Hilfe! Mein Hund bellt! – 5 Tipps gegen häufiges Bellen

Wenn der Hund bellt, stört das sowohl die Nachbarn als auch die Hundehalter selbst. Doch mit der richtigen Erziehung kann man das Verhalten des Vierbeiners ändern: Die folgenden 5 Tipps helfen dabei.

Hilfe mein Hund bellt: Woran liegt das?

Ständiges Hundebellen geht auf die Nerven. Nicht nur der Nachbar leidet unter der Situation, auch andere Menschen fühlen sich dadurch gestört. Mit einer gezielten Erziehung kann man seinem Hund das Bellen nach und nach abtrainieren. Neben den hier aufgeführten 5 Tipps gibt es ein paar Hintergrundinformationen zu den möglichen Auslösern von Hundegebell sowie Hinweise dazu, wie man diese erkennt.

Ob ein Hund viel bellt oder eher ruhig ist, kann in seinem Charakter angelegt sein. Einige Hunderassen sind dafür bekannt, dass sie schnell Laut geben, wenn sie sich angegriffen fühlen, andere zeigen deutlich mehr Toleranz.

Ein Hund, der jeden Fußgänger mit lautem Bellen über den Zaun hinweg "anpöbelt", der erschreckt nicht nur den Spaziergänger, sondern nervt vermutlich jeden Nachbarn und sogar den eigenen Hundebsitzer. Doch was kann man dagegen tun? (#1)

Ein Hund, der jeden Fußgänger mit lautem Bellen über den Zaun hinweg „anpöbelt“, der erschreckt nicht nur den Spaziergänger, sondern nervt vermutlich jeden Nachbarn und sogar den eigenen Hundebsitzer. Doch was kann man dagegen tun? (#1)

Die folgenden Ursachen können hinter dem ständigen Hundebellen stecken:

  • Es ist eine rassentypische Gewohnheit, was bedeutet, dass die Hunderasse einen ausgeprägten Schutzinstinkt besitzt oder sehr agil ist. Einige Rassen machen sich einfach gerne bemerkbar.
  • Zu wenig Aufmerksamkeit kann Hundegebell auslösen: Er wünscht sich mehr Zuwendung von den Menschen und fordert diese dadurch ein, dass er laut wird.
  • Vierbeiner, die sich nicht genügend austoben können, fühlen sich unterfordert. In der Folge verändert sich ihr Verhalten, da sie sozusagen unzufrieden sind.
  • Manchmal bellt ein Hund auch aus Langeweile, ohne speziellen Grund.
  • Teilweise ist das Gebell mit dem Schutzinstinkt verknüpft. Das erkennt man daran, dass der Vierbeiner sofort bellt, wenn es an der Tür klingelt oder wenn ein Fremder das Grundstück betritt.
  • In einigen Situationen erfolgt das Gebell aus Angst: Das Tier fühlt sich bedroht oder unsicher, und wappnet sich dagegen. Durch den selbst verursachten Lärm fühlt sich der Hund stärker.

Tipps vom Hundetrainer

Ob das Hundegebell reine Gewohnheit ist oder mit einer bestimmten Situation zusammenhängt, es ist immer möglich, etwas dagegen zu unternehmen. Man muss es nicht hinnehmen, denn durch eine konsequente Erziehung des Hundes wird dieser allmählich ruhiger.

Die Hundetrainer empfehlen, schon möglichst früh mit der Hundeerziehung zu beginnen. So lässt sich vermeiden, dass sich ein unerwünschtes Verhalten einschleift. Wer das Training schon bei Welpen anwendet, der kann oft einen besonders durchschlagenden Erfolg erzielen. In den ersten vier bis fünf Monaten, die auch als Prägephase bezeichnet werden, festigt sich das Wesen des Hundes, sodass es gar nicht erst zu übermäßigem Gebell kommt. Wenn es jedoch heißt: „Hilfe mein Hund bellt!“ – dann muss es nicht zu spät sein. Die folgenden Tipps helfen auch bei älteren Vierbeinern.

Wenn der Hund viel bellt, kann das ein Zeichen dafür sein, dass er nicht genug Bewegung / Auslauf hat. Ein ausgepowerter Hund ist müde und wird schon aus Müdigkeit deutlich weniger bellen. (#2)

Wenn der Hund viel bellt, kann das ein Zeichen dafür sein, dass er nicht genug Bewegung / Auslauf hat. Ein ausgepowerter Hund ist müde und wird schon aus Müdigkeit deutlich weniger bellen. (#2)

Tipp 1: Das Hundegebell ignorieren

Wer immer gleich auf das Hundegebell reagiert, indem er schimpft oder die Tür knallt, der bringt damit dem Tier bei, dass es durch sein Verhalten Aufmerksamkeit gewinnen kann. Ein Schimpfen des Hundehalters wird von dem Vierbeiner als eine Art Bestätigung wahrgenommen. Der Hund sieht also keinen Anlass, mit dem Gebell aufzuhören.

