Hund krank durch BARFen: Keime im Rohfleisch

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Wer BARFt will seinen Hund so gesund ernähren wie möglich. Aktuelle Studien kommen allerdings zu dem Schluss, dass die Fütterung mit rohem Fleisch auch tödlich enden kann. Ist der Hund krank durch BARFen, fühlen sich Herrchen oder Frauchen schuldig. Dabei entsteht nicht nur eine Gefahr für den Vierbeiner. Auch für Menschen kann BARF gefährlich werden.

Nicht nur der Hund wird krank durch das BARFen

Wer krank wird und Antibiotika nehmen muss, wird stets darauf hingewiesen, dass das Medikament komplett genommen werden muss, um die Keime vollständig auszulöschen. Das gilt bei Menschen und Tieren gleichermaßen. Werden die Krankheitserreger nicht komplett abgetötet, können die Keime resistent werden. Das bedeutet, ein bestimmtes Medikament verliert zukünftig seine Wirksamkeit. Die Folgen sind multiresistente Keime, welche eine große Gefahr darstellen.

Rohfleisch als großes Risiko

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich mit multiresistenten Keimen anzustecken. Eine davon ist der Umgang mit rohem Fleisch, wie es beim BARFen der Fall ist. Nur wenn Hygienemaßnahmen stets sehr penibel eingehalten werden, lässt sich das Risiko minimieren. Dies bedeutet zum Beispiel, dass das BARF-Menü nicht in der Küche zubereitet wird, man zum Schneiden ein eigenes Messer und Brett verwendet und sich immer sehr gründlich die Hände wäscht.

Wer noch kein Barfer ist, also seinen Hund mit rohem Fleisch und Innereien füttert, sollte sich gut überlegen, wie zuverlässig man sich selbst einschätzt. Im Zweifelsfall ist es sicherer, die Finger vom Barfen zu lassen, denn bei dieser Fütterungsmethode ist die Gefahr der Übertragung eines Krankheitserregers deutlich höher als bei herkömmlichem Hundefutter.

Gründliches Händewaschen ist besonders wichtig beim BARFen. Dennoch ist das Risiko für Krankheiten sehr groß. (Foto: shutterstock.com / Maridav)

Gründliches Händewaschen ist besonders wichtig beim BARFen. Dennoch ist das Risiko für Krankheiten sehr groß. (Foto: shutterstock.com / Maridav)

Wenn sich ein gesunder Mensch mit Keimen ansteckt, besteht erst einmal relativ wenig Grund zur Sorge. Ein normal funktionierendes Immunsystem wird damit im Allgemeinen fertig. Wer noch kein BARFer ist, also seinen Hund noch nicht mit rohem Fleisch und Innereien füttert, sollte sich gut überlegen, wie zuverlässig man sich selbst einschätzt.

Im Zweifelsfall ist es sicherer, die Finger vom BARFen zu lassen, denn bei dieser Fütterungsmethode ist die Gefahr für Erkrankungen groß. Problematischer sieht dies bei Kleinkindern, alten, bereits kranken und immunschwachen Menschen aus: Im Jahr 2007 starben in der Europäischen Union etwa 25.000 Menschen an einer Infektion mit antibiotika-resistenten Keimen, inzwischen sind es bereits über 33.000 Menschen.

Hund krank durch BARFen: Beängstigende Studie aus der Schweiz

Bereits seit Langem ist bekannt, dass multiresistente Keime durch rohes Fleisch übertragen werden können. Laut Weltgesundheitsorganisation kommt es bei der Zubereitung oder dem Verzehr von Lebensmitteln tierischer Herkunft, allen voran Fleisch, zu den meisten lebensmittelbedingen Infektionen.

Um diesen Aspekt beim Barfen zu beleuchten, hat die Universität Zürich eine Studie durchgeführt, die zu beängstigenden Ergebnissen geführt hat: Wissenschaftler untersuchten von acht verschiedenen Anbietern aus der Schweiz insgesamt 51 Rohfleisch-Proben.

