REAL NATURE WILDERNESS Nassfutter: drei Geschmacksrichtungen im Test 2021

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Real Nature Wilderness ist eine Eigenmarke von Fressnapf. Die Wilderness Sorten sollen besonders natürlich sein und dem Fressverhalten der Wölfe nachempfunden sein. Das ist schon am Aufdruck der Dosen zu erkennen: Wölfe in ihrer natürlichen Umgebung. Wir testen die Sorten Real Nature Wilderness Pure Turkey, Real Nature Wilderness Deep Forest und Real Nature Wilderness Open Prairies.

Der Nassfuttertest mit Real Nature

Hunde sind Carni-Omnivoren. Sie brauchen möglichst viel Fleisch. Aber auch Gemüse, Obst und Öle sind wichtig, um die Fellnase gesund zu ernähren und ihnen dadurch ein langes Leben zu ermöglichen. Wir haben bisher schon zahlreiche Futtertests gemacht. Jetzt wollen wir die häufig gefütterten Nassfuttersorten aus dem Hause Fressnapf unter die Lupe nehmen.

Was ist drin?

Real Nature Wilderness Pure Turkey lässt vermuten, was im Futter enthalten ist, nämlich lediglich Truthahn. Die anderen beiden Sorten lassen das nur erahnen. Deep Forest könnte Fleisch von Wildtieren enthalten. Unser Open Prairies können wir uns erst mal nur wenig vorstellen. Hier könnte das verwendete Fleisch recht exotisch sein.

Real Nature Wilderness Pure Turkey

Zusammensetzung

70% Pute (aus Herzen, Lebern, 14% Fleisch, Hälsen, Mägen), 25% Putenbrühe, 1,7% Süßkartoffeln, 1,5% Kürbis, 1% Mineralstoffe, 0,3% Lachsöl, 0,2% Löwenzahn, 0,1% Schafgarbe, 0,1% Brennnesseln, 0,1% Weißdornblätter

Feuchtegehalt 77%

Zusatzstoffe pro kg

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin A 2000 IE, Vitamin D3 200 IE, Vitamin E 25mg, Kupfer (Kupfer (II)-sulfat, Pentahydrat) 1mg, Jod (Calciumjodat, wasserfrei) 0,75mg, Zink (Zinksulfat, Monohydrat) 18mg.

Analytische Bestandteile

Protein 8,9%, Fettgehalt 6,3%, Rohasche 2,6%, Rohfaser 1,3%, Calcium 0,33%, Phosphor 0,21%.

Real Nature Wilderness Deep Forest

Zusammensetzung

45% Wildschwein (aus Herzen, Lungen, Lebern, 8% Fleisch), 25% Hirsch (aus Herzen, Lungen, Lebern, 15% Fleisch), 25% Wildbrühe, 3,2% Äpfel, 1% Mineralstoffe, 0,3% Lachsöl, 0,2% Löwenzahn, 0,1% Schafgarbe, 0,1% Brennnesseln, 0,1% Weißdornblätter.

Feuchtegehalt 76,5%

Zusatzstoffe pro kg

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin A 2000IE, Vitamin D3 200 IE, Vitamin E 25mg, Kupfer (Kupfer (II)-sulfat, Petahydrat) 1mg, Jod (Kalziumjodat, wasserfrei) 0,75mg, Zink (Zinksulfat, Monohydrat) 18mg.

Analytische Bestandteile

Protein 10,4%, Fettgehalt 5,3%, Rohasche 2,6%, Rohfaser 0,8%, Calcium 0,33%, Phosphor 0,21%.

Unser Prager Rattler macht den Test mit REAL NATURE WILDERNESS.

Unser Prager Rattler macht den Test mit REAL NATURE WILDERNESS.

Real Nature Wilderness Open Prairies

Zusammensetzung

50% Rind (aus Herzen, 10% Fleisch, Lungen, Lebern), 25% Rinderbrühe, 20% Känguru (aus Herzen, Lungen, 5% Fleisch, Schlund), 3,2% Aprikosen, 1% Mineralstoffe, 0,3% Lachsöl, 0,2% Löwenzahn, 0,1% Schafgarbe, 0,1% Brennnesseln, 0,1% Weißdornblätter.

Feuchtegehalt 77%

Zusatzstoffe pro kg

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin A 2000IE, Vitamin D3 200 IE, Vitamin E 25mg, Jod (Calciumjodat, wasserfrei) 0,75mg, Kupfer (Kupfer (II)-sulfat, Pentahydrat) 1mg, Zink (Zinksulfat, Monohydrat) 18mg.