Besser ist es, das Hundebellen zu ignorieren und sich erst dann dem Hund zuzuwenden, wenn er sich ruhig verhält. Dadurch vermittelt man ihm das Gefühl, dass er nur dann Aufmerksamkeit bekommt, wenn er sich zurückhält. Auch die Besucher sollten darüber informiert werden, dass der Hund gerade erzogen wird: So kommen sie nicht in Versuchung, auf das Gebell zu reagieren, sondern ignorieren ihn, bis er sich beruhigt.

Tipp 2: Der Hund soll sich austoben

Ein Hund, der sich körperlich verausgabt und sich nicht langweilt, hat meistens ein relativ ausgeglichenes Wesen und bellt nicht so viel. Die meisten Hunderassen brauchen viel Bewegung und freuen sich über die Aufmerksamkeit ihrer Familie. Ausgedehnte Runden, das Austoben im Garten und Spiele können sein Bellverhalten positiv beeinflussen.

Auch kleine Welpen müssen bereits frühzeitig lernen, was es mit der Hunderziehung auf sich hat. Lernt ein Hund gleich zu Beginn, dass auf das Bellen angemessen oder garnicht reagiert wird, wird er es schnell aufgeben. (#3)

Auch kleine Welpen müssen bereits frühzeitig lernen, was es mit der Hunderziehung auf sich hat. Lernt ein Hund gleich zu Beginn, dass auf das Bellen angemessen oder garnicht reagiert wird, wird er es schnell aufgeben. (#3)

Mit genügend Abwechslung durch eine veränderte Strecke beim Gassigehen bekommt der Vierbeiner ständig neue Eindrücke und lernt außerdem verschiedene andere Hunde kennen. Diese Erlebnisse wirken sich auf sein soziales Verhalten aus, sodass er einerseits offener und freundlicher wird und andererseits etwas abgeklärter. Diese Entwicklung führt dazu, dass der Vierbeiner nicht so schnell ängstlich und unsicher wird: Das ist ein weiterer wichtiger Pluspunkt.

Die Spaziergänge und die erhöhte Aufmerksamkeit der Hundehalter geben dem Hund weniger Gründe, durch Gebell das Interesse der Menschen auf sich zu ziehen. Anstatt sich womöglich zu langweilen, nutzt er die ruhigen Momente dazu, sich zu entspannen. Vor allem bei Tieren, die öfters für eine Weile alleine im Haus sind, ist es wichtig, dass sie nicht permanent kläffen, sondern sich durch ein Nickerchen erholen.

Tipp 3: Gelassenheit zeigen

Wenn das Gekläffe durch den Schutzinstinkt ausgelöst wird, kann man seine eigenen Gewohnheiten überprüfen. Je souveräner der Hundehalter ist – auch im Umgang mit anderen Menschen und Tieren – desto eher hat der Vierbeiner das Gefühl, dass sein Herrchen mit der aktuellen Situation gut klar kommt.

Wer Gelassenheit ausstrahlt, vermittelt seinem Hund den Eindruck, dass er keine Hilfe von ihm braucht. Der Schutzinstinkt bleibt zwar erhalten und der vierbeinige Freund scheint die Lage mit seinem wachen Blick genau zu prüfen, doch er gibt nicht Laut.

Die Türklingel schellt oder das Telefon klingelt? Wer nicht gleich hektisch aufspringt, sondern gelassen darauf reagiert, strahlt Souveränität aus und kann damit auch seinen Hund beruhigen.

Das Zauberwort gegen lästiges Bellen heißt Auspowern. Das kann in Form eines langen Spaziergangs geschehen. Aber auch "Nasenarbeit" in der der Hund sich sein Futter erarbeitet, macht die meisten Hunde glücklich und müde. (#4)

Das Zauberwort gegen lästiges Bellen heißt Auspowern. Das kann in Form eines langen Spaziergangs geschehen. Aber auch „Nasenarbeit“ in der der Hund sich sein Futter erarbeitet, macht die meisten Hunde glücklich und müde. (#4)

Tipp 4: Orte mit anderen Hunden aufsuchen

Ein Hund, der oft mit anderen Vierbeinern zusammentrifft, freut sich über diese Kontakte. Allerdings kann es anfangs zu lautem, freudigem Gebell kommen, wenn sich die Tiere begegnen. Wenn ein großes Gekläffe beginnt, sollte man nicht gleich einen Rückzieher machen.

In Hundeparks oder einer Hundeschule lernen die Vierbeiner, soziale Beziehungen untereinander aufzubauen. Im Laufe der Zeit kann man seinem Hund das Kläffen abgewöhnen. Das funktioniert ebenso wie zuhause: Bleibt er still, erhält er eine Belohnung, wenn er aber hyperaktiv oder aggressiv wird, ignoriert man ihn oder weist ihn streng zurecht.

Tipp 5: Kommandos trainieren

Zur Hundeerziehung gehört es, dem Hund Kommandos zu geben, auf die er richtig reagieren muss. Die Hundetrainer setzen bei diesen Kommandos auf kurze und zugleich unverwechselbare Worte. Beim ersten Hundebellen sollte im besten Fall schon ein kurzes „Klappe“ oder „Nein“ reichen, um den Hund verstummen zu lassen. Es ist jedoch wichtig, dass das Kommando nicht mit anderen Befehlen zu verwechseln ist.