Dabei stellte sich heraus, dass 61 Prozentresistente Bakterien enthielten. Darüber hinaus wurde bei 73 Prozent der Rohfutterproben der Richtwert der sogenannten Enterobakterien überschritten. Zudem stießen die Forscher zweimal auf Salmonellen und zweimal auf Kolibakterien.

Magdalena Nüesch-Inderbinen, Erstautorin der Studie, war überrascht und zugleich besorgt. Sie hatte nicht erwartet, dass bei über 60 Prozent der Proben Keime entdeckt werden würden, die Resistenzen gegen Antibiotika aufweisen. Ihr Rat an alle Hunde- und Katzenbesitzer, die ihre Tiere BARFen, ist äußerst vorsichtig mit dem Futter umzugehen und strikte Hygiene bei der Fütterung einzuhalten. Jeder solle sich darüber bewusst sein, dass das eigene Haustier multiresistente Bakterien in sich tragen und diese verbreiten könne.

Was sollten BARFer jetzt tun?

Für alle BARFer sollte diese Studie ein Weckruf sein. Es besteht zwar kein Grund zur Panik, aber es ist wichtig, den kompletten Prozess des BARFens und seine möglichen Folgen zu überdenken, damit der Hund nicht krank durch BARFen wird:

  • Wie vertrauenswürdig ist die Quelle meiner Zutaten?
  • Halte ich Hygienemaßnahmen strikt ein?
  • Leben Personen in meinem Haushalt, für die eine Ansteckung ein erhöhtes Risiko darstellen könnte?

Man sollte hier ehrlich zu sich selbst sein und im Zweifelsfall das BARFen besser sein lassen. Dafür spricht auch, dass die Ernährung bei Weitem nicht immer so gesund verläuft, wie man sich dies wünscht. Studien der LMU München haben gezeigt, dass viele BARF-Futterpläne gravierende Mängel aufweisen.

Es kommt häufig zu Unter- oder Überversorgungen bestimmter Nährstoffe. Auch auf diese Art wird der Hund krank durch BARFen. Die Rohfleischfütterung kann daher nur Hundehaltern empfohlen werden, die sich sehr eingehend mit der Materie beschäftigen, ihren Hund regelmäßig untersuchen lassen, an sich hohe Hygieneansprüche stellen und weder selbst gesundheitlich gefährdet sind noch mit Personen in direktem Kontakt stehen, für die eine Infektion ein erhöhtes Risiko darstellen könnte.

Somit ist das Risiko, dass der Hund krank durch BARFen wird, zumindest geringer.

Die Fütterung mit Rohfleisch stellt immer ein hohes Risiko dar. (Foto: shutterstock.com / bigacis)

Die Fütterung mit Rohfleisch stellt immer ein hohes Risiko dar. (Foto: shutterstock.com / bigacis)

Die perfekte Alternative: Fleischsaftgarung

Hundehalter werden nicht ohne Grund zum BARFer. Der häufigste Grund ist der Wunsch, den Hund so gesund wie möglich zu ernähren. Das ist aber schwieriger als die meisten denken. Deshalb stellt sich nach einiger Zeit für viele die Frage, welche Alternativen es gibt. Zurück zum herkömmlich hergestellten Hundefutter will möglichst niemand.

Denn hier wirken zunächst alle Marken hochwertig und nährstoffreich. Viel Fleisch und Gemüse sind laut Aufdruck auf der Vorderseite enthalten. Dreht man den Futterbeutel oder die Dose um, liest man immer wieder Zutaten wie tierische Nebenerzeugnisse, Fleischmehl oder Tierproteine. Oftmals stehen Fleisch oder gar tierische Produkte noch nicht einmal an erster Stelle.

