Hund hechelt stark: 5 Gründe, warum Hunde hecheln

Fast jeder Hund hechelt hin und wieder. Doch gibt es immer wieder Situationen, in denen das Hecheln außergewöhnlich stark ist. Dieser Artikel stellt vor, welche Gründe dafür verantwortlich sein können.

Hecheln: Was ist das überhaupt?

Wenn es draußen heiß ist, beginnt der Mensch zu schwitzen. Tausende Schweißdrüsen setzen eine Flüssigkeit frei, die sich auf der Haut ansammelt. Diese verdunstet und setzt dadurch Verdunstungskälte frei. Diese beruht auf dem physikalischen Prinzip, dass jeder Stoff im gasförmigen Zustand mehr Energie hat, als im flüssigen. Wenn der Schweiß verdunstet, benötigt er daher Energie. Zu diesem Zweck zieht er Wärme aus seiner Umgebung ab. Daher kühlt sich die Haut durch diesen Effekt deutlich ab.

An dieser Stelle fragen Sie sich vielleicht: Was hat das alles damit zu tun, dass mein Hund stark hechelt? Der Zusammenhang besteht darin, dass gezeigt werden soll, dass der menschliche Körper über ein effizientes Mittel verfügt, um sich bei starker Hitze abzukühlen. Hunde haben jedoch nur sehr wenige Schweißdrüsen. Diese befinden sich außerdem überwiegend an den Pfoten. Dort können sie nicht zu einer effektiven Abkühlung beitragen. Sie dienen lediglich der Markierung der Umgebung. Deshalb benötigt der Hund ein anderes Mittel, um die Körpertemperatur zu senken: Indem er stark hechelt.

Hierbei lässt er seine Zunge weit aus dem Maul hängen. Darüber hinaus atmet er durch die Nase ein und durch das Maul aus. Ein großer Teil der Luft gelangt dabei überhaupt nicht in die Lunge, sondern wird bereits zuvor wieder ausgeschieden. Hinzu kommt, dass das Tier seine Atemfrequenz dabei stark steigert. Im Normalfall führt es jede Minute zwischen 30 und 40 Atemzüge durch. Wenn die Hitze sehr stark ist, wird die Frequenz etwa verzehnfacht. So kommt es zu 300 bis 400 Atemzügen pro Minute. Das führt dazu, dass viel Luft über die Zunge geleitet wird. Diese Bewegung regt die Verdunstung des Speichels an.

Daher entsteht hierbei sehr viel Verdunstungskälte. Diese ist ausreichend, um den gesamten Körper des Tiers abzukühlen. Eine weitere Besonderheit der Anatomie des Hundes begünstigt diesen Effekt: Der hohe Speichelfluss. Während beim Menschen der Mund bei großer Hitze schnell austrocknet, bleibt die Zunge bei diesem Tier stets feucht. Das führt dazu, dass es sich auf diese Weise über einen längeren Zeitraum hinweg abkühlen kann. Die erhöhte Speichelproduktion ist auch daran bemerkbar, dass viele Hunderassen stark sabbern