Einer tödlichen Magendrehung beim Hund vorbeugen?

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Der blanke Horror für jeden Hundebesitzer: Der geliebte Vierbeiner hat eine Magendrehung. Diese kommt sehr plötzlich und muss schnell operiert werden. Nur so besteht eine Chance, die Magendrehung zu überleben.

Was ist eigentlich eine Magendrehung?

Die Ursache einer Magendrehung ist bisher nicht eindeutig geklärt. Häufig sind große Hunde betroffen wie zum Beispiel die Deutsche Dogge, der Schäferhund und der Labrador. Bei einer Magendrehung gast sich der Magen auf und dreht sich. Wie stark die Drehung ist, variiert. Es ist allerdings eine Drehung von 360° C möglich.

Ein- und Ausgang des Magens verschießen sich, wodurch dieser immer stärker aufgast. Dabei wird die Blutversorgung abgeschnürt. Zu wenig Blut fließt zurück zum Herzen des Hundes, wodurch der Kreislauf instabil wird. Danach folgen Herzprobleme und Atemnot und das Gewebe stirbt ab.

Bei einer Magendrehung drehen sich auch andere Organe und werden ebenfalls geschädigt. Da hier jede Sekunde zählt, sollten Hundebesitzer der Magendrehung beim Hund vorbeugen.

 

Woran kann man eine Magendrehung erkennen?

Eine Magendrehung erkennt man an plötzlichen starken Schmerzen. Unruhe und der vergebliche Versuch zu erbrechen sind weitere Anzeichen. Zudem schwillt der Bauch an. Die Symptome treten oft nachts auf. Daher sollte der Hund nicht abgeschottet von seinem Besitzer schlafen.

Wie kann man einer Magendrehung beim Hund vorbeugen?

Nur wer die Risiken kennt, kann einer Magendrehung beim Hund vorbeugen. Da sie teils erblich bedingt ist, ist eine Minimierung der Risiken keine Garantie gegen eine Magendrehung. Allerdings kann so der ein oder andere Notfall vermieden werden.

Der sogenannte Futterbauch kann schnell zu einer gefährlichen Magendrehung führen. (Foto: shutterstock.com / Phuttharak)

Der sogenannte Futterbauch kann schnell zu einer gefährlichen Magendrehung führen. (Foto: shutterstock.com / Phuttharak)

Der sogenannte Futterbrauch führt unter anderem zu einer Magendrehung. Ein Futterbrauch entsteht, wenn Trockenfutter im Hundemagen aufquillt oder wenn Nassfutter mit Füllstoffen gestreckt sind und der Hund eine riesige Menge davon fressen muss, um seinen Nährstoffbedarf zu decken (Sie erkennen solche Nassfutter, wenn Sie die empfohlenen täglichen Fütterungsmengen mehrerer Anbieter vergleichen).

Für eine Magendrehung reicht dann oft schon eine ruckartige Bewegung. Neben hochwertigen Zutaten, ist auch die Herstellungsweise entscheidend für die Qualität des Futters.

Welches Hundefutter eignet sich, um einer Magendrehung beim Hund vorzubeugen?

Am häufigsten wird die Extrusion für die Herstellung von Trockenfutter verwendet. Hierbei wird ein Futterbrei in einem Extruder stark erhitzt und mit hohem Druck verarbeitet. Der Brei wird anschließend durch Öffnungen gepresst und zugeschnitten. Die Hauptbestandteile dieses Futters sind Getreide und Fleischmehle. Fleischmehle entstehen, wenn man Frischfleisch, Fette und den nährstoffreichen Fleischsaft entzieht. Extrudierte Hundefutter quellen immer auf.

Kaltgepresstes Hundefutter ist zumindest nicht immer eine gute Wahl, wenn man einer Magendrehung beim Hund vorbeugen möchte. Die Methode klingt zwar schonend und nährstoffreich, ähnelt allerdings eher der Produktion von Pressfutter für die Massentierhaltung. Hauptzutat von kaltgepresstem Hundefutter sind immer Maismehl, Reismehl, Knochenmehl oder Fleischmehl.

In Wasser gegeben zerfällt kaltgepresstes Hundefutter dann auch wieder schnell in seine Bestandteile, also Mehle. Manche kaltgepresste Hundefutter quellen aber auch stark auf. Dazu gehört z. B. Müller’s Naturhof Huhn.

Leider gibt es auch gebackene Hundefutter, die aufquellen. Dazu gehört z. B. Terra Canis Canireo. Zudem sind beim Backen hohe Temperaturen notwendig. Dabei kann Acrylamid entstehen. Nach einem Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erhöht Acrylamid potenziell das Risiko für Krebs und Veränderungen des Erbguts.

Stiftung Warentest berichtet im Magazin 06/2016, dass bei dem gebackenen Trockenfutter „Bubeck Pferdefleisch Nr. 89 Exzellent Vollnahrung“ eine hohe Belastung mit Acrylamid festgestellt wurde.

Wer auf der Suche nach einem Hundefutter ist, das nicht aufquillt, kommt an fleischsaftgegarter Hundenahrung nicht vorbei. Neben der hohen Verdaulichkeit liefert diese Nahrung durch eine schonende Zubereitung alle wichtigen Nährstoffe.

Hier werden keine hohen Temperaturen oder Druck eingesetzt, um die Rohstoffe zu verarbeiten. Zudem wird Frischfleisch verwendet. Fleischmehle oder andere aufquellende Produkte kommen hier nicht zum Einsatz.

Wie funktioniert die Fleischsaftgarung?

 

Die Fleischsaftgarung ist eine noch recht neue, innovative Methode. Frischfleisch steht bei dieser Zubereitungsart an erster Stelle. Damit dieses keine Nährstoffe verliert, wird es lange und nur im eigenen Fleischsaft gegart. Dafür sind keine hohen Temperaturen notwendig. So bleiben Nährstoffe und Geschmack erhalten.

Der Fleischsaft wird bei der Garung reduziert. Es bleibt eine hohe Restfeuchte enthalten, was die Nahrung kaubar-weich macht. Der große Vorteil ist, wie gesagt, dass diese Hundenahrung nicht im Magen aufquillt, wodurch eine Magendrehung beim Hund vermieden werden kann.

Wie kann man das Risiko außerdem minimieren?

Bekommt der Vierbeiner nach dem Fressen keine Ruhephase, ist das Risiko einer Magendrehung deutlich höher. (Foto: shutterstock.com / Vasil Dakov)

Bekommt der Vierbeiner nach dem Fressen keine Ruhephase, ist das Risiko einer Magendrehung deutlich höher. (Foto: shutterstock.com / Vasil Dakov)

Die Tagesration des Futters sollte auf mindestens zwei Portionen verteilt werden. Dadurch ist der Hundebauch nicht plötzlich stark gefüllt, was das Risiko einer Magendrehung drastisch erhöht.

Schlingen sorgt ebenfalls für ein höheres Risiko. Ein Anti-Schling-Napf kann hier Abhilfe schaffen. Alternativ kann man seinem Vierbeiner den Napf beim Fressen zwischendurch kurz wegnehmen.

Nach dem Fressen sollte der Vierbeiner Ruhe bekommen. Am besten sollte er 30 Minuten vor und nach den Mahlzeiten nicht Gassi geführt werden oder toben.

Zudem sollte darauf geachtet werden, dass der Vierbeiner nicht zu schnell zu viel trinkt. Hierbei entsteht eine große Flüssigkeitsansammlung im Magen des Hundes.

Was kann der Hundebesitzer bei einer Magendrehung tun?

Hundebesitzer haben keine Möglichkeit, selbst bei einer Magendrehung zu handeln. Abwarten sollte er jedoch auf keinen Fall. Der Tierarzt muss sofort informiert werden, damit er sich auf den Notfall und die nötige Operation vorbereiten kann. Bei einer Magendrehung zählt jede Minute.

Schon bei einem Verdacht sollten Hundebesitzer sofort zum Tierarzt fahren. Besonders bei einem nächtlichen Notfall hat der Tierarzt nicht zwingend die Möglichkeit, sofort zu operieren. Daher ist ein Anruf besonders wichtig.

Wie verläuft der Besuch beim Tierarzt?

Beim Tierarzt angekommen, legt der Veterinär zunächst Venenzugänge an den Vorderpfoten des Tieres. So kann der Kreislauf stabilisiert werden. Nachdem der Hund anschließend geröntgt wurde, ist die Magendrehung auf den Bildern deutlich zu erkennen.

Eine Sonde wird eingeführt, womit der Tierarzt versucht, das Gas aus dem Magen zu lassen, was für eine schnelle Erleichterung führt. Allerdings funktioniert dies nicht immer. Je stärker sich der Hundemagen gedreht hat, desto schwieriger ist es, dem Hund Abhilfe durch eine Sonde zu verschaffen.

Leidet der Hund an einer Magendrehung muss er schnelsstens zum Tierarzt. (Foto: shutterstock.com / SOMKKU)

Leidet der Hund an einer Magendrehung muss er schnelsstens zum Tierarzt. (Foto: shutterstock.com / SOMKKU)

Meistens muss der Hund dann operiert werden, um den Magen zurückzudrehen. Um einer erneuten Magendrehung vorzubeugen, wird der Magen des Hundes an der Bauchwand oder einer Rippe festgenäht. Ist beispielsweise die Milz des Hundes von der Magendrehung stark beschädigt, wird diese bei der Operation entfernt. Ohne dieses Organ kann der Vierbeiner gut leben, weshalb sich Hundebesitzer hierbei keine Sorgen machen müssen.

Der Aufenthalt in der Klinik nach dieser Operation variiert. Das hängt vom Alter und dem Zustand nach dem Eingriff ab. Manche Vierbeiner leiden anschließend noch an einer Herzrhythmusstörung und sollten eine Weile lang beobachtet werden. Manche Hunde können aber schon nach einem Tag wieder nach Hause zurückkehren.

 

Fazit

Einer Magendrehung sollte möglichst vorgebeugt werden. Nicht nur das Tier leidet bei diesem Notfall stark. Auch dem Hundebesitzer macht die Magendrehung des geliebten Vierbeiners zu schaffen. Erkennt man eine mögliche Magendrehung, sollte dennoch Ruhe bewahrt werden, um sofort gehandelt werden.

Um einer Magendrehung beim Hund vorzubeugen ist ein Hundefutter zu wählen, dass mit Sicherheit nicht aufquillt. Hier ist man bei Hundenahrung aus Fleischsaftgarung auf der sicheren Seite. Wer die Risiken kennt, kann einer Magendrehung beim Hund vorbeugen und dem Vierbeiner ein langes und glückliches Hundeleben verschaffen.

Über den Autor

Julia Roß

Julia Roß ist noch neu im Team. Seit einigen Monaten hat auch sie eine Fellnase an ihrer Seite. Die kleine Fay ist ein Mix aus Beagle und Labrador und stellt seit ihrem Einzug die Welt ihres Frauchens auf den Kopf. Die Autorin studierte Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt und schreibt seither liebend gern über alles, was ihr Interesse weckt.

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