Analytische Bestandteile

Protein 10%, Fettgehalt 5%, Rohasche 2,5%, Rohfaser 0,8%, Calcium 0,33%, Phosphor 0,21%

Unsere Bewertung der Inhaltsstoffe

In sämtlichen Nassfuttersorten von Real Nature Wilderness ist kein Getreide enthalten. Das finden wir gut, denn Getreide kann von Hunden nicht so gut verdaut werden und ist für Vierbeiner mit Unverträglichkeiten nicht geeignet. Den Sorten wurde 25 Prozent Fleischbrühe hinzugefügt. Das machen leider viele Hersteller. Fleischbrühe liefert nur wenige Nährstoffe, erhöht aber das Gewicht des Futters. So wird der Inhalt künstlich gestreckt und um den Hund mit allen Nährstoffen versorgen zu können, müssen die Nährstoffe künstlich hinzugefügt werden.

Auf den Dosen ist aufgedruckt, dass sie zu 95 Prozent aus Fleisch und Fleischbrühe bestehen. Das lässt vermuten, dass es beinahe nur aus Fleisch besteht. Hier ist, durch die Verwendung von Innereien und anderer tierischer Produkte sowie Brühe, jedoch deutlich weniger Frischfleisch enthalten. Dennoch ist das Design irreführend. Unserer Meinung nach könnte der Anteil an Gemüse und Obst etwas erhöht werden und dafür die Fleischbrühe reduziert, wenn nicht sogar komplett weggelassen werden.

Zutaten und Herstellungsverfahren: Wie wird Nassfutter produziert?

Nassfutter wird aus einer Rohmasse hergestellt, die in Dosen, Schalen oder Pouchs gefüllt und darin über einen längeren Zeitraum gekocht wird. Im Einzelnen gibt es deutliche Unterschiede bei den Nassfuttern. Manche Nassfutter werden so verändert, dass das Futter wirkt wie echte Fleischstücke. Oft sind tierische Nebenerzeugnisse ein hoher Bestandteil des Futters. Manche Unternehmen verwenden Proteine von Hühnerfedern, statt Fleischproteine zu verarbeiten.

Sehr oft wird Wasser, Sauce oder Brühe ergänzt, um das Futtervolumen künstlich zu vergrößern. Das Nassfutter benötigt dadurch oft Lockstoffe wie Geruchs- und Geschmacksverstärker. Hunde müssen von verdünntem Nassfutter eine größere Menge fressen, um den Nährstoffbedarf zu decken, was Magen und Verdauungssystem belasten. Eine Alternative hierzu ist die Fleischsaftgarung.

Die Fleischsaftgarung

Fleischsaftgarung ist eine Zubereitungsart von Frischfleisch. Dabei wird reines Muskelfleisch verwendet. Keine Innereien und kein Fleischmehl. Bei der Fleischsaftgarung wird Frischfleisch, im eigenen Saft gart. Für die Nassnahrung wird das Frischfleisch nur sehr kurz erhitzt. Diese Kurzgartechnik ist nur in einem Tetra Recart �- Karton möglich.

Die Kerntemperatur des Frischfleisches wird über die schmalen Seiten des Tetra Recart �- Kartons sehr schnell erreicht. Durch die Kurzgartechnik werden alle natürlichen Nährstoffe von Fleisch und Fleischsaft geschont. Das Volumen wird nicht künstlich durch Wasser, Sauce oder Brühe vergrößert. Aus diesem Grund ist die bedarfsdeckende Nahrungsmenge deutlich kleiner als beim herkömmlichem Nassfutter. Das wirkt sich positiv auf die dauerhafte Gesundheit aus.

Fleischsaftgarung wird durch den TÜV kontrolliert und so zu einer vertrauenswürdigen Zubereitungsmethode für Hundenahrung. Der TÜV prüft nämlich, ob die deklarierte Frischfleischmenge für die Nassnahrung verwendet wird. Die Prüfung durch den TÜV bezieht auch die Gesundheit des Vierbeiners mit ein. Die Nahrung wird auf sämtliche gängigste Schadstoffe geprüft. So beispielsweise auf bestimmte Keime, Bakterien, Schimmelpilze und Schwermetalle.

