Wer stellt Hundefutter her?

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Hundefutter ist ja ein schier unerschöpfliches Thema, und ich habe mal versucht, die Frage zu ergründen, wer es eigentlich herstellt. Gar nicht so einfach: Eine Suchmaschine für Hundefutter im Internet führt sage und schreibe 326 Marken auf. Wer also stellt diese 326 Hundefutter her?

Was mir bisher nicht klar war: Beim Fertigfutter für Hunde mischen dieselben Konzerne kräftig mit, denen wir auch Süßigkeiten, Softdrinks, Fertiggerichte und Tiefkühlpizza verdanken. Ich wusste nicht, dass hinter Purina-Beneful der Nestlé-Konzern steht und Chappi, Frolic, Pedigree, Cäsar und Royal Canin vom Nahrungsmittelhersteller Mars stammen.

Es ist überhaupt erstaunlich, wer sich alles auf dem Hundefuttermarkt tummelt: Dass Zoogeschäfte ihre eigenen Marken haben, erscheint plausibel, während es sich bei Einzelhandelsketten wie Edeka und Rewe oder Discountern wie Aldi und Lidl nicht unbedingt aufdrängt, aber vielleicht noch halbwegs passt.

Mit dem Kerngeschäft von Drogeriemärkten oder von Samen- und Pflanzengeschäften und Gartencentern hat Hundenahrung aus meiner Sicht aber herzlich wenig zu tun. Trotzdem bieten auch z.B. dm, Rossmann oder Dehner ihr eigenes Futter an.

 

Es gibt über 300 verschiedene Hundefutter Sorten in Deutschland: Doch wer stellt diese überhaupt her?

Es gibt über 300 verschiedene Hundefutter Sorten in Deutschland: Doch wer stellt diese überhaupt her?

Was die Größe der einzelnen Hersteller angeht, ist vom internationalen Großkonzern bis zum Kleinbetrieb, der sein begrenztes Sortiment nur regional vertreibt, so ziemlich alles vertreten. Neben Anbietern, bei denen Hundefutter ein Segment unter vielen ist (siehe oben), gibt es natürlich auch etliche Firmen, die sich ausschließlich auf die Hundefutterherstellung spezialisiert haben. Die Breite des Sortiments der verschiedenen Marken variiert ebenfalls enorm:

Während z.B. Hill’s Pet Nutrition über 100 verschiedene Sorten anbietet (darunter auch therapeutische Tiernahrung, die nur bei Tierärzten erhältlich ist), Royal Canin gut 200 und Trixie sogar mehr als 250 Sorten, gibt es Hersteller wie Mio Bello, die genau 1 Sorte im Angebot haben, Wildside mit 2 oder Petcurean mit bescheidenen 3 Sorten.

Wobei ich mich wirklich frage, wie sinnvoll es ist, beispielsweise für alle möglichen Rassen jeweils ein spezielles Futter zu entwickeln – sind die Bedürfnisse tatsächlich so unterschiedlich, oder werden hier künstlich Bedürfnisse geweckt?

Wenn man z.B. die Firma Mars mit ihrem weltweiten Massenangebot an Fertigprodukten für Zweibeiner und Vierbeiner als das eine Extrem auf einer Skala betrachtet, könnte man das Gegenstück dazu am anderen Ende in Firmen wie der schweizerischen Vegi-Service AG sehen. Auch sie stellt Menschennahrung und Tierfutter her, aber für eine völlig andere Zielgruppe und mit ganz anderem Anspruch. Ihre Produkte sind allesamt vegan, also frei von tierischen Produkten.

Mensch und Hund finden hier „Wurst“, die auf Weizeneiweißbasis hergestellt ist und sich im Grunde genommen nur in der Würzung unterscheidet. Überhaupt scheint das Angebot an vegetarischem und veganem Hundefutter kontinuierlich zu wachsen. Diese Nische besetzen Futterhersteller wie Yarrah, Benevo, AMI Dog oder Terra Pura, deren Produkte meistens auch Bio-Qualität haben.

Über vegetarische Ernährung für Hunde lässt sich sicher streiten, genau wie darüber, ob man einen Preis von 7 Euro für 100 Gramm Hundefutter bezahlen will oder kann – aber Chappi muss es ja nun auch nicht sein, zumindest wenn man verschiedenen Hundeforen glauben will.

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich habe bei Billigfutter kein gutes Gefühl, auch wenn einige Marken bei Warentests gar nicht schlecht abschneiden. Mir erscheint es logisch, dass qualitativ hochwertige Rohstoffe, wie ich sie mir im Futter für meinen Hund wünsche, nicht billig sein können.

Wobei man ja auch immer wieder hört, dass sich hinter Discounterfutter Produkte namhafter Hersteller verbergen, die hier nur – billiger – unter anderem Namen verkauft werden. Ich persönlich vertraue jedenfalls eher Herstellern, die sich auf Hundefutter spezialisiert haben und in kleinerem Stil produzieren, möglichst mit regionalen Produkten.

Aber muss das Ergebnis tatsächlich unbedingt besser sein? Das Argument, dass große und finanzkräftige Hersteller ganz andere Möglichkeiten haben, an der Zusammensetzung zu tüfteln, Tests durchzuführen, Sachverständige einzubinden usw., ist ja auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Oder wie sehr Ihr das?

 

 


Bildnachweis: © Fotolia-Willee Cole

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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