Abkühlung für Mensch und Tier

Wenn im Sommer die Hitze den Alltag bestimmt und die Sonne unbarmherzig auf die Erde scheint, sehnen sich viele Menschen nach etwas Abkühlung. Das trifft jedoch auch auf unsere Haustiere zu. Für die Tierhalter bedeutet das, dass sie entsprechende Vorkehrungen treffen müssen.

Haustiere: In vielen Haushalten in Deutschland verbreitet

Haustiere sind in Deutschland weit verbreitet. In zahlreichen Haushalten leben Hunde, Katzen, Vögel oder Nagetiere. Die Menschen schätzen die tierische Gesellschaft sehr. Viele Tiere haben ein ansprechendes Sozialverhalten und entwickeln eine intensive Beziehung zu ihrem Halter. Das führt häufig dazu, dass eine intensive Freundschaft zwischen Mensch und Haustier entsteht.

Insgesamt ist in 26 Prozent der Haushalte ein Haustier vorhanden. Das zeigt, wie beliebt die tierischen Mitbewohner sind. Besonders häufig sind dabei Hunde anzutreffen – in mehr als 13 Prozent aller Haushalte. Den zweiten Platz nehmen mit 11,8 Prozent die Katzen ein. Andere Tierarten sind hingegen deutlich seltener.

Haushalte in Deutschland mit verschiedenen Haustieren
Hund 13,3
Katze 11,8
Vogel 2,5
Nagetier 2,5
Sonstige 2,2
Gesamt 26

 

Quelle: http://www.marktmeinungmensch.de/studien/haustiere-in-deutschen-haushalten-2016-nach-art-un/

Wenn im Sommer die Hitze zu groß wird, dann leiden die Menschen sehr unter den hohen Temperaturen.

Wenn im Sommer die Hitze zu groß wird, dann leiden die Menschen sehr unter den hohen Temperaturen. (#01)

Die folgen des Klimawandels: Immer wärmere Temperaturen

Wenn im Sommer die Hitze zu groß wird, dann leiden die Menschen sehr unter den hohen Temperaturen. Allerdings haben sie viele Möglichkeiten, um für Abkühlung zu sorgen. Das reicht vom Besuch im Schwimmbad bis hin zu einem kühlen Eis. Für Tiere gibt es hingegen kein derart breites Angebot an Abkühlungsmöglichkeiten. Dennoch ist es wichtig, dass die Halter die Tiere vor der Hitze schützen. Das wird aufgrund der stetig steigenden Temperaturen immer schwieriger.

Der Klimawandel hat dazu geführt, dass die Durchschnittstemperaturen in den letzten Jahren stark angestiegen sind. Das bedeutet, dass es auch immer wichtiger wird, im Sommer für Abkühlung zu sorgen – sowohl für den Menschen als auch für die Tiere.

Die folgende Tabelle zeigt auf, wie stark die Temperaturen in den letzten Jahren angestiegen sind.

Die Jahre mit den höchsten Durchschnittstemperaturen (1881 bis 2018)
Jahr Durchschnittstemperatur in Grad Celsius
2018 10,4
2014 10,3
2000 9,9
2015 9,9
2007 9,9
1994 9,7
2011 9,6
2016 9,6
1934 9,6
2017 9,6

 

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164050/umfrage/waermste-jahre-in-deutschland-nach-durchschnittstemperatur/

Hierbei handelt es sich um eine Auflistung der zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1881. An erster Stelle steht das vergangene Jahr – 2018. Das ist jedoch nur ein Indiz für die immer höheren Temperaturen in Deutschland. Darüber hinaus ist auffällig, dass die letzten fünf Jahre – also von 2014 bis 2018 – alle in der Top 10 zu finden sind.

Aus dem vergangenen Jahrhundert haben es lediglich zwei Jahre in diese Liste geschafft – 1934 und 1994. Das zeigt deutlich, dass die Temperaturen im 21. Jahrhundert bislang deutlich höher sind als im 20. Jahrhundert.

Der Klimawandel stellt Haustierhalter vor eine große Herausforderung.Der Klimawandel stellt Haustierhalter vor eine große Herausforderung.