Der Praxistest mit Real Nature Wilderness Nassfutter

Nun wird es Zeit, die Dosen zu öffnen. Zunächst stellen wir fest, dass das Futter sehr einheitlich aussieht. Man sieht sofort den hohen Feuchtigkeitsanteil. Zudem stellen wir fest: Alle drei Futtersorten riechen gleich. Und das, obwohl Pute, Rind, Fisch, Wildschwein und Hirschfleisch enthalten sind. Der Geruch dieser Fleischarten ist normalerweise sehr unterschiedlich.

Wir geben ein paar Löffel von jeder Sorte in jeweils drei Näpfe. Dabei fällt auf, dass das Nassfutter sehr weich ist. Das ist zwar gut für den Flüssigkeitshaushalt des Tieres, allerdings wissen wir, dass dadurch weniger Frischfleisch und mehr künstliche Nährstoffe enthalten sind. Der Geruch des Futters verändert sich zudem sehr stark, sobald man die erste Schicht aus der Dose gelöffelt hat. Es riecht angenehmer, sollte so aber nicht sein. Unserem Probanden Luke scheint das Futter aber zu schmecken.

Luke nimmt Real Nature Wilderness offensichtlich an.

Luke nimmt Real Nature Wilderness offensichtlich an.

Wie viel Futter wird benötigt?

Für unseren 2,2 kg wiegenden Prager Rattler liegt die empfohlene Fütterungsmenge bei etwa 150 g pro Tag. Da er zweimal täglich gefüttert wird, bekommt er pro Mahlzeit knapp 80 g. Hier würden sich die kleinen Dosen Nassfutter anbieten, da die 800 g Dosen zu lange offenstehen würden. Selbst mit einem Deckel verlieren die Dosen nach einer Weile an Geschmack und trocknen etwas aus.

Real Nature bei Stiftung Warentest

Das Trockenfutter von Real Nature Country Selection Alpine Adult wurde von Stiftung Warentest im Juni 2021 getestet. Trotz angewendetem Extrusionsverfahren schnitt das Futter mit „sehr gut“ ab. Erklären können wir uns das nur, da hier auch Kriterien wie Schadstoffe, Nutzerfreundlichkeit der Verpackung und Deklaration eine Rolle spielen. Nährstoffe wurden hier zwar zugesetzt und sind somit enthalten, allerdings ist diese Ernährung eines Hundes nicht natürlich. Unter den Premium-Hundefuttern schneidet PLATINUM am besten ab. Hier sind alle Nährstoffe enthalten, die ein Hund braucht. Am schlechtesten wurde Wolfsblut bewertet. Hier fehlt es an Aminosäuren und Kalium.

Unser Fazit zu Real Nature Wilderness Nassfutter

Am Markt für Hundefutter gibt es häufiger Tierfutter, dass eine sehr ursprüngliche und natürliche Ernährung vermittelt. So nutzt beispielsweise die Marke Wolfsblut im Namen, dem Aufdruck mit Wolfsbildern und exotischen Fleischarten den Vorfahren des Hundes als Qualitätsmerkmal von natürlichem Futter. Leider ist das oft nur Augenwischerei.

Die Produkte sind trotzdem industriell hergestellt, gestreckt oder enthalten zu wenig Frischfleisch. Besonders der Geruch des Futters ist uns negativ aufgefallen. Es riecht zwar genauso wie die meisten anderen Nassfutterarten, die es am Markt gibt. Allerdings sollten die unterschiedlichen Fleischsorten nicht alle identisch riechen.

Alle drei Sorten von Real Nature Wilderness riechen gleich.

Alle drei Sorten von Real Nature Wilderness riechen gleich.

Die natürlichste Ernährung ist und bleibt die Fütterung mit rohem Fleisch. Barfen ist ein Trend, der immer beliebter wird. Allerdings kann es für Neulinge etwas zu aufwendig sein. Werden die Zutaten beim Barfen falsch zusammengestellt, kann es auf Dauer gesundheitliche Folgen für die Fellnase haben. Daher eignet sich Nassfutter grundsätzlich auch für eine gesunde Ernährung. Allerdings sollte immer ein kritischer Blick auf die Inhaltsstoffe geworfen werden. Kurze Zutatenlisten mit viel Fleisch, Gemüse und Obst sowie hochwertige Öle sind ein gutes Qualitätsmerkmal.

Über den Autor

Julia Roß

Julia Roß ist noch neu im Team. Seit einigen Monaten hat auch sie eine Fellnase an ihrer Seite. Die kleine Fay ist ein Mix aus Beagle und Labrador und stellt seit ihrem Einzug die Welt ihres Frauchens auf den Kopf. Die Autorin studierte Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt und schreibt seither liebend gern über alles, was ihr Interesse weckt.

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