Auch wenn es seltsam klingt: Um dem Hund beizubringen, welches Kommando für den Stopp des Gebells gilt, muss er auch lernen, auf Befehl zu bellen. Das sollte man am besten in einer ungestörten Umgebung trainieren, wo sich andere Menschen nicht belästigt fühlen.

Der Befehl zum Hundegebell heißt beispielsweise „Gib Laut“. Um zu verdeutlichen, was man von seinem Hund erwartet, kann man selbst bellen. Wenn er so lange bellt, wie man es wünscht, bekommt er zur Belohnung ein Leckerli.

Infografik: Die Infografik zeigt die Eskalationsleiter beim Hund - Wann bellt ein Hund? Was passiert vor dem Bellen und was danach? Wie lassen sich die Körpersignale des Hundes richtig deuten?

Infografik: Die Infografik zeigt die Eskalationsleiter beim Hund – Wann bellt ein Hund?
Was passiert vor dem Bellen und was danach? Wie lassen sich die Körpersignale des Hundes richtig deuten?

Im Anschluss an diesen Lernprozess kommt die zweite Stufe des Trainings. Hier gibt man zuerst den Befehl zum Gebell. Wenn der Hund drei mal Laut gegeben hat, folgt das Kommando, still zu sein. Möglicherweise hört er sofort mit dem Kläffen auf, was aber Zufall sein kann. Die Belohnung zeigt, dass er alles richtig gemacht hat.

Durch Wiederholungen wird der Vierbeiner mit den Kommandos vertraut. Dann kann man vom Training zur realen Situation übergehen: Wenn der Hund auch beim Klingeln an der Tür auf den Befehl reagiert, mit dem Gebell aufzuhören, hat er es verstanden. Auch hier freut er sich über ein Lob.

Hundeerziehung mit Hilfsmitteln

Die Trainingsmethode spielt eine sehr wichtige Rolle. Auf keinen Fall sollte man seinen Hund drastisch bestrafen oder ihm Schmerzen zufügen. Doch es gibt einige Hilfsmittel, die ihm ein unangenehmes Gefühl vermitteln, wenn er nicht wie gewünscht reagiert.

  • Ein Clicker ist ein kleines Gerät, das ein Markersignal abgibt: Damit kennzeichnet man das Wunschverhalten des Hundes.
  • Ein Sprühhalsband dient der sanften Erziehung des Hundes. Es verfügt über einen akustischen Sensor, der das Gebell differenziert und einen Sprühstoß initiiert. Das eingesetzte Mittel ist unbedenklich. Bei einigen Halsbändern ist eine Fernbedienung vorhanden, die ein manuelles Auslösen der Sprühvorrichtung ermöglicht.
  • Ein Vibrationshalsband richtet sich nach der Lautstärke des Gebells und sorgt für eine Strafanreizung mit geringen Impulsen, die weder schmerzhaft noch schädlich sind, aber trotzdem unangenehm für den Hund.
  • Ein Anti-Bell-Halsband funktioniert mit Ultraschall: Beim Kläffen erhält der Hund ein harmloses aber unangenehmes Ultraschallsignal. Dieser negative Impuls dient der effektiven und schmerzlosen Erziehung.

    Mit einigen Grundkenntnissen in optimaler Hundeerziehung kann man dem Hund an sich jedes erdenkliche Kommando beibringen. Genauso wie Sitz, Platz und Fuß, ist es auch möglich seinem Hund ein "Bellen auf Kommando" beizubringen, oder ihn zum "Bell-Stopp" aufzufordern. (#5)

    Mit einigen Grundkenntnissen in optimaler Hundeerziehung kann man dem Hund an sich jedes erdenkliche Kommando beibringen. Genauso wie Sitz, Platz und Fuß, ist es auch möglich seinem Hund ein „Bellen auf Kommando“ beizubringen, oder ihn zum „Bell-Stopp“ aufzufordern. (#5)

Fazit

Hundegebell hat nicht unbedingt etwas mit Angst oder Aggressivität zu tun. Ob man die Auslöser erkennt oder nicht: Das Bellen sollte nicht überhand nehmen. Die Hinweise der erfahrenen Hundetrainer sind sehr nützlich dabei, wenn es darum geht, dem eigenen Hund das Kläffen abzugewöhnen. Gegebenenfalls kann man Hilfsmittel einsetzen, um den Lernerfolg zu beschleunigen. Wichtiger ist jedoch, dass der Hund die positiven und negativen Folgen seines Gebells erkennt und daraus lernt. Genau das ist das Ziel der rücksichtsvollen und aufmerksamen Hundeerziehung.


Infografik: © Schwarzer.de
Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: Grigorita Ko, -#1 Jody., -#2 Christian Mueller, -#3 Hannamariah, -#4 YuliiaKas, -#5 Kzenon

Über 

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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