Hund zittert: Weshalb zittern Hunde?

Der Hund zittert. Scheinbar ohne Grund. Weshalb zittert der Hund eigentlich? Fast jeder Hund zittert irgendwann einmal, deshalb gilt: Den Hund genau beobachten um dann den Grund für das Zittern zu finden.

Hund zittert: Gründe warum Hunde zittern

Die Meisten kennen es: Der Hund zittert im Winter, wenn es ihm zu kalt wird. Da geht es dem Hund, wie uns Menschen. Doch es gibt noch einige andere Möglichkeiten.

Dieser kleine Hund zittert nach jahrelanger Misshandlung

Hund zittert aus Angst

Wenn ein Hund zittert, kann das natürlich bedeuten, dass er Angst hat. Meist zeigt er dann noch folgende Anzeichen:

  • Ohren sind angelegt
  • Knurren oder Bellen
  • Zähnefletschen oder gar schnappen
  • sucht Schutz (in einer Ecke, seinem Körbchen oder ähnlichem)
  • klemmt die Rute zwischen die Beine

Einen ängstlichem Hund sollte man sich nur näheren, wenn man ganz sicher ist, dass der Hund in dieser Stituation nichts tut. Selbst der eigene Hund kann, wenn er Angst oder gar Panik verspürt, zubeißen. Deshalb ist es hier besser, die Quelle der Angst (wenn denn möglich) zu entfernen. Sollte das nicht möglich sein, gibt es noch die Möglichkeit den ängstlichen Hund langsam von der Quelle wegzulocken. Dies ist mit ruhiger und tiefer Stimme am ehesten möglich.

Allerdings nur, wenn der Hund einem wirklich vertraut. Fremden Hunden, die vor Angst zittern, sollte man keinesfalls zu nahe kommen!

Manche Hunde haben so eine Angst vor dem Tierarzt, dass sie aus dem Zittern gar nicht mehr rauskommen.

Hund zittert beim Tierarzt: Manche Hunde haben so eine Angst vor dem Tierarzt, dass sie aus dem Zittern gar nicht mehr rauskommen. (#03)

Warum ein Hund zittert: Stressabbau

Meistens wird ins Zittern Angst  oder Frieren interpretiert – doch dem muss nicht so sein: Hunde nutzen das Zittern gerne als Stressabbau genauso wie beispielsweise sich zu schütteln. Gerade wenn Hunde etwas ängstlicher sind und sich in einer neuen Situation befinden, zittern Hund dann gern. Klar, da ist auch ein wenig Angst dabei, aber mehr macht ihnen meist der Stress zu schaffen.

Um den Hund den Stress etwas zu nehmen, ist nun Ruhe gefragt. Neue Situationen muss jeder Hund lernen auszuhalten, jedoch tut sich der eine Hund da leichter und der andere schwerer. Hier ist üben angesagt, desto mehr neue, ungewohnte Situationen ein Hund geschafft hat, desto weniger zittert der Hund. Allerdings gibt es auch Hunde, die ihr ganzes Leben lang in neuen Situationen erst einmal zittern.

Rassebedingtes Zittern

Kleinere Hunde sind viel häufiger vom Zittern betroffen. So zittern Chihuahuas oder Rusky Toys sehr schnell. Auch oft ohne erkennbaren Grund.

Aber auch Jagdhunde, beispielsweise Terrier (wie der deutsche Jagdterrier oder der Foxterrier) wurden gezüchtet, damit sie immer „bereit“ für Jagdeinsätze sind. Halter von Terriern und ähnlichen Rassen können das Zittern ihres Hundes grundsätzlich als „normal“ einstufen. Solange sich das Zittern immer auf dem gleichen Level hält, sollte man das als eine Eigenart des Hundes ansehen.

Hunderassen, bei denen das Zittern meistens zu finden ist:

  • Nackthunde
  • Jagdterrier
  • Foxterrier
  • Chihuahuas
  • Rusky Toys
  • Zwergpinscher
Meistens wird ins Zittern Angst oder Frieren interpretiert – doch dem muss nicht so sein: Hunde nutzen das Zittern gerne als Stressabbau genauso wie beispielsweise sich zu schütteln.

