Hamster für Kinder: Hamster richtig halten

Hamster sind putzige Tiere und stehen nicht umsonst auf der Wunschliste vieler Kinder, die unbedingt ein Haustier haben möchten. Dabei kommen fünf verschiedene Hamsterarten infrage, von denen allein vier zu den Zwerghamstern gehören. Auf Getreidefeldern sind teilweise noch wild lebende Hamster zu finden, diese gelten aber als Vorratsschädlinge und werden daher verfolgt. Dies führte in der Vergangenheit dazu, dass die Tiere vom Aussterben bedroht sind. Als Haustiere sind sie nicht geeignet.

Hamster und Kinder: Ewige Freundschaft?

Hamster für Kinder: Hamster richtig halten

Hamster für Kinder: Hamster richtig halten

Von einer ewigen Freundschaft kann schon aus dem Grund nicht gesprochen werden, weil mittelgroße Hamster nur zwei bis drei Jahre alt werden, bei Zwerghamstern ist von einer maximalen Lebenserwartung von 1,5 bis zwei Jahren auszugehen.

Dazu kommt, dass Hamster nacht- bzw. dämmerungsaktiv sind: Wenn sie aktiv werden, sollen Kinder schlafen. Wenn die Kleinen etwas mit ihrem Haustier anfangen wollen, wenn sie sich darum kümmern und es streicheln wollen, möchte der vierbeinige Hausbewohner seine Ruhe haben. Nachts dafür geht der Lärm im Käfig los. Ein Hamster hat somit nichts im Kinderzimmer zu suchen und ist als Haustier für Kinder schlecht geeignet. Wenn es denn unbedingt ein Hamster sein muss, dann am ehesten ein Goldhamster, denn die kleinen Zwerghamster sind in ungeschickten Kinderhänden einfach zu zerbrechlich.

Hamster: Lieber einsam und allein oder Chaos in der Gruppe?

Grundsätzlich sind Hamster Einzelgänger. Werden sie in einer Gruppe gehalten, bedeutet das für alle Tiere nur Stress. Normalerweise finden sich die Tiere lediglich zur Paarung und Aufzucht der Jungen, selbst der Nachwuchs aus einem Wurf fängt nach drei bis vier Wochen an, sich zu bekämpfen. Die Tiere müssen dann sofort getrennt werden.

Dies gilt nicht nur für Mittel-, sondern auch für Zwerghamster. Sie leben in der Wildnis nur selten in größeren Herdenverbänden und gehen sich doch lieber aus dem Weg. In der Heimtierhaltung ist es teilweise möglich, Wurfgeschwister zusammen zu halten, teilweise akzeptiert auch die Mutter ihre Töchter. Verschiedengeschlechtliche Tiere können nur gemeinsam gehalten werden, wenn wenigstens die Männchen kastriert werden, allerdings übernehmen nicht alle Tierärzte diese Aufgabe.

Wer sich für die Gruppenhaltung entscheidet, sollte immer ein zweites Hamsterheim griffbereit haben – das Zusammenleben kann sich bei diesen Tieren plötzlich schwierig gestalten.

Wichtig: Leben die Tiere zusammen, müssen sie auch immer gemeinsam aus ihrem Käfig genommen werden. Das heißt, der Transport zum Tierarzt steht für alle an, auch der Freilauf muss allen gewährt werden. Andernfalls verliert das herausgenommene Tier rasch einen Gruppengeruch und wird nicht mehr akzeptiert. Eine Zusammenführung ist dann unmöglich.

Hamster: Schöner wohnen!

Hamster brauchen ein geeignetes Heim, in dem sie sich wohl und sicher fühlen können. Der Freilauf im Haus ist nicht möglich, weil ein normales Heim viel zu viele Gefahren für Hamster bietet. Außerdem bedeutet es Stress für die Tiere, wenn sie im gesamten Haus unterwegs sein dürfen und überall auf der Hut vor Feinden sein müssen.

Die Mindestgröße des Käfigs sollte 100 x 40 cm nicht unterschreiten, denn Hamster sind zwar klein, haben aber einen großen Bewegungsbedarf. Die Höhe des Käfigs darf 40 cm auf keinen Fall unterschreiten. Werden mehrere Hamster gemeinsam gehalten, muss die Grundfläche pro Tier mindestens 60 x 40 cm betragen. Hamster haben eine höhere Lebenserwartung, wenn sie mehr Platz zur Verfügung haben. Sehr schön sind mehrere Ebenen in der Behausung, die dann natürlich entsprechend hoch sein muss. Wichtig: Hamster knabbern gern Holz an, daher ist unbedingt auf die Verwendung von ungiftigen Holzarten bei Nachbauten im Nagerheim zu achten.

Zwerghamster sind zwar kleiner, brauchen aber sehr viel Platz. Sie bewegen sich gern und viel, außerdem lieben sie es, in der Erde zu graben.

