Leinenführigkeit trainieren: so funktioniert entspanntes Spazieren gehen auch mit Deinem Hund

Leinenführigkeit trainieren kann eine der schwierigsten Übungen für den Hundebesitzer und seinen Hund sein – muss es aber nicht. Es gibt Hunde bei denen man die Leinenführigkeit sehr leicht trainieren kann und Hunde bei denen das richtig schwierig ist und man einen langen Atem braucht. Allerdings sollte man unbedingt Zeit, wenn nötig auch einiges mehr an Zeit in diese Übung stecken.
Denn nichts ist anstrengender als ein Hund der einen durch die Gegend zieht. Wenn die Leinenführigkeit nicht funktioniert kann jeder Spaziergang nervig und unangenehm werden. Und der Spaziergang mit dem eigenen Hund sollte Spaß machen und für positive gemeinsame Zeit sorgen – sowohl beim Hund als auch beim Menschen.

Ist die Leinenführigkeit einmal erlernt, funktioniert sie ein Hundeleben lang.
Man muss den Hund dann auch nicht mehr während dem Spaziergang ermahnen, damit er nicht an der Leine zieht. Die Leine hängt locker durch, so wie wir es in unserem Videoclip zum Thema „Leinenführigkeit trainieren“ zeigen.

Wie das Bild uns zeigt, genauso sollte man es nicht machen

Wie das Bild uns zeigt, genauso sollte man es nicht machen (#01)

Leinenführigkeit trainieren: nicht über Leinendruck

Leinendruck gilt bei den meisten Hundetrainern und Hundeschulen mittlerweile als überholte Methode. Allerdings gibt es immer noch ein paar die darüber arbeiten, viel mehr solcher Exemplare gibt es allerdings unter den Hundebesitzern.

Würge-und Stachelhalsbänder sind ein absolutes No-Go. Wer es nicht schafft einen 50 Kilogramm schweren Hund zu erziehen, der sollte diesen einfach nicht halten und sich eventuell für die Marke „Handtaschenhund“ entscheiden oder noch besser die Steiftierabteilung besuchen. Durch ruckartiges Reißen und Zerren an der Leine versuchen einige Menschen Leinenführigkeit zu trainieren.

Aber was macht das mit dem Hund? Welpen haben Knochen und Gelenke sie sich im Wachstum befinden und noch nicht vollständig ausgehärtet sind. Das kann zu massiven Folgeschäden im Alter führen.

Video: Leinenführigkeit lernen

 

Leinenführigkeit trainieren ist nicht Bei-Fuß-gehen

Leinenführigkeit trainieren ist nicht mit bei Fuß gehen zu vergleichen. Geht der Hund bei Fuß ist er hoch konzentriert auf seinen Halter. Bleibt dieser stehen, bleibt auch der Hund stehen, wechselt er die Richtung wechselt auch der Hund die Richtung.

Der Hund konzentriert sich auf jede kleine Bewegung seines Halters. Das ist richtig anstrengende Arbeit und erfordert die komplette Aufmerksamkeit des Hundes. Leinenführigkeit trainieren ist das Laufen neben dem Halter mit durchhängender Leine, ohne ziehen und zerren und ohne das der Hund permanent auf seinen Halter konzentriert sein muss oder von diesem angesprochen werden muss, oder Befehle von seinem Halter erhält.

Warum zieht der Hund an der Leine? Das fragt sich die Frau an der Leine bestimmt auch

Warum zieht der Hund an der Leine? Das fragt sich die Frau an der Leine bestimmt auch (#02)

Warum zieht ein Hund überhaupt an der Leine?

Im Grunde ist das ganz einfach wir sind für den Hund zu langsam. Würde der Hund frei und ohne Leine laufen wäre er mit einer anderen Geschwindigkeit unterwegs. Also wird er versuchen sein Tempo anzupassen.

Was dazu führt das er seinen Halter durch die Gegend zieht. Noch dazu gehen Tiere auf Leinendruck instinktiv nach vorn, also muss man seinem Hund erst einmal beibringen gegen seine Natur zu handeln.

Ältere gehbehinderte Menschen und ein leinenführiger Hund, eine tolle und wertvolle Kombination

Ältere gehbehinderte Menschen und ein leinenführiger Hund, eine tolle und wertvolle Kombination (#03)

Leinenführigkeit trainieren: Warum ist das so wichtig?