Der Klimawandel stellt Haustierhalter vor eine große Herausforderung. (#02)

Viele Tiere leiden stark unter der Hitze

Der Klimawandel stellt Haustierhalter vor eine große Herausforderung. Ihnen obliegt die Aufgabe, für die notwendige Abkühlung zu sorgen. Das ist jedoch nicht immer einfach. Das liegt in der Anatomie der Tiere begründet. Wenn es dem Menschen heiß ist, dann schwitzt er. Auf diese Weise bildet sich Flüssigkeit auf der Haut, die anschließend verdunstet. Dadurch entsteht Verdunstungskälte, die für eine effektive Abkühlung sorgt.

Die meisten Haustiere schwitzen hingegen kaum. Hunde und Katzen verfügen beispielsweise nur über eine sehr geringe Anzahl an Schweißdrüsen. Diese reichen nicht aus, um für Abkühlung zu sorgen. Der Wärmeausgleich findet hier in erster Linie über das Maul und über die Nase statt. Diese Organe sind bei den Tieren häufig besonders feucht. Das führt dazu, dass hier ein ähnlicher Effekt entsteht.

Bei Hunden ist das besonders auffällig. Wenn es diesen Tieren heiß ist, reißen sie das Maul weit auf und lassen die Zunge heraushängen. Daher steht eine große Oberfläche für die Verdunstung zur Verfügung. Die schnelle Atmung führt dazu, dass große Mengen an Luft über die Zunge geleitet werden. Das verstärkt den Effekt zusätzlich. Sowohl bei Hunden als auch bei Katzen sind außerdem die Ohren sehr gut durchblutet. Auch das führt dazu, dass die Tiere Wärme an ihre Umgebung abgeben können.

Dennoch ist dieser Effekt nur auf einen kleinen Teil des Körpers beschränkt. Das führt dazu, dass es für die Tiere deutlich schwerer ist, sich abzukühlen. Darüber hinaus verfügen sie über ein dichtes Fell. Während der Mensch im Sommer eine dünne Kleidung wählen kann, die kaum Wärme zurückhält, haben die Tiere diese Möglichkeit nicht. Daher leiden sie häufig besonders stark unter der Hitze.

Der Klimawandel stellt Haustierhalter vor eine große Herausforderung.

Der Klimawandel stellt Haustierhalter vor eine große Herausforderung.(#03)

Viel Wasser bereitstellen

Die wichtigste Regel für den Umgang mit den hohen Temperaturen ist für Menschen und Tiere die gleiche: Viel trinken. Alle genannten Formen der Abkühlung haben einen starken Flüssigkeitsverlust zur Folge. Wenn nicht ausreichend Wasser bereitsteht, kann das für Mensch und Tier gefährlich werden. Eine Dehydrierung kann schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben. Aus diesem Grund ist es an heißen Tagen besonders wichtig, darauf zu achten, dass viel Wasser zur Verfügung steht.

Wenn der Wassernapf in der prallen Sonne steht, kann sich die Flüssigkeit außerdem stark aufheizen. Daher ist es zum einen wichtig, hierfür stets einen schattigen Platz auszuwählen. Zum anderen ist es empfehlenswert, das Wasser etwas häufiger zu wechseln. Auf diese Weise verhindern Sie eine zu hohe Temperatur. Dennoch ist es nicht sinnvoll, den Tieren kühles Wasser aus dem Kühlschrank zu geben. Das ist ihrer Gesundheit nicht zuträglich.

Kühle Räume verfügbar machen

In jedem Haus gibt es Räume, die sich im Sommer stärker aufheizen als andere. Meistens ist es im Dachgeschoss besonders warm, während es im Keller angenehm kühl ist. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, das komplette Haus durchzugehen und in jedem Raum die Temperatur zu messen. Dort wo Sie sich gerne aufhalten würden, fühlen sich auch die Tiere wohl.