Verständlich, dass man bei so viel Augenwischerei irgendwann nicht mehr weiß, bei welchem es sich nun tatsächlich um hochwertiges Futter handelt und welches nur so tut. Oft sind es aber nicht nur die Inhaltsstoffe, die für oder gegen eine hohe Qualität sprechen.

Die Zubereitungsmethode spielt hier ebenfalls eine Rolle. Um keimfreies Hundefutter zu erhalten, muss das Rohfleisch erhitzt werden. Ist die Hitze allerdings zu hoch, tötet das die Nährstoffe, Vitamine und den Geschmack.

Hundenahrung aus Fleischsaftgarung stellt die einzige echte Alternative für das BARFen dar. Bei dieser Hundenahrung wird der Vierbeiner mit allen Nährstoffen versorgt und es besteht keine Gefahr, dass er durch Keime und Bakterien krank wird, die in Rohfleisch oft zu finden sind. Bei der Fleischsaftgarung handelt es sich um eine Zubereitungsmethode, die häufig in guten Restaurants anzutreffen ist.

Spitzenköche setzen auf das langsame Garen von Fleisch bei niedrigen Temperaturen, da es dann schmackhafter und gesünder ist. Dieses Verfahren wird auch bei der Herstellung hochwertiger Hundenahrung angewendet.

Das Schöne ist, dass man bei der Fleischsaftgarung wirklich weiß, was der Hund bekommt, denn der TÜV führt regelmäßig Kontrollen durch, die veröffentlicht werden. Hundehalter können sich daher sicher sein, dass die deklarierte Menge Frischfleisch und die der übrigen Zutaten seine Richtigkeit haben.

Nahrung aus der Fleischsaftgarung versorgt den Vierbeiner mit allem, was er braucht und ist deutlich risikoärmer als BARF. (Foto: shutterstock.com / Przemek Iciak)

Nahrung aus der Fleischsaftgarung versorgt den Vierbeiner mit allem, was er braucht und ist deutlich risikoärmer als BARF. (Foto: shutterstock.com / Przemek Iciak)

Besonderheiten der Fleischsaftgarung

Die Fleischsaftgarung kann sowohl bei der Herstellung von Trocken- wie auch Nassnahrung angewendet werden. Sie unterscheidet sich im Grunde genommen nur dadurch, dass bei Nassnahrung eine Kurzgartechnik angewendet wird, während Trockennahrung über einen deutlich längeren Zeitraum köchelt.

Das Frischfleisch gart bei angepassten Temperaturen in seinem eigenen Saft. Aufgrund der stetigen Reduzierung der Feuchtigkeit entsteht schließlich Trockennahrung aus Frischfleisch. Durch den verbliebenen Fleischsaft bleibt dieses nicht nur angenehm kaubar-weich, sondern es quillt auch nicht im Magen auf.

Gerade bei großen Hunden mit tiefem Brustkorb kann dieser Vorgang der Auslöser für eine Magendrehung sein, welche im schlimmsten Fall tödlich enden kann.

Hund krank durch BARFen: Alternativen gibt es schon

Vergleicht man das BARFen mit der Fleischsaftgarung, zeigen sich durch das Garen der Hundenahrung deutliche Vorteile: Das Fleisch ist besonders nährstoffreich, kann leichter verdaut werden, weist einen höheren Energiegehalt und eine viel geringere Gefahr der Keimbelastung auf. So wird der Hund nicht krank durch BARFen.

Dies führt zu einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität. Bekanntlich ist die Gesundheit nicht auf das Körperliche reduziert. Auch das soziale und geistige Wohlbefinden zählen dazu. Beides steht unter dem Einfluss der Familie, denn sie stellt das Rudel dar, zu welchem sich der Hund zugehörig fühlt. Hier soll er nicht schlechter gestellt sein als die übrigen Familienmitglieder.

Wer dies ebenso sieht, kann mit der Fleischsaftgarung einen erheblichen Teil zum Wohlbefinden des Hundes beitragen.

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