Bodenbelag für Kuhstall: Sinkende Futteraufnahme als Alarmzeichen

Kühe sind für viele Bauern längst kein einfaches Nutzvieh mehr – auch sie sollen – obwohl sie eine begrenzte Lebenszeit haben – trocken und bequem im Kuhstall stehen. Dabei reagieren Kühe durchaus sensibel auf ihre Haltungsbedingungen. Ein Alarmzeichen ist in jedem Fall die sinkende Futteraufnahme.

Kuhstall und Bodenbelag: Bei Neu- und Umbauten zu bedenken

Eine Kuh ist kein Fliegengewicht, das heißt, dass beim Liegen ein enormes Gewicht verteilt werden muss. Ist der Boden im Kuhstall nun aber hart, nehmen Beine und Gelenke Schaden, selbst die Organe können geschädigt werden. Daher ist es wichtig, der Kuh ein so angenehmes Lager wie möglich zu bereiten. Klassisch wird dabei auf Stroh gesetzt, wobei die Strohmatte sich im Laufe des Winters zu einer dicken Mistmatte auswächst. Viele Landwirte setzen immer noch darauf, den Stall im Frühjahr gründlich zu misten, wenn die Tiere wieder auf die Sommerweide gehen. Zwischendurch wird der Kuhstall nur leicht nachgestreut, was zwar zu einer weichen und warmen Matte führt, aber auch zu Erkrankungen der Klauen, zur extremen Geruchsbildung und zum allgemeinen Unwohlsein der Kühe.

Als Bodenbelag kann für den Kuhstall auch Beton gewählt werden, der mit Gummimatten abgedeckt wird. Diese Matten lassen sich leicht verlegen und reinigen, die Kühe liegen allerdings nicht angenehm weich. Außerdem wird Gummi im Kuhstall rasch zur Rutschfalle, wenn er nass wird. Somit ist auch diese Variante nicht ideal. Wissenschaftler aus den Niederlanden haben sogar herausgefunden, dass sich die Kühe, wenn sie die Wahl haben zwischen Betonböden mit Rautenmuster und Böden mit Gummiauflage, eher auf dem Betonboden aufhalten. Die Rutschfestigkeit ist hier einfach größer.

Als Bodenbelag kann für den Kuhstall auch Estrich verwendet werden, der dann wiederum mit einer Strohmatte kombiniert werden muss.

Bodenbelag für Kuhstall: Schlechte Fresser durch schlechte Böden?

Kühe sind sensibel, und wenn sie sich nicht wohlfühlen, zeigt sich dies auch in der Nahrungsaufnahme. Der Bauer, der jeder Kuh einzeln das Futter in den Trog gibt, erkennt die schlechte Futteraufnahme rasch an den Resten der letzten Mahlzeit. Werden die Kühe alle gemeinsam gefüttert, zeigt sich die verringerte Aufnahme der Nahrung erst durch den schlechten Fütterungszustand. Kühe, die sich nicht wohlfühlen und sich nicht richtig ausruhen können, fressen also schlechter und nehmen ab. Dies ist natürlich nicht unbedingt im Sinne des Bauern, der möglichst rasch das Endgewicht der Kuh erreichen möchte, wenn es sich um Schlachtvieh handelt. Kühe, die für die Zucht eingesetzt werden, dürfen ebenfalls nicht abbauen, schließlich brauchen sie ihre Energie für den Nachwuchs.

Steht die Kuh auf einem Boden, der sich für das bequeme Liegen nicht eignet oder der nur ein erschwertes Vorwärtskommen ermöglicht, sinkt das Wohlbefinden und der Zustand der Kuh verschlechtert sich. Sucht der Bauer nach Lösungen, sollte er zuerst mögliche Krankheiten abklären lassen, dann aber auch durchaus in Erwägung ziehen, dass der Bodenbelag im Kuhstall nicht günstig gewählt wurde. Sanierungsmaßnahmen können oftmals schon mit geringen Mitteln erzielt werden – beispielsweise, wenn die Laufwege im Kuhstall rutschsicher gestaltet werden oder der harte Betonboden mit einer Strohmatte kombiniert wird.
Dabei reagieren die Kühe unterschiedlich auf den falschen Bodenbelag. Während sich die einen gar nicht mehr hinlegen oder es zumindest so weit wie möglich vermeiden, erhöhen sich bei anderen die Liegezeiten. Teilweise ändert sich das Brunstverhalten und die gesamte Aktivität sinkt. Ein Bauer, der seine Kühe im Blick hat und ihren Gesundheitszustand beobachtet, wird solche Veränderungen rasch feststellen können. Nun gilt es, Abhilfe zu schaffen. Nun muss nicht gleich das Kuh-Komfort-Wasserbett angeschafft werden, was bei Haltung einer ganzen Herde ohnehin rein finanziell gesehen utopisch sein dürfte. Schon allein die Erhöhung der täglichen Strohmenge bzw. das Schaffen einer ausreichend dicken Matte kann ausreichend sein, damit die Kuh sich wieder wohlfühlt.


Bildnachweis: © freeimages.com – SCapture

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Comments are closed.