Wolfsblut Wild Duck vs. PLATINUM Adult Iberico 2021: Natürliches Futter im Vergleichstest

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Die Ernährung unserer vierbeinigen Lieblinge sollte so gesund und natürlich sein wie möglich. Darauf achten immer mehr Hundebesitzer wie der Trend zum Barfen zeigt. Während für Menschen der Fleischverzehr eher gering sein sollte, ist Frischfleisch die wichtigste Zutat im Hundefutter, da der Hund vom Wolf abstammt. Wir testen und vergleichen Wolfsblut Wild Duck und PLATINUM Iberico.

Natürliches Trockenfutter von Premium-Herstellern

Was sagen uns eigentlich die Namen Wolfsblut und PLATINUM? Wolfsblut erinnert uns an den Roman von Jack London. Darin verwandelt sich der Wolf in ein zivilisiertes, an den Menschen gewöhntes Tier. So könnte die Domestizierung begonnen haben. Mit dem Wolf verbinden wir eine natürliche Ernährung. Der Name Wolfsblut gibt uns damit das Gefühl unserem Hund eine natürliche Nahrung zu füttern.

PLATINUM lässt uns an Platin denken, ein besonders Metall natürlichen Ursprungs. Platin ist seltener als Gold, was es zum wertvollsten Metall unseres Planeten macht. Schmuck aus Platin hat seinen Ursprung in der Natur, ist super selten und für viele Menschen daher sehr begehrenswert. Der Name PLATINUM lässt uns an die bestmögliche natürliche Nahrung denken, mit der wir unseren Hund füttern können.

Wolfsblut und PLATINUM sind zwei völlig unterschiedliche Ansätze, die jedoch das gleiche Ziel haben: Eine gesunde Ernährung unserer Hunde.

Mit unserem Test wollen herausfinden, welches der beiden Premium-Futter einer gesunden Ernährung unserer Hunde tatsächlich am nächsten kommt.

Hierfür schauen wir uns zunächst die Zutaten an und testen das Trockenfutter mit unserem Probanden Luke. Er ist ein sieben Jahre alter Prager Rattler und bringt 2,5 kg auf die Waage. Er ist beim Fressen sehr wählerisch. Schmeckt es ihm nicht, lässt er das Futter links liegen.

Was ist in Wolfsblut Wild Duck?

Das Entenfleisch stammt gemäß Herstellerbeschreibung aus bäuerlicher Freilandhaltung, die Wildente aus dem Produktnamen findet man in der Deklaration leider nicht. Wolfsblut Wild Duck enthält 25 Prozent frisches Entenfleisch und 17 Prozent Fleischmehl von der Ente. Das Futter ist getreidefrei und als Kohlenhydratquelle werden Kartoffel und Süßkartoffel verwendet. Insgesamt steht einem Fleischanteil von 42 Prozent ein Kohlenhydratanteil von 43 Prozent gegenüber. Wolfsblut Wild Duck enthält folglich mehr Kohlenhydrate als Fleisch.

Zusammensetzung Wolfsblut Wild Duck

Ente (44 %) (davon Entenfleisch 25 %, getrocknetes Entenfleisch 17 %, Entenfett 2 %), Kartoffel (24 %), Süßkartoffel (19 %), Entenjus, Mineralstoffe, Topinambur, Kichererbsen, Leinsamen, Tomaten, mediterrane Kräutermischung, Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Schwarze Johannisbeeren, Holunderbeeren, Aroniabeeren, Brennnessel, Löwenzahn, Ginseng, Mannanoligosaccharide (prebiotisch MOS), Fructooligosaccharide (prebiotisch FOS), Yucca Schidigera Extrakt

PLATINUM Adult Iberico

Ibericos sind eine Kreuzung aus Wildschwein und spanischem Hausschwein. Die Tiere werden besonders gut gepflegt, denn Ihr Fleisch gilt als eine weltweit begehrte Delikatesse. Zur Haltung lässt sich sagen, dass Ibericos ganzjährig im Freien leben und um den Aufbau der Muskulatur zu fördern, verfügen die Tiere über reichlich Auslauf. PLATINUM Iberico hat einen Fleischanteil von 70 Prozent. Das ist alles Frischfleisch, kein Fleischmehl.

