BARFEN mit Frostfutter

BARF oder BARFEN ist vielen mittlerweile ein Begriff. BARF bedeutet Biologisch Artgerechtes Rohes Futter, abgeleitet vom englischen Bones And Raw Food. Beim BARF wird der Hund mit rohem Fleisch ernährt sowie Gemüse, Kräuter, Öle und Fleischknochen. Das Verhältnis beträgt dabei 1/3 pflanzliche Kost und 2/3 Fleisch bei jugendlichen und erwachsenen Hunden, bei älteren Hunden sollte das Verhältnis 50 zu 50 sein. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. Bei unseren Windhunden behalten wir das Verhältnis bei, da diese auch in hohem Alter noch sehr aktiv sind.

Barfen: darauf sollten Sie achten!

Wie bei jeder Art der Hundeernährung gibt es auch beim BARF einiges zu beachten

Vorsicht bei Eiklar und rohen Eiern

Schweinefleisch kann auch gefüttert werden, dies sollte aber abgekocht sein, da es im rohen Zustand den Aujetzy-Virus enthalten kann, der für Hunde tödlich ist. Eiklar sollte auch nicht zu häufig roh gefüttert werden, da es roh Avidin enthält. Avidin bindet Biotin und deshalb kann dies zu Mangelerscheinungen wie Haarausfall, Ergrauen, Schuppen oder sprödem Haar führen. Bei ganzen rohen Eiern besteht dieses Problem nicht.

Innereien: können viele Schadstoffe enthalten

Auch mit Innereien sollte man sehr sparsam umgehen. Niere und Leber absorbieren Schadstoffe und sollten deshalb maximal 1-2x pro Woche verfüttert werden. Außerdem enthalten sie einen hohen Vitaminanteil.

Rohkost: nicht gut für Hunde

Rohes Gemüse ist für Hunde schlecht verdaubar, deshalb dünsten wir unser Gemüse und geben es zum rohen, gewolften Fleisch dazu. Grundsätzlich ist die Ernährung mit BARF für jeden Hund geeignet und wenn man es richtig macht, auch das Beste was man seinem Hund füttern kann. Allerdings ist es auch nicht ganz günstig. Wir verwenden hochwertiges Muskelfleisch und der Kilopreis liegt bei ca. 4 Euro.

Bild 1: Portioniertes BARF Frostfutter Bild 1: Portioniertes BARF Frostfutter

Frostfutter: Vorräte anlegen und gesund Barfen

BARFEN kann man selbst, indem man sich zum Beispiel beim Schlachter gewolftes Fleisch kauft die Mischung selbst zusammenstellt und vorportioniert einfriert. Da man nicht täglich zum Metzger oder Schlachter fahren kann, um die notwendige Tagesration frisch zu kaufen, wird das Fleisch eingefroren und das vorportionierte Frostfutter dann entsprechend aufgetaut. Eine andere Möglichkeit, Frostfutter zu kaufen, bieten die zahlreichen Online-Shops und Online-Versender. Man erhält dort sowohl geschnitten, gewürfelt oder gewolftes Frostfleisch oder bereits komplette BARF-Menüs. Ich persönlich stelle das BARF Futter selbst zusammen und kaufe das Fleisch beim Schlachter. So weiß ich einerseits, wo das verarbeitete Fleisch her kommt und weiß andererseits auch, was drin ist.

Frostfutter: portionsweise einfrieren

Ich kaufe jeweils die Menge für einen kompletten Monat vor, mische diese mit dem gedünsteten Gemüse, den Kräutern und Ölen und friere es dann portionsweise für jeden Hund ein. Um mir das tägliche Auftauen zu erleichtern und die Auftauzeit zu verkürzen, friere ich je 2 Portionen pro Hund und Tag ein. Somit sind die einzelnen Packungen nicht so groß und das Fleisch taut innerhalb einer Stunde im warmen Wasserbad auf.

Frostfutter: Vorsicht beim Online-Kauf!

