechipt

Liebevolle und fürsorgliche Züchter geben beim Auszug des Welpen noch mehrere Portionen des gewohnten Futters mit. Eine Decke oder Tuch aus der Wurfkiste, die nach der Mutter und den Geschwistern riecht, erleichtert dem kleinen Welpen die ersten Tage im neuen Heim.

Züchter zusammengefasst

  • Nur bei einem seriösen, verbandsangehörigen Züchter kaufen
  • Checkliste Zuchtstätte
  • Checkliste Züchter
  • Abstand nehmen bei unguten Bauchgefühl
  • Mit 8 oder 9 Wochen wird der Welpe abgegeben
  • Checkliste zur Übernahme des Welpen
Verantwortungsvolle Züchter haben wesensstarke, ausgeglichene und gesunde Hunde. ( Foto: Shutterstock-Rita_Kochmarjova)

Verantwortungsvolle Züchter haben wesensstarke, ausgeglichene und gesunde Hunde. ( Foto: Shutterstock-Rita_Kochmarjova)

American Staffordshire Terrier-Preis

Gesunde und wesensstarke Welpen sind keine billige Ramschware.

Wichtig bei einem Listen-Hund wie dem American Staffordshire Terrier ist, dass man ihn bei einem seriösen und verantwortungsvollen Züchter kauft. Gesunde und wesensstarke Welpen erhält man nicht zum Ramschpreis. Ehrliche Züchter bringen viel Zeit und Liebe für ihre Zucht auf. Sie beginnen schon in der Welpenkiste mit einer positiven Sozialisierung und achten auf die Gesundheit und das Wesen ihrer Schützlinge. Für einen American Staffordshire Terrier aus einer seriösen Zucht wird um die 1.000 Euro verlangt.

Man sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass die laufenden Kosten im Leben eines Hundes ein Vielfaches des Kaufpreises betragen. Bei einem Listen-Hund kommen zudem noch weitere Kosten für die behördlichen Auflagen wie: Führungszeugnis, Wesenstest des Hundes und Sachkundenachweis hinzu. Zudem ist die Hundesteuer für einen American Staffordshire Terrier sehr viel höher.

American Staffordshire Terrier-Welpen

Auch ein Staff Welpe ist nur ein kleiner Hundewelpe.

Ein American Staffordshire Terrier Welpe ist zunächst auch nur ein kleiner Hundewelpe, der neugierig seine Welt entdecken will. Zieht der Kleine in sein neues Heim, muss dies natürlich für ihn vorbereitet werden. Neben der Hundeausstattung wie Körbchen, Näpfe, Fressen, Halsband, Geschirr und Leine, sollte man auch schon einen Maulkorb zum langsamen Antrainieren im Haus haben. Denn in vielen Bundesländern muss der kleine Racker ab dem 6. Lebensmonat einen Maulkorb tragen. Mit der Erziehungsmethode der positiven Bestärkung ist das Tragen des Maulkorbes auch keine Bestrafung für den Hund.

Für ein Welpen sicheres Zuhause müssen Unfall- und Verletzungsquellen beseitigt werden. Stromkabel, Steckdosen, Putzmittel und Chemikalien müssen aus der Reichweite des Hundebabys gebracht werden. Ebenso giftige Pflanzen und Lebensmittel. Treppen sollten mit einem Babygitter und Türen mit Türstoppern gesichert werden, damit sich nichts gebrochen oder gequetscht werden kann.

Auch beim Autofahren muss auf die Unversehrtheit des Hundes geachtet werden. In einer Hundebox sind die vierbeinigen Familienmitglieder bei einer starken Bremsung oder schlimmeren am besten abgesichert.

Besitzt man einen Garten muss dieser, auch von behördlicher Seite aus, ausbruchsicher gemacht werden. Zudem müssen hier natürlich auch scharfe Gartengeräte oder Chemikalien unzugänglich für den Hund beiseite geräumt werden.

Ein liebevoller und fürsorglicher Umgang besonders in den ersten Tagen im neuen Heim, helfen dem kleinen Hundebaby den Trennungsschmerz von seiner Mutter besser zu verkraften. Man sollte sich aber nicht zu sehr um die Pfote wickeln lassen. Eine liebevolle, führsorgliche, aber sehr konsequente Erziehung ist für das zukünftige Leben als Listen-Hund extrem wichtig.