PLATINUM Iberico ist ebenso getreidefrei und als Kohlenhydratquelle werden Kartoffel verwendet. Bei mehr als 2/3tel Fleisch und insgesamt über 20 verschiedene Zutaten ist der Kohlenhydratanteil in PLATINUM Iberico entsprechend gering.

Zusammensetzung PLATINUM Adult Iberico + Greens

Frisches Schweinefleisch (70 %, ausschließlich vom Iberischen Schwein), getrocknete Kartoffeln, getrockneter Fisch, getrocknete Bierhefe, getrocknete Apfelpulpe, Lachsöl, Yucca-Extrakt, kaltgepresstes Leinsamenöl, kaltgepresstes Olivenöl, Grünlippmuschel-Extrakt, getrocknete Karotten, getrocknete Tomaten, getrocknete Aufrechte Studentenblume, getrockneter Löwenzahn, getrockneter Brokkoli, getrockneter grüner Tee, getrocknete Kamille, getrockneter Oregano, getrocknete Mariendistelsamen, getrocknete Cranberrysamen, getrocknete Algen, Kaliumchlorid

Natürliches Hundefutter im Praxistest

Für unseren Praxistest öffnen wir zunächst die beiden Futterbeutel. Aus beiden strömt ein angenehm fleischiger Geruch. Allerdings ist dieser bei Wolfsblut schwächer. Die Stücke sind bei PLATINUM etwas größer und ungleichmäßig geformt. Wolfsblut hat eher gleichmäßige rundliche Kroketten. Diese sind etwas heller, fühlen sich fettiger an und sind deutlich trockener als die Stücke von PLATINUM.

Optisch unterscheiden sich die beiden trockenfutter stark voneinander. Wolfsblut ist größer und rund, zudem sind alle Pellets gleich geformt. Die Kroketten von PLATINUM sind unregelmäßig mit gut sichtbaren Schnittkanten. (Foto: Julia Roß)

Optisch unterscheiden sich die beiden trockenfutter stark voneinander. Wolfsblut ist größer und rund, zudem sind alle Pellets gleich geformt. Die Kroketten von PLATINUM sind unregelmäßig mit gut sichtbaren Schnittkanten. (Foto: Julia Roß)

Wir geben unserem Probanden die Stücke von PLATINUM. Sofort sind diese im Mäulchen verschwunden und er kaut genüsslich auf den Bröckchen. Anschließend geben wir dem Prager Rattler ein paar der Kroketten von Wolfsblut, die er auch frisst. Ein deutlicher Unterschied ist beim Kauen wahrnehmbar. Während das Zerbeißen der Stücke von PLATINUM geräuschlos ist, sind bei Wolfsblut laute Knackgeräusche hörbar.

Wie viel Futter wird empfohlen?

Für einen 5 kg schweren Hund empfiehlt Wolfsblut eine tägliche Ration von 100 g Trockenfutter. Bei PLATINUM ist das deutlich weniger, nämlich lediglich 85 g. Dadurch sind die Portionen kleiner und der Magen des Vierbeiners nicht so stark gefüllt.

Gesunde Hunde durch hochwertige Nahrung: Das gilt es zu beachten

Die Auswahl an natürlichem Trockenfutter ist riesengroß, kaum überschaubar. Verpackungen mit hübschen und glücklichen Hundebildern, in den schönsten Farben suggerieren hochwertiges und natürliches Futter. Die wichtigste Frage: Für welches Futter entscheide ich mich zum Wohle meines treuen Gefährten?