Der Hamsterkäfig sollte nicht auf dem Fußboden stehen. Ideal ist ein kleiner Tisch oder Schrank mit einer Höhe von 65 cm als Untersatz, so hat der Hamster ein wenig Überblick über den Raum. Zudem sollte der Käfig von zwei Seiten weder Blicke noch Licht durchlassen.

Die Temperatur im Raum sollte zwischen 18 und 26 °C liegen, Hamster lieben Wärme. Die Luftfeuchtigkeit beträgt idealerweise zwischen 40 und 70 Prozent. Direkte Sonneneinstrahlung ist ebenso zu vermeiden wie die benachbarte Heizung. Hier besteht in beiden Fällen die Gefahr der Überhitzung des Tieres. Ist es hingegen zu kalt, fallen Hamster in die Winterstarre, was auf Dauer tödlich enden kann. Die Unterschiede zwischen den Temperaturen am Tag und in der Nacht sollten zudem nicht zu groß sein.

Als Hamsterheim kommt ein Gitterkäfig in Betracht, auch ein Terrarium aus Glas ist akzeptabel. Käfige aus Plastik oder Röhrensysteme sind nicht empfehlenswert, denn Hamster fressen nun einmal alles an. Die Kunststoffteilchen, die sie dabei abnagen, können aber rasch zum Tode führen. Daher sind auch Spielzeuge aus Plastik nicht geeignet.

Hamster haben immer Hunger!

Hamster sind kleine Vielfraße und sollten daher bewusst ernährt werden. Sie fressen allerdings alles und machen auch vor giftigen Dingen und Plastik nicht Halt. Normalerweise sollte ihre Nahrung hauptsächlich vegetarisch ausgerichtet sein, dennoch stehen in der Natur Larven, Würmer und kleine Vögel auf dem Speiseplan. Der Halter muss somit unbedingt auf Ausgewogenheit der Nahrung achten. Ideal ist es, wenn das Futter pro Woche aus ungefähr 120 g Trockenfutter, 80 g Saftfutter, 30 g tierischer Nahrung und max. 20 g Leckerlis besteht. Dabei wird von einem ausgewachsenen Hamster ausgegangen, junge Tiere benötigen entsprechend weniger Nahrung. Zwerghamster brauchen nur die Hälfte der angegebenen Mengen. Dafür ernährt sich der Zwerghamster in der Natur zu rund 50 Prozent aus Lebendfutter – eine Unterversorgung mit tierischem Eiweiß muss unbedingt vermieden werden, sie senkt die Lebenserwartung drastisch.

Zusätzliche Vitamine oder Mineralstoffe müssen nicht gegeben werden, wenn die Nahrung ausgewogen ist. Bei einer Krankheit hingegen können entsprechende Präparate das Immunsystem stützen. Ein Leckstein für Hamster kann sinnvoll sein, hier hat das Tier die freie Wahl über eine zusätzliche Mineralstoffaufnahme.

Wichtig: Der Hamster braucht regelmäßig Heu und Stroh zur Verfügung, er benötigt die enthaltenen Rohfasern für seinen Stoffwechsel. Außerdem wird das Raufutter für den Nestbau eingesetzt.

Hamster richtig pflegen

Hamster sind sehr saubere Tiere und widmen sich gern der Fellpflege. Der Halter muss allerdings dafür sorgen, dass der Nagerkäfig immer sauber ist, bei nachlässiger Pflege wird das Tier schnell krank. Die Pflege von Zähnen und Krallen bleibt dem Tier selbst überlassen, bei artgerechter Haltung muss hier nicht eingegriffen werden.

Mehrmals täglich wird ein Hamster mit Zunge und Pfötchen sein Fell reinigen, hierbei braucht er keine Hilfe. Waschen oder Baden kann sogar gefährlich sein, weil sich Hamster leicht erkälten und sich eine Lungenentzündung holen können. Der mit dieser Prozedur verbundene Stress könnte zudem das Todesurteil für das Nagertier bedeuten. Wer für etwas mehr Glanz im Fell sorgen möchte, füttert einfach ein wenig Zierfischfutter dazu.

Teddyhamster brauchen allerdings ab und an eine Bürste oder einen groben Kamm, damit das lange Fell nicht verfilzt. Treten kleine Knötchen im Fell auf, müssen diese vorsichtig abgeschnitten werden.

Wer seinem Hamster etwas Gutes tun möchte, stellt ein Sandbad auf. Feiner Vogelsand in einer Schale bedeutet für den Hamster, dass er sich hier wälzen und wohlfühlen kann. Allerdings gibt es Exemplare, die das Sandbad als Klo benutzen, daher sollte es regelmäßig inspiziert und gegebenenfalls gesäubert werden.

Wenn sich der Hamster regelmäßig selbst reinigt und es kommt dennoch zu verklebten Stellen im Fell, zu Haarausfall oder es tritt Juckreiz auf, gehört das Tier in die Hände eines Tierarztes. Hier können Infektionen mit Pilzen oder Stoffwechselerkrankungen vorliegen, auch eine Mangelerscheinung zeigt sich über das Fell.


Bildnachweis: © Fotolia – SENTELLO

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.