Ihnen sollten daher kühle Räume zur Verfügung stehen, in denen sie sich vor der Sommerhitze schützen können. Besonders gerne halten sich tierische Mitbewohner bei heißen Temperaturen im Badezimmer auf. Hier können sie sich auf dem Fliesenboden ausbreiten, der angenehm kühl wirkt.

Direkte Sonneneinstrahlung ist gefährlich

Bei schönem Wetter genießen viele Menschen die Sonne. Wenn die Sonneneinstrahlung jedoch zu stark wird, kann das unangenehme Folgen haben – vom Sonnenbrand bis hin zum Sonnenstich. Für Menschen stellt es daher eine Selbstverständlichkeit dar, dass sie sich vor der Sonne schützen. Auch bei Tieren ist es wichtig, eine direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Da es in diesem Fall jedoch keine passenden Hilfsmittel wie Sonnencremes oder Sonnenhüte gibt, ist es notwendig, für Schatten zu sorgen.

Wenn sich das Tier tagsüber im Garten aufhält, sollten ausreichend Schattenplätze erreichbar sein. Ist das nicht der Fall, sollten Sie auf jeden Fall einen Sonnenschirm aufstellen oder einen Teilbereich des Gartens auf andere Weise abschatten.

Bei schönem Wetter genießen viele Menschen die Sonne.

Bei schönem Wetter genießen viele Menschen die Sonne.(#04)

Nächtliche Abstrahlung von Wärme verhindert einen erholsamen Schlaf

Hohe Temperaturen stellen für Haustiere nicht nur tagsüber ein großes Problem dar. Auch nachts kann es vorkommen, dass sie unter der Hitze leiden. Zwar sinken die Temperaturen nach Sonnenuntergang deutlich. Allerdings kann es vorkommen, dass sich die Schlafstätte der Tiere stark aufgeheizt hat. Steine, Beton und ähnliche Materialien nehmen während des Tages viel Wärme auf. Nachts kommt es dann zu einer Abstrahlung der Energie. Das führt dazu, dass es den Tieren auch zu dieser Tageszeit sehr warm ist. Das beeinträchtigt die nächtliche Erholung und kann zu erheblichen Gesundheitsproblemen führen.

Wenn es sich bei Ihrem Haustier um einen Hund oder um eine Katze handelt, dann ist dieses Problem nicht allzu gravierend. Diese Tiere können sich frei bewegen und daher einen Ort aufsuchen, der ihnen die notwendige Abkühlung bietet. Nagetiere haben hingegen normalerweise eine deutlich geringere Bewegungsfreiheit. Das bedeutet, dass Sie sich hierbei genau überlegen sollten, wo Sie den Käfig während der Nacht aufstellen. Wenn er sich an einem Ort befindet, an dem sich Beton und Steine tagsüber stark aufgeheizt haben, kommt es auch während der Nacht nicht zu benötigten Abkühlung.

Abkühlung am Pool: Nicht nur für Menschen ein großes Vergnügen

Bei heißem Wetter gibt es für die meisten Menschen nichts Schöneres, als in einem Pool zu schwimmen. Das Wasser sorgt nicht nur für eine erfrischende Abkühlung, sondern auch für viel Spaß. Daher stellt es eine gute Idee dar, dieses sommerliche Vergnügen auch den vierbeinigen Freunden zu bieten. Der Vorteil besteht darin, dass der Pool für Tiere mit einem deutlich geringeren Aufwand verbunden ist. Für viele Arten ist bereits eine kleine Wanne vollkommen ausreichend.

Für größere Hunderassen können sie einen Waschzuber verwenden. Viele Tiere sind jedoch wasserscheu. Katzen und Nagetiere etwa werden sich wahrscheinlich nicht komplett in das Wasser begeben. Doch häufig halten sie wenigstens ihre Pfoten hinein. Bereits das sorgt für etwas Abkühlung. Wenn Sie selbst etwas mit dem Wasser plätschern, zieht das häufig die Aufmerksamkeit der Tiere auf sich und führt dazu, dass sie dieses erfrischende Spiel annehmen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: dezy  -#01: _Larwin -#02: Ezzolo  -#03: Victoria Antonova-#04:  Simone Hogan

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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