Verträglichkeit von Trockenfutter

Ganz pauschal: Trockenfutter verträgt der Hund meist sehr gut, allerdings sollte man einen Blick auf die Herstellungsarten werfen.

Zwei Kriterien kommen sind wichtig bei der Wahl des Futters:

  • Akzeptanz
  • Versorgung des Hundes mit wichtigen Nährstoffen

Inhaltsstoffe im Trockenfutter

Im besten Fall sind die Inhaltsstoffe perfekt aufeinander abgestimmt. Wichtig für eine gesunde Ernährung sind ausreichend…

  • Eiweiße
  • Mineralstoffe
  • Fette
  • Vitamine

Herstellungsverfahren von Trockenfutter

Wolfsblut produziert mit dem Extrusionsverfahren, PLATINUM setzt auf die Fleischsaftgarung. Worin unterscheiden sich die Methoden und welche führt zu hochwertigem Futter?

Wolfsblut ist extrudiertes Trockenfutter. Nachdem wir nun wissen, wie die Extrusion funktioniert, handelt es sich hierbei nicht um ein natürliches Hundefutter. (Foto: Julia Roß)

Das Extrusionsverfahren

Die Extrusion ist ein Herstellungsverfahren, das bereits in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde. Noch heute werden viele Hundetrockenfutter mit diesem Verfahren hergestellt, wozu auch alle Trockenfutter von Wolfsblut gehören.

Mit dem Extrusionsverfahren werden neben Hundetrockenfutter auch Kelloggs Froot Loops hergestellt. Kelloggs Froot Loops werden von vielen Eltern als nicht so gesund für ihre Kinder betrachtet.

Extrudieren lässt sich Hundetrockenfutter mit und ohne Fleisch. Wolfsblut Wild Duck enthält Fleisch, wie oben festgestellt 25 Prozent frisches Entenfleisch und 17 Prozent Fleischmehl.

Fleischmehl ist viel minderwertiger als frisches Fleisch. Das hat zwei wesentliche Gründe. Fleischmehl entsteht nicht aus Muskelfleisch. Es wird aus den Teilen des Tieres gewonnen, die nicht für den menschlichen Verzehr vorgesehen sind. Also Fleischabfall. Außerdem entsteht Fleischmehl durch mehrfaches erhitzen über 100 °C. Dabei wird der nährstoffreiche Fleischsaft und der Geschmacksträger Fett entzogen. Fleischmehl hat im Vergleich zu frischem Fleisch einen höheren Aschegehalt, eine geringe Proteinverdaulichkeit und enthält weniger A, D und E-Vitamine.

Bei der Herstellung von Hundefutter durch Extrusion wird Fleischmehl dann zum dritten Mal über 100 °C erhitzt.

So entsteht Fleischmehl

Frisches Fleisch wird in einem Druckkessel bei mindestens 133°C und einem Druck von 3 bar über mindestens 20 Minuten keimfrei gemacht. Anschließend kommt das Fleisch in einen Vakuumtrockner, wo ihm bei 100 bis 125°C der Fleischsaft entzogen wird. Nach dem Vakuumtrockner kommt die getrocknete Rohmasse in eine Presse, wo ihr bei etwa 200 bar das natürliche Fett entzogen wird.

Mit dem Extrusionsverfahren kann Trockenfutter nicht allein aus Frischfleisch hergestellt werden, sagt Dr. Ruth Ann Lobos, eine bei Purina beschäftigte Tierärztin. Das liegt am Fleischsaft, der zwar nährstoffreich ist, aber verhindert, dass das Futter entsprechend trocken aus dem Extruder kommt.