Wie bereits erwähnt ist es anstrengend, seinem Hund immer hinterher zu hechten und macht auch sicher keinen Spaß. Aber es gibt auch noch andere Punkte die man bedenken sollte. Hat man beispielsweise die Hände voll, weil man Einkäufe tragen will oder beim Spaziergang ein Eis essen möchte ist es doch wirklich entspannter wenn der Hund Leinenführigkeit gelernt hat.

Auch sollte man immer Bedenken, dass der Punkt eintreten kann, dass man eventuell mal nicht so gut zu Fuß ist, beispielsweise nach einem Unfall oder einer Operation. Das ist mit einem ziehenden Hund im Grunde gar nicht machbar.

Da hilft dann nur Rollstuhl vor die Leine gespannt und sich durch die Gegend ziehen lassen. Nein Spaß beiseite, aber es ist ja so. Wir Menschen sind auch krankheits- und unfallanfällig und wir werden auch älter. Ein Hund sollte deshalb nicht an der Leine ziehen. Leinenführigkeit trainieren beugt auch Unfällen und Stürzen vor, die durch ziehende Hunde ausgelöst werden.

Wo sollte man Leinenführigkeit am Besten trainieren?

Vor allem am Anfang sollte der Hund keine ablenkenden Reize erhalten. Deshalb sollte der Platz ruhig sein damit er sich voll und ganz auf das Training konzentrieren kann. Man kann zum Beispiel im eigenen Haus damit anfangen. Andere Menschen und Tiere sollten dabei allerdings nicht anwesend sein.

Leinenführigkeit anfangs trainieren indem man einfach nur die Leine ans Halsband macht. Damit kann sich der Hund an die Leine gewöhnen, denn sie behindert ihn schließlich am weg laufen. Wenn der Hund anfängt in die Leine zu beißen, wird das mit einem klaren NEIN verboten.

Am besten lenkt man ihn mit etwas ab zum Beispiel kann man ihm sein Futter geben und die Leine dabei dran lassen. So verknüpft er diese positiv. Hat er sich an die Leine gewöhnt und lässt diese in Ruhe geht es zum nächsten Schritt um die Leinenführigkeit zu trainieren.

Nun soll der Hund in der Nähe seines Halters bleiben. Jedes Mal wenn er mit durchhängender Leine in der Nähe stehen bleibt wird er gelobt. Nicht wenn er Sitz macht oder den Halter ansieht, sondern wenn er entspannt in der Nähe steht und wartet was passiert.

Als Leckerli Schweinsohren, das bekommt der vierbeiner wenn er seine Sache gut gemacht hat

Als Leckerli Schweinsohren, das bekommt der Vierbeiner wenn er seine Sache gut gemacht hat (#04)

Leinenführigkeit trainieren über positive Bestärkung

In unserem YouTube Clip könnt ihr sehen das wir die Leinenführigkeit trainieren über positive Bestärkung. Außerdem über Wiederholungen, denn Hunde verinnerlichen Kommandos und Übungen über Wiederholungen. Natürlich benötigt nicht jeder Hund mehrere Wiederholungen, bis er das erste Mal Sitz macht, aber bis das Kommando sozusagen zu 100% in Fleisch und Blut übergeht bedarf es Wiederholungen.

Man sollte die benötigte Zeit immer an das Lerntempo des Hundes anpassen – auch wenn wir Leinenführigkeit trainieren. Wenn der eine Hund das ganz schnell gelernt hat und immer super ausführt, kann es beim zweiten Hund ganz anders aussehen. Ich persönlich halte nicht soviel davon, seinen Hund mit Leckerlies vollzustopfen.

Das bedeutet nicht dass ich beim Leinenführigkeit trainieren nicht auch mal mit einem Leckerli übe. Aber hauptsächlich lobe ich meine Hunde überschwänglich und freue mich wie ein Keks wenn sie es richtig machen. Und meine Hunde freuen sich wenn ich mich freue.

Hört dich vielleicht komisch an aber es ist so. Sie sind glücklich wenn sie die Dinge richtig tun und ich mich darüber freue. Niemals sollte man Leinenführigkeit trainieren oder auch andere Übungen indem man mit Strafe arbeitet. Hunde erhalten über ein Lob viel mehr Anreiz alles richtig zu machen.


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Über Iris Martin

Iris Martin

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne – immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

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