Meistens wird ins Zittern Angst oder Frieren interpretiert – doch dem muss nicht so sein: Hunde nutzen das Zittern gerne als Stressabbau genauso wie beispielsweise sich zu schütteln.(#01)

Warum ein Hund zittert: Frieren

Nicht immer muss Zittern etwas „Ungewöhnliches“ sein. Auch wir Menschen kennen es – wenn es draußen kalt ist und wir frieren. Schon ab 5 Grad Plus können kleine, kurzhaarige Rassen frieren. Dadurch dass sie nur knapp über dem (kalten) Boden sind, kühlen sie viel schneller aus. Dasselbe zählt für Rassen ohne Unterfell. Nun zittert der Hund um sich etwas zu wärmen. Das funktioniert leider nur bedingt, was man aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

Mittelgroße und große Hunde (meist mit Unterfell) können mehr Kälte aushalten. Aber auch hier ist bei Minus zehn bis Minus 15 Grad das Maximum erreicht.

Die Folgen vom Frieren können muskuläre Verspannungen aber auch Schmerzen sein. Somit sollte man als Hundehalter dagegen schleunigst etwas tun:

  • Hunde ohne Unterwolle brauchen im Winter ein Jäckchen
  • lieber mehrere kürzere Spaziergänge machen, statt einen langen
  • den Hund niemals im kalten Auto lassen
  • dafür sorgen, dass der Hund draußen immer in Bewegung ist
  • die Pfotenpflege sollte nach dem Spaziergang zum normalen Programm gehören, denn das Streusalz kann den empfindlichen Pfoten zusetzen

Auch Hunde können sich erkälten oder die Kälte schwächt das Immunsystem des Hundes. Die Folge sind häufige, kleinere Infekte.  Deshalb ist es wichtig, bei Kälte immer genau auf die Reaktion des Hundes zu achten. Den so geschätzten Schwatz mit dem Nachbarn sollte man lieber halten, wenn der Hund nicht frierend daneben steht. Ebenfalls sollte man Hunde ohne Unterwolle nicht ins Wasser lassen. Kälte und Nässe sind eine schlechte Kombination.

Warum zittert mein Hund? Dieser Frage geht man in diesem Video nach

Starke körperliche Anstrengungen kann Zittern auslösen

Nach wilder Toberei oder starker körperlicher Anstrengung kann es vorkommen, dass ein Hund zittert und sich danach hinlegt. Dieses Zittern kennen wir Menschen auch nach großen Anstrengungen und wie bei uns auch sollte das Zittern beim Hund nach wenigen Minuten wieder verschwunden sein.

Es gibt aber auch das Gegenteil davon. Auch schlafende Hunde können hin und wieder zittern, meist ist das allerdings mit Zuckungen oder Laufbewegungen verbunden. Ihr Hund ist bei dieser Beobachtung gerade in einer Traumphase, danach stoppen die Bewegungen allerdings wieder. Wenn ein Hund im Schlaf zittert, dabei quitscht oder gar bellt, ist das ganz normal, der Hund träumt dann wahrscheinlich irgendetwas aufregendes.

Epilepsie Weitere Anzeichen sind: Verhaltensänderung, Muskelzuckungen, Taumeligkeit,

Epilepsie: Weitere Anzeichen sind: Verhaltensänderung, Muskelzuckungen, Taumeligkeit.(#02)

Vorsicht bei plötzlichem Zittern

Wenn Ihr Hund bisher nie gezittert hat und plötzlich damit anfängt, ist Vorsicht geboten! Sollte dies der Fall sein, empfiehlt es sich, umgehend den Tierarzt aufzusuchen, um die Ursache für das plötzliche Zittern ausfindig zu machen. Meist ist das Zittern beim Hund zwar etwas ungefährliches, aber besser einmal zu viel zum Tierarzt als einmal zu wenig.

Es gibt definitiv auch ernsthafte Krankheiten, bei denen ein Hund häufiger zittert:

  • Epilepsie
    Weitere Anzeichen sind: Verhaltensänderung, Muskelzuckungen, Taumeligkeit,
  • Magendrehung
    Weitere Anzeichen sind: Unruhe, will nichts fressen, häufiger Würgereiz,
  • Staupe
    Weitere Anzeichen sind: hohes Fieber, Husten, Atemnot, Durchfälle,
  • Niereninsuffizienz
    Weitere Anzeichen sind: Blut im Urin, Fieber, will nichts fressen, häufiger Harndrang
  • Daneben gibt es weitere Krankheiten, bei denen Zittern ab und an auftritt.

Zittern nach einem Unfall

Wie auch beim Menschen kann der Hund nach einem Unfall Zitteranfälle haben. Das Zittern deutet auf einen Schock hin. Sollte ein Hund einmal einen Schock haben, kann man wie folgt handeln:

  • Ruhig und sanft mit dem Hund reden
  • zudecken mit einer Decke oder Jacke wärmen
  • danach sollte der Hund schnellstmöglich zum Tierarzt

Zittern vor Schmerzen: Diese Möglichkeit wird in dem Video behandelt


Bildnachweis:
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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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