Die Fleischsaftgarung

Die Fleischsaftgarung ist, wie das Niedrigtemperaturgaren, eigentlich eine Zubereitungsmethode von gesunder menschlicher Nahrung. Abgestimmt auf die Bedürfnisse von Hunden ist die Fleischsaftgarung auch eine zeitgemäße Methode Hundenahrung zuzubereiten. Dabei wird Frischfleisch, das für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist, nur im eigenen Saft bei niedriger Temperatur so lange gegart, bis daraus Trockennahrung für Hunde entsteht. Es wird kein Fleischmehl verwendet. Die natürlichen Vitamine und Mineralien gehen wegen der niedrigen Temperatur kaum verloren und das lange Garen (bekannt auch aus der Küche, als Reduzieren) verstärkt den Fleischgeschmack auf eine natürliche Weise. Dadurch sind Geschmacksverstärker überflüssig. Der verbleibende Fleischsaft macht die Trockennahrung für die Hunde kaubar-weich.

Die Trockennahrung und Snacks von PLATINUM entstehen durch Fleischsaftgarung.

Verträglichkeit der Trockenfutter im Vergleich

Extrudierte Hundefutter wie Wolfsblut Wild Duck werden nicht nur wie Kelloggs Froot Loops hergestellt, sie teilen auch die Eigenschaft, dass sie in Flüssigkeit nach einiger Zeit aufquellen. Quillt das extrudierte Trockenfutter im Hundemagen auf, dann dehnt sich dieser zu einem Futterbauch. Verschiedenen Studien bringen aufquellendes Trockenfutter mit der bei Hunden oft tödlich verlaufende Magendrehung in Verbindung. Das betrifft insbesondere größere Hunde.

Trockennahrung aus Fleischsaftgarung quillt nie auf. Demgegenüber quillt extrudiertes Hundefutter immer auf. Aber auch von gebackenem oder pelletiertem (kaltgepresstem) Hundefutter gibt es Sorten die stark aufquellen. Daher gilt Fleischsaftgarung als die einzige verlässliche Zubereitungsmethode von nicht aufquellender Hundetrockennahrung.

Stiftung Warentest: PLATINUM und Wolfsblut im Test 2021

Stiftung Warentest nahm PLATINUM, Wolfsblut und andere Hundefuttermarken im Juni 2021 unter die Lupe. Das Ergebnis bestätigt die Qualität von PLATINUM. Getestet wurde die Sorte Adult Chicken, die in sämtlichen Kategorien überzeugen konnte. Da die Trockennahrung von PLATINUM bei jeder Sorte die gleiche Qualität aufweist, sind wir davon überzeugt, dass auch PLATINUM Adult Iberico + Greens super abgeschnitten hätte.

Wolfsblut dagegen ist mit der Bewertung mangelhaft durchgefallen. Hierbei handelt es sich um die teuerste Marke im Test. Das Ergebnis: Hier sind zu wenige Aminosäuren enthalten. Auch Kalium ist zu wenig enthalten. Die Auslobung als Premium-Futter ist laut Stiftung Warentest nicht korrekt.

Fazit unseres Tests

Ein im Bauch aufquellendes Futter wie Wolfsblut Wild Duck ist unserer Meinung nach nicht natürlich. Der Wolf jagt sein Frühstück und das quillt nicht in seinem Bauch auf. Die Story mit dem Wolf passt auch nicht zum Fleischmehl und das Wolfsblut Wild Duck mehr Kohlenhydrate als Fleisch enthält. Die zeitgemäßere und gesündere Methode Hundenahrung zuzubereiten ist ganz klar die Fleischsaftgarung. Daher ist fleischsaftgegarte Hundetrockennahrung die gesündere Alternative im Vergleich zu extrudiertem Hundefutter, wie Wolfsblut Wild Duck.

Über den Autor

Julia Roß

Julia Roß ist noch neu im Team. Seit einigen Monaten hat auch sie eine Fellnase an ihrer Seite. Die kleine Fay ist ein Mix aus Beagle und Labrador und stellt seit ihrem Einzug die Welt ihres Frauchens auf den Kopf. Die Autorin studierte Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt und schreibt seither liebend gern über alles, was ihr Interesse weckt.

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