Ein American Staffordshire Terrier Welpe ist zunächst auch nur ein kleiner Hundewelpe, der neugierig seine Welt entdecken will. ( Foto: Shutterstock-Aneta Jungerova )

Ein American Staffordshire Terrier Welpe ist zunächst auch nur ein kleiner Hundewelpe, der neugierig seine Welt entdecken will. ( Foto: Shutterstock-Aneta Jungerova )

American Staffordshire Terrier: Gesundheit & Pflege

Pflegeleicht und in der Regel gesund.

Wer einen American Staffordshire Terrier aus einer seriösen Zucht kauft, hat in der Regel einen gesunden Hund. Durch den schweren Körperbau des Staff, kann jedoch die Hüfte erkranken und es kann zu einer Hüftgelenksdysplasie kommen. In den letzten Jahren verzeichneten die Tierärzte auch eine Zunahme von Herzerkrankungen beim American Staffordshire Terrier.

Auch kann es vorkommen, dass es beim American Staffordshire Terrier zu einer Futterallergie kommt. Deshalb sollte man hochwertiges Futter verabreichen, dass einen Fleischanteil von 70% hat.

Die Fellpflege ist beim American Staffordshire Terrier nicht aufwendig. Das Fell sollte mit einer Bürste ein bis zwei Mal die Woche abgebürstet werden, damit die losen Haare im Fell nicht jucken. Routinemäßig sollten dabei auch Augen, Ohren, Zähne, Pfoten und Krallen kontrolliert werden.

Und selbstverständlich gehört kein Hund bei Sonne und Hitze im Auto zurückgelassen.

Seriöser Züchter, gesunder Welpe jetzt muss nur noch das Futter hochwertig sein und schon sind optimale Voraussetzungen geschaffen, um lange einen gesunden und zufriedenen Hund zu haben.

 

Zusammengefasst Gesundheit & Pflege für den American Staffordshire Terrier

  • Seriöse Züchter züchten in der Regel gesunde Hunde
  • Hüftgelenksdysplasie und Herzerkrankungen können vorkommen
  • Fell bürsten damit die losen Haare nicht jucken
  • Routinemäßig den Hund abchecken
  • Hochwertiges Hundefutter
Die Fellpflege ist beim American Staffordshire Terrier nicht aufwendig.  ( Foto: Shutterstock- Fotoeventis_)

Die Fellpflege ist beim American Staffordshire Terrier nicht aufwendig. ( Foto: Shutterstock- Fotoeventis_)

American Staffordshire Terrier & Erziehung

Eine frühe Sozialisierung und eine konsequente Erziehung ist unabdingbar.

Der American Staffordshire Terrier ist ein gut erziehbarer Hund. Doch bedarf es einen bereits erfahrenen Hundeführer, der sich auf eine positive Sozialisierung und konsequente Erziehung versteht. Der Staff erkennt sehr schnell die Schwächen seines Menschen und nutzt sie, wie alle intelligenten Hunde, sofort für sich aus.

Als Listenhund in fast allen deutschen Bundesländern muss der American Staffordshire Terrier einen Wesenstest bestehen und der Halter eine Sachkundeprüfung ablegen.

Kommt der American Staffordshire Terrier aus einer seriösen Zucht, sind die positiven Anlagen des Staff gut herausgezüchtet worden und die Arbeit macht Hund und Halter Spaß. Auch muss der muskulöse Hund lernen, seine Kraft zu bändigen. Eine klare, liebevolle und konsequente Erziehung ist sehr wichtig für das unproblematische Zusammenleben mit einem Staff. Der Mensch muss für den American Staffordshire Terrier klar erkennbar der Rudelführer sein. Aggressivität und Einschüchterung hat aber bei keiner Hundeerziehung etwas zu suchen.

Erziehung zusammengefasst

  • Positive Sozialisierung
  • Konsequente Erziehung
  • Keine Aggressivität und Einschüchterung
  • Wesenstest des Hundes
  • Sachkundeprüfung des Halters
  • Rudelführer ist der Mensch
  • Lernwilliger Hund
Der American Staffordshire Terrier ist ein gut erziehbarer Hund. Doch bedarf es einen bereits erfahrenen Hundeführer, der sich auf eine positive Sozialisierung und konsequente Erziehung versteht. ( Foto: Shutterstock- BestShots )

Der American Staffordshire Terrier ist ein gut erziehbarer Hund. Doch bedarf es einen bereits erfahrenen Hundeführer, der sich auf eine positive Sozialisierung und konsequente Erziehung versteht. ( Foto: Shutterstock- BestShots )

American Staffordshire Terrier Aktivitäten

Ein Athlet, der ausgelastet werden muss.

American Staffordshire Terrier sind Power- und Kraftpakete. Mit seinem starken Bewegungsdrang und muskulösen Körperbau bieten sich viele ausdauernde Freizeitaktivitäten mit dem American Staffordshire Terrier an. Ein guter Fitnesspartner ist er für Jogger, Radfahrer und Wanderer. Hundesportarten wie Agility, Flyball oder auch Unterordnungsarbeit machen dem sportiven Hund Spaß. Diese Sportarten fördern auch eine gute Beziehung zwischen Halter und Hund, zudem wird auch die geistige Auslastung des Hundes angesprochen.

Von Schutzhund- oder Wachhund-Aktivitäten sollte man abstandnehmen. Zu groß ist das Risiko die genetische Veranlagung des Kampfhundes anzusprechen.

Aktivitäten zusammengefasst

  • Ausdauer Aktivitäten
  • Hundesportarten wie Agility
  • Geistige Auslastung
  • Abstand von Schutzhund- oder Wachhund-Aktivitäten
American Staffordshire Terrier sind Power- und Kraftpakete. Mit seinem starken Bewegungsdrang und muskulösen Körperbau bieten sich viele ausdauernde Freizeitaktivitäten mit dem American Staffordshire Terrier an.  (Foto: Shutterstock-Lenkadan )

American Staffordshire Terrier sind Power- und Kraftpakete. Mit seinem starken Bewegungsdrang und muskulösen Körperbau bieten sich viele ausdauernde Freizeitaktivitäten mit dem American Staffordshire Terrier an. (Foto: Shutterstock-Lenkadan )

 

Häufige Fragen zum American Staffordshire Terrier

Wird der American Staffordshire Terrier als Listen-Hund geführt?

In Deutschland wird der American Staffordshire Terrier in fast jedem Bundesland als Listen-Hund geführt. Seine Haltung unterliegt strengen Auflagen oder ist sogar verboten.

Welche Auflagen muss man erfüllen, um einen American Staffordshire Terrier zu halten?

Die behördlichen Auflagen für die Haltung eines American Staffordshire Terrier sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Doch in der Regel muss man mindestens 18 Jahre sein, ein positives Führungszeugnis vorlegen und die Sachkundeprüfung zur Führung eines Kampfhundes abgelegt haben.

Ist der American Staffordshire Terrier ein aggressiver Hund?

Der American Staffordshire Terrier wurde gezielt in den USA als Familienhund gezüchtet. Doch sein genetischer Ursprung stammt von extra gezüchteten Kampfhunden ab. Es hängt von der Zucht, der Haltung und Erziehung ab, welche Eigenschaften beim American Staffordshire Terrier durchkommen.

Ist der American Staffordshire Terrier ein Kampfhund?

Die Ahnen des American Staffordshire Terrier, die Bull-und-Terrier-Schläge, sind im 19. Jahrhundert in England als Kamphunde für die Hundekampf-Arenen gezüchtet worden. In den USA wurde dann im 20. Jahrhundert aus dem Kampfhund ein Familienhund.

Darf man einen American Staffordshire Terrier mit Kindern allein lassen?

Der American Staffordshire Terrier wird in vielen Ländern als Familienhund geführt. In den USA und Großbritannien hat er sogar den Beinamen „Nanny Dog“. Der Staff liebt Kinder und ist sehr geduldig mit ihnen. Doch grundsätzlich gilt für alle Hunde, ob groß oder klein, dass man sie nicht unbeaufsichtigt mit Kindern lassen darf.

Über den Autor

Simone Heitmann

Simone Heitmann ist nicht nur Journalistin, sondern nicht ganz nebenbei auch mit Herz und Seele Hundefrauchen. Ihr Australian Shepherd Blue Berry begleitet sie auch beruflich und schenkt den Kollegen eine gute Office-Life-Balance. Mit ihm verbringt sie ein Großteil ihrer Freizeit beim Agility oder bei ausgiebigen Wanderungen durch die Natur. Mini Aussie Blue Berry hat sogar ein eigenes Instagram-Profil. Und wer weiß, vielleicht kommt auch bald der zweite Aussie ins Haus. Ihre Philosophie: "Hunde sind nicht unser ganzes Leben, aber sie machen unser Leben ganz.", Roger Caras, Natur- und Tierjournalist.

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