Als ich anfing zu barfen, habe ich zum Beispiel beim Frostfleischversand bestellt. Heute würde ich das nicht mehr machen, denn inzwischen kenne ich gute Fleisch-Quellen. Sieht man sich die Verkaufspreise der Onlineshops an, wird schnell klar, dass das verwendete Fleisch hohe Anteile an Innereien und Abfallprodukten enthält, denn sonst wäre es nicht so günstig.

Frostfleisch: bis 12 Monate haltbar!

Aber egal wo man sein Fleisch bezieht, ohne Frostfleisch geht es im Grunde nicht, denn aufgetautes oder frisches Fleisch verdirbt zu leicht und nach dem 2. Tag würde ich es schon aus Geruchsgründen nicht mehr verfüttern. Gut verschweißt und eingefroren ist das BARF Frostfutter sehr lange haltbar. Wir haben kürzlich eine alte Packung gefunden, die über 1 Jahr alt war. Aufgetaut, genauso frisch wie die Neuware. Die Onlineshops geben in der Regel 12 Monate Haltbarkeit bei BARF Frostfleisch an.

Den Hund im Urlaub füttern: lieber Trockenfutter mit hohem Fleischanteil und ohne Getreide

BARF ist nicht für Jeden geeignet und ich kann auch verstehen, wenn man sich nicht an das rohe Fleisch heran traut. Auch gibt es wenige Ausnahmen, bei denen die Hunde nicht an das BARF Futter zu gewöhnen sind. Deshalb ist es dann wichtig ein Trockenfutter zu verwenden, was einen hohen Fleischanteil, kein Getreide und einen geringen Anteil an Kohlenhydraten aufweist. Auch wir stehen bei jedem geplanten Urlaub vor dem Problem, eine Alternative zum barfen zu finden für die Zeit der Reise. Denn die meisten Ferienwohnungen oder Hotels verfügen nun einmal nicht über eine Kühltruhe.

Was sollte beim Gemüse beachtet werden?

Wie zuvor bereits erwähnt sollte dieses gedünstet werden. Zwiebeln sind in großen Mengen giftig, Kartoffeln, Auberginen und Bohnen sollten nicht roh verfüttert werden. Avocados sind immer giftig und sollten nicht verwendet werden. Von Kohl und Hülsenfrüchten können die Hunde Blähungen bekommen, deshalb auch hier bitte sparsam verwenden. Etwa die Hälfte des Gemüses sollte grünes Gemüse sein, wie Blattsalat oder Spinat. Kohlenhydrate wie Kartoffeln und Reis können beigemischt werden, müssen aber nicht zwangsläufig Bestandteil der Nahrung sein.

Bild 2: Gedünstetes Gemüse gibt es auch bereits fertig zu kaufen - hier auf Basis von Kürbis und Reis Bild 2: Gedünstetes Gemüse gibt es auch bereits fertig zu kaufen – hier auf Basis von Kürbis und Reis

Welches Fleisch kann man bei der BARF-Fütterung verwenden?

Eigentlich kann man jede Sorte verwenden, mit der Einschränkung das Schweinefleisch gekocht werden muss. Muskelfleisch vom Rind, Lamm, Pferd, Wild oder Geflügel und 1- maximal 2x pro Woche Innereien wie grüner gewaschener Pansen, Lunge, Niere, Leber oder Blättermagen.

Das Fleisch kann man entweder am Stück oder gewolft anbieten. Gewolftes Fleisch bietet sich bei Hunden an, die Ihr Futter schlingen. Wir verwenden gewolftes Fleisch, da es sich auch besser mit dem Gemüse vermischen lässt und da wir jeweils für den ganzen Monat vorportionieren und einfrieren. Ab und zu gibt es aber auch mal Fleisch im Ganzen denn es wirkt zahnreinigend. Allerdings wird das nicht von allen Hunden angenommen.

