Haustiere: Welches Haustier passt zu mir?

Haustiere bereichern unser Leben – sie sind uns ein guter Freund, lassen uns bewusst Verantwortung übernehmen und nehmen eine wichtige Rolle in unserem Alltag ein. Viele Menschen wünschen sich ein Haustier, doch welches passt am besten zu Ihnen? Die Auswahl ist groß: zahlreiche Hunde- und Katzenrassen, Meerschweinchen, Hasen oder Hamster, ein Aquarium mit Fischen, Schlangen oder Vögel – die Liste könnte noch weiter geführt werden.

Welches Haustier? Diese Frage will gut überlegt sein.

Bevor Sie sich also Hals über Kopf in das Projekt Haustier stürzen, sollten Sie zunächst einmal gut überlegen, welches Tier zu ihrer aktuellen Lebenssituation passt. Sind Sie beruflichen stark eingebunden? Haben Sie Kinder? Reagieren Familienmitglieder wohlmöglich allergisch auf Tierhaare? Wie viel Zeit können Sie tagsüber in ein Tier investieren? Wie sieht der finanzielle Rahmen aus?

All diese Fragen müssen im Voraus geklärt werden, damit es nicht zu einer späteren Enttäuschung kommt. Aus diesem Grund stellen wir Ihnen hier die wichtigsten Fakten über Haustiere vor und geben Tipps, welches Tier am besten zu Ihnen passt. Denn haben Sie das perfekte Tier für sich gefunden, wollen Sie es mit Sicherheit nicht mehr gehen lassen!

Menschen sind entweder Katzen- oder Hundefreunde.

Menschen sind entweder Katzen- oder Hundefreunde. (#01)

Die Katze als Haustier

Deutsche lieben Haustiere – europaweit ist Deutschland das Land mit den meisten Haustieren. Im Jahr 2015 lebten rund 30 Millionen tierische Mitbewohner in der Bundesrepublik. Hunde und Katzen zählen zu den beliebtesten Haustieren hierzulande. Tatsächlich entstehen oft hitzige Debatten über diese beiden so unterschiedlichen Arten: Menschen sind entweder Katzen- oder Hundefreunde, so sagt man.

Tatsächlich leben 12,9 Millionen Katzen sowie 7,9 Millionen Hunde in deutschen Haushalten. Pauschal kann natürlich nicht beurteilt werden, ob generell Hunde oder Katzen die besseren Haustiere sind – das kommt sowohl auf die Persönlichkeit des Menschen als auch das Wesen des Tieres an. Dennoch können Hunde und Katzen einige unterschiedliche Eigenschaften zugesprochen werden, die eine Entscheidung mitunter erleichtern können.

Generell muss bei der Anschaffung eines Haustieres zunächst der wichtigste Punkt geklärt werden: kann ich dem Tier eine artgerechte Haltung bieten? Nur wer diese Frage mit „Ja“ beantworten kann, sollte dazu übergehen, die nächsten Schritte einzuleiten. Für eine Katze bedeutet das konkret, dass sie Zugang ins Freie hat. Wohnen Sie in einer hochgelegenen Wohnung und ist es Ihnen aus diesem Grund nicht möglich, der Katze Freigang zu gewährleisten, sollten Sie unbedingt zwei Stubentiger halten. Wichtig ist auch das Anbringen eines Netzes, sofern ein Balkon vorhanden ist.

Katzen sind sehr pflegeleicht, können sich auch über längere Zeit mit sich selbst beschäftigen und müssen nicht mehrmals am Tag Gassi geführt werden. Einer der Hauptgründe, warum Katzen so beliebt sind, ist, dass diese Vierbeiner äußerst verschmust sind: Katzen sind generell ständig auf der Suche nach warmen Orten wie dem Ofen, Bett oder dem gemütlichen Sessel und gesellen sich gerne auch zu einem auf den Schoß. Das für Katzen typische Schleichen um die Beine der Menschen sowie das Drauflegen auf Ihr Herrchen oder Frauchen ist für die Stubentiger von großer Bedeutung, da so ein eigener Gruppengeruch entsteht.

Zudem betrachten Katzen Menschen als Muttertier und deuten Streicheln und jede andere Form der positiven Aufmerksamkeit als eine liebevolle Form von Zuneigung.

Der Hund wird nicht umsonst als der beste Freund des Menschen bezeichnet.

Der Hund wird nicht umsonst als der beste Freund des Menschen bezeichnet. (#02)

Der Hund als Haustier

Der Hund wird nicht umsonst als der beste Freund des Menschen bezeichnet: diese Vierbeiner sind sehr loyal, betrachten ihr Herrchen bzw. Frauchen als Rudelführer, suchen gerne Kontakt zu Menschen und sind ein verlässlicher Mitbewohner. Da jedes Tier, ebenso wie jeder Mensch, seine eigene Persönlichkeit hat, kann nicht vorausgesagt werden, welcher Hund besonders verschmust und ein guter Freund ist.

Einige Rassen, wie beispielsweise der Labrador oder Golden Retriever, sagt man jedoch besonders familienfreundliche Charakterzüge nach: sie sind freundlich, gutmütig und vertragen sich meist gut mit anderen Hunden. Auch wenn die Vorstellung eines solch treuen Freundes noch so schön klingt, sollte nicht vergessen werden, dass Hunde auch viel Arbeit bedeuten. So muss mit den Vierbeinern täglich mindestens drei Mal Gassi gegangen werden, davon zwei Mal für mindestens eine Stunde.

Manche Rassen haben einen besonders großen Bewegungsdrang und müssen, für ein glückliches Wohlbefinden, noch länger an der frischen Luft toben können. Das bedeutet konkret: Ihr Hund möchte auch raus, wenn Sie es sich gerade vor dem Fernseher gemütlich gemacht haben und es draußen in Strömen regnet. Da Hunde sich zudem eng an eine Bezugsperson binden, sind Sie mitunter in Ihren Urlaubswünschen stark eingeschränkt, es sei denn, Sie haben Nachbarn, Freunde oder Familie, dich sich gerne um Ihren Vierbeiner kümmern.

Zudem müssen Hunde zumindest in Grundzügen erzogen werden und sollten aus diesem Grund einen Kurs in einer Hundeschule besuchen, der, je nach Anbietern, zwischen 150 und 200 Euro kostet. Der Anschaffungspreis eines Vierbeiners variiert stark; bestehen Sie auf einen Rassehund, muss tief in die Tasche gegriffen werden.

Monatlich müssen Sie mit Kosten um die 90 Euro rechnen, da Sie neben dem Futter (ca. 50 Euro) sowie der Tierarztkostenrücklage (20 bis 30 Euro) auch eine Versicherung für Ihren Liebling abschließen sollten (fünf bis zehn Euro). Sind Sie bereit, all dies aufzunehmen, werden Sie belohnt mit einem treuen Freund, der sich stark an Sie bindet, seine Liebe und Zuneigung offen zeigt, Ihr Selbstbewusstsein stärkt und gerne mit Ihnen spielt und tobt.

Nagetiere sind bei Kindern sehr beliebt, da sie handlich sind, einfach hochgenommen werden können und ein kuscheliges Fell haben.

Nagetiere sind bei Kindern sehr beliebt, da sie handlich sind, einfach hochgenommen werden können und ein kuscheliges Fell haben. (#03)

Nagetiere als Haustier

Nagetiere sind bei Kindern sehr beliebt, da sie handlich sind, einfach hochgenommen werden können und ein kuscheliges Fell haben. Tatsachlich sind aber sowohl Meerschweinchen als auch Kaninchen eher nicht für kleine Kinder geeignet, da diese Tiere, im Gegensatz zu beispielsweise Hunde und Katzen, Schmerzempfinden nicht deutlich ausdrücken können und dadurch die erhöhte Gefahr besteht, Ihnen zu schädigen. Tatsächlich mögen diese Tiere auch nicht hochgenommen zu werden, da dies ein typisches Beuteverhalten darstellt.

Ältere Kinder und Jugendliche, die dies verstehen, können sich trotzdem an diesen Nagetieren erfreuen. Mit viel Zuwendung werden Nager handzahm und können Streicheleinheiten somit auch genießen. Sowohl Meerschweinchen als auch Kaninchen sollten niemals alleine, sondern mindestens als Pärchen gehalten werden. Zudem benötigen sie sehr viel Platz (mindestens zwei Quadratmeter pro Tier) und leben bevorzugt draußen.

Nager sind sehr pflegeleicht und bedürfen neben einer zweimaligen Reinigung ihrer Klostelle pro Woche lediglich ausreichend Futter (Heu sowie frische Karotten, Salat, Äpfel) und Wasser, damit es ihnen gut geht. Die monatlichen Kosten belaufen sich sowohl bei Kaninchen als auch bei Meerschweinchen auf zehn bis 15 Euro.

Mäuse und Ratten sind sehr zahme Tiere und gute Spielpartner, weswegen sie als Haustier für Kinder recht gut geeignet sind. Leider haben diese Tiere keine hohe Lebenserwartung und sterben meist schon im Alter von zwei Jahren. Zudem riechen sie stark, weswegen der Käfig alle zwei Tage gereinigt werden muss. Mäuse und Ratten sind Gruppentiere, und sollten aus diesem Grund mindestens zu zweit gehalten werden. Zudem benötigen diese Tiere, um sich wohl zu fühlen, Versteckmöglichkeiten, Wasser, frisches Obst und Gemüse, Nagemöglichkeiten sowie ausreichend Körnerfutter.

Hamster sind als Haustiere für Kinder eher ungeeignet, da sie nachtaktiv sind (deswegen sollten sie auf keinen Fall direkt im Kinderzimmer stehen) und tagsüber viel schlafen. Die Kosten für einen Hamster sind sehr niedrig und belaufen sich im Monat auf ca. zehn Euro.

Fische sind wohl die pflegeleichtesten Haustiere

Fische sind wohl die pflegeleichtesten Haustiere. (#04)

Fische als Haustiere

Fische sind wohl die pflegeleichtesten Haustiere – für ihr Wohlbefinden benötigen sie lediglich sauberes Wasser, das durch einen Filter gereinigt wird, und regelmäßiges Futter. Da die meisten Fische jedoch sehr empfindlich sind, sind Fachkenntnisse für die artgerechte Haltung dieser Tiere erforderlich, damit diese lange leben. Zudem sind die Anschaffungskosten relativ hoch: ein Aquarium mit entsprechendem Zubehör wie Wasserpflanzen oder Steinhöhlen sowie einem anfänglichen Fischbestand kostet ab 100 Euro aufwärts.

Die Kosten für zwei Sittiche belaufen sich auf ca. 15 Euro pro Monat.

Die Kosten für zwei Sittiche belaufen sich auf ca. 15 Euro pro Monat. (#05)

Vögel als Haustiere

Mit viel Zuwendung können Wellen- und Nymphensittiche zahm werden. Da es sich bei diesen Tieren um Schwarmvögel haltet, dürfen sie auf keinen Fall alleine gehalten werden. Damit es den Vögeln gut geht, sollten sie in einem großen Vogelkäfig leben und auch regelmäßig frei fliegen dürfen. Die Kosten für zwei Sittiche belaufen sich auf ca. 15 Euro pro Monat.

Die Hauptverantwortung für ein Tier obliegt immer bei den Eltern.

Die Hauptverantwortung für ein Tier obliegt immer bei den Eltern. (#07)

Ein Haustier für die Familie

„Ich hätte so gerne ein eigenes Haustier!“ – mit diesem Satz werden die meisten Eltern in ihrem Leben konfrontiert. Kinder wünschen sich meist ein Haustier als treuen Freund, Spielkameraden und Wegbegleiter. Auch die Tatsache, dass Kinder durch ein Haustier wichtige Kompetenzen wie Rücksichtnahme, Respekt, Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen lernen, ist hinreichend belegt. Dennoch sollten Eltern diesem Wunsch nur dann zustimmen, wenn sie sich absolut sicher sind.

Denn: die Hauptverantwortung für ein Tier obliegt immer bei den Eltern. Es besteht die Möglichkeit, dass Ihr Kind das Interesse an seinem Haustier verliert und die Eltern dann bereit sein müssen, die Pflege für dieses Lebewesen zu übernehmen und das für eine sehr lange Zeit: so werden Katzen bis zu 20,Vögel zwischen zehn und 15 und selbst Meerschweinchen fünf bis sechs Jahre alt. Das Tier bleibt wohlmöglich somit noch bei Ihnen, selbst wenn Ihr Nachwuchs längst ausgezogen ist und seinen eigenen Weg geht. Bei der Überlegung, ein neues Familienmitglied anzunehmen, sollten somit immer absehbare Entwicklungen berücksichtigt werden.

Auch der finanzielle Aspekt sollte vor der Anschaffung eines Haustieres berücksichtigt werden.

Auch der finanzielle Aspekt sollte vor der Anschaffung eines Haustieres berücksichtigt werden. (#06)

Was kostet das Haustier?

Auch der finanzielle Aspekt sollte vor der Anschaffung eines Haustieres berücksichtigt werden. Zu Beginn muss, je nach Tierart, ein mehr oder weniger hoher Betrag in die Erstausstattung investiert werden. So brauchen Katzen einen Kratzbaum, ebenso wie Hunde einen Futter- und Fressnapf sowie Spielzeug. Hunde benötigen eine Leine, Vögel eine ausreichend große Voliere, Kaninchen und Meerschweinchen einen großzügigen Käfig für den Außenbereich.

Hinzu kommen laufende Futterkosten (für eine Katze ca. 30 Euro im Monat, für einen Hund um die 50 Euro, für ein Pärchen Wellen- oder Nymphensittiche ca. 15 Euro sowie für zwei Meerschweinchen oder Kaninchen zwischen 20 und 30 Euro). Des Weiteren muss mit Tierarztkosten gerechnet werden für regelmäßige Impfungen sowie für die Kastration bzw. Sterilisation. Gerade Rassehunde kosten zudem mehrere hundert Euro. Wollen Sie einem Tier ein neues Zuhause schenken, informieren Sie sich am besten in einem Tierheim in Ihrer Nähe.

Wollen Sie unbedingt ein Jungtier: gerade Katzen vermehren sich oft ungeplant, sodass viele Kitten meist kostenlos oder für einen geringen Betrag abzugeben sind. Ist die Entscheidung für ein Haustier gefallen, müssen vor dem Einzug des neuen Mitbewohners einige Regeln aufgestellt werden. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass ein Haustier in erster Linie immer Lebewesen, erst danach Spielkamerad ist. Kinder müssen lernen, auf die Bedürfnisse des Tieres zu achten. So erfahren sie, dass auch das neue Familienmitglied seine Ruhe braucht und sich zurückziehen möchte, der Futter- und Wassernapf nur ihm gehört und das Tier es nicht möchte, am Schwanz gezogen zu werden.

Da Tiere auf eine andere Art und Weise ihre Bedürfnisse ausdrücken, lernen Kinder, diese Signale zu erkennen und sie zu deuten. Nur durch einen gegenseitigen rücksichtsvollen Umgang kann eine enge Beziehung aufgebaut werden. So besteht sogar die Möglichkeit, dass sich Ihr Kind durch ein Haustier positiv verändert: schüchterne Kinder werden selbstbewusster durch die Treue ihres neuen Freundes, während die Ruhe eines Tieres durchaus auch auf ein sehr hibbeliges Kind abfärben kann.

Falls Sie sich Sorgen über mögliche Krankheiten machen: wenn Sie Ihr neues Familienmitglied regelmäßig beim Tierarzt vorstellen und impfen lassen, ist es durchaus auch nicht tragisch, wenn ein kleines Kind mal ein Spielzeug Ihres Haustieres in den Mund nimmt.

Je nach Alter des Kindes obliegt die Pflege des Tieres meist bei den Eltern. Jedoch können auch kleine Kinder schon miteinbezogen werden: sanftes Bürsten, die Wasserschale auffüllen oder Futter reichen sind Möglichkeiten, Kinder schon früh die Verantwortung für ein Lebewesen nahe zu bringen. Eltern sollten zudem immer die Interaktion zwischen ihrem Kind und dem Tier beobachten, da besonders jüngere Kinder Zurückhaltung erst lernen müssen. Ist ein Kind zu übergriffig, bedeutet dies großen Stress für das Tier und es reagiert entweder mit defensivem Verhalten und zieht sich zurück oder, wenn es sich angegriffen fühlt, kann es das Kind auch attackieren.

Aus diesem Grund müssen Kinder zunächst lernen, sich selbst im Umgang mit dem Tier zu kontrollieren. Es ist die Pflicht der Eltern, ihren Kindern zu vermitteln, dass das Haustier ein neues Familienmitglied mit eigenen Bedürfnissen und Gefühlen ist und kein Spielzeug. Die Frage, welches Tier für ein Kind am besten ist, kann pauschal nicht beantwortet werden.

Sucht ihr Kind in einem Haustier jedoch einen Freund zum Schmusen, Streicheln und Spielen, eignen sich dafür einige Tierarten nicht (wie beispielsweise Meerschweinchen und Kaninchen). Denn: ob ein Tier tatsächlich zahm wird, ist nicht voraussehbar.Jedoch können Kinder, gerade auch durch Nagetiere wie Meerschweinchen und Kaninchen, lernen, dass auch das Beobachten und die Versorgung eines Vierbeiners Freude bereitet. Kinder lernen auf diese Weise, Lebewesen so zu akzeptieren und zu lieben, wie sie sind.

Damit es im Nachhinein nicht zu Stress und Enttäuschung kommt, sollten vor der Anschaffung eines neuen Mitbewohners alle Familienmitglieder einen Allergietest machen, um auszuschließen, dass eine Allergie gegen Tierhaare oder auch Kleintier-Einstreu oder Gefiederstaub von Vögeln besteht.


Bildnachweis:© DoraZett-#01:Photocreo Bednarek-#02:ZoomTeam-#03:anutaray-#04:Satit _Srihin-#05: sathopper-#06: fotowebbox-#07:Jenny Sturm

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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