Bild 3: Frisch aufgetautes BARF:  2/3 Fleisch und 1/3 Pflanzliche Bestandteile Bild 3: Frisch aufgetautes BARF: 2/3 Fleisch und 1/3 Pflanzliche Bestandteile

Der Knochenmythos

Das Gerücht, Knochen seien schädlich oder gefährlich für Hunde hält sich wacker. Das sind sie aber nicht grundsätzlich, Knochen sind nur in gekochter oder erhitzter Form gefährlich da sie dann leicht splittern können und das wiederum kann zu Darmverletzungen oder sogar Darmverschluss führen. Den Kalzium-Bedarf des Hundes kann man aber auch durch Zugabe von Eierschalen oder Knochenmehl abdecken. Eierschalen gibt es im Übrigen auch in Mehlform. Zum Thema „Wieviel Knochen darf mein Hund fressen?“ gibt es auch einen ausführlichen Artikel. Es gibt auch Hunde die Knochen nicht vertragen. Ich hatte selbst einmal so ein Exemplar. Er liebte es, Knochen zu kauen. Aber hat sich jedes Mal danach erbrochen. Deshalb durfte er dann auch keine mehr haben.

Obst und Milchprodukte

Pure Milch sollte dem Hund nicht gegeben werden, da diese zu Durchfall führen kann, Magerquark oder Hüttenkäse aber durchaus. Beim Obst sollte man darauf achten, was der Hund verträgt. Bei Äpfeln oder Birnen sollten die Kerne entfernt werden. Überreifes Obst wird lieber genommen, wenn man das Obst separat füttert. Wir geben es zum Futter dazu und so wird es einfach mit gefressen.

BARF: einfach gesünder, weil…

Man wird schnell merken, dass es ein paar nette Nebeneffekte gibt, wenn man seinen Hund auf BARF Fütterung umstellt. Die Hunde trinken in der Regel weniger, da sie bereits Flüssigkeit mit der Nahrung mit aufnehmen. Für Hunde die von Haus aus zu wenig trinken ist die Umstellung auf BARF auch ein großer Vorteil. Für mich der beste Nebeneffekt ist der verringerte Kotabsatz. BARF Futter wird besser verwertet als Fertignahrung, weshalb der Hund auch nicht mehr soviel ausscheidet. Glänzendes Fell und ein sehr guter Allgemeinzustand des Hundes sind ebenfalls häufig zu sehen. Für meinen Leishmaniose kranken Rüden war BARFEN der Durchbruch in seiner langjährigen Krankheitsgeschichte. Seit wir BARF fütterten hatte er nie wieder Symptome.

Bild 4: Der Napf wird leer geputzt Bild 4: Der Napf wird leer geputzt

Ernährung umstellen auf BARF

Es gibt ausreichend Lektüre zum Thema, die man vorab lesen sollte. Als Anfänger macht es auch Sinn, einen Wochenplan zusammen zustellen. Viele Tierheilpraktiker bieten mittlerweile die Ausarbeitung eines solchen Planes anhand des Hundes an. So kann man auch mit den Mengen nichts falsch machen oder Zutaten vergessen. Die Umstellung auf BARF sollte langsam erfolgen, anfangs würde ich das normale Futter mit dem BARF mischen und den Anteil des BARF-Futters langsam erhöhen und statt dessen das andere Futter verringern, bis die Umstellung komplett erfolgt ist. Manche Hunde benötigen die langsame Umstellung gar nicht und fressen sofort das BARF Fleisch. Gelegentlich kann es vorkommen, das der Kotabsatz bei der Umstellung etwas weicher ist, das lässt aber schnell nach. Ein empfehlenswertes Buch ist „BARF – Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde“ von Swanie Simon (http://www.amazon.de/BARF-Biologisch-Artgerechtes-Rohes-Futter/dp/3939522007/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1413983164&sr=8-1&keywords=BARF)


Bildnachweis: alle © schwarzer.de

Über 

Ich bin seit 30 Jahren Hundebesitzerin und habe in den ganzen Jahren sehr viel über Hunde, deren Ernährung, Erziehung und Pflege gelernt. Jetzt bin ich in der Redaktion von haustier-news.de als Fachauthorin tätig und versuche, allen Hundebesitzern und Besuchern von haustier-news.de die oben genannten Themen ans Herz zu legen.

    Find more about me on:
  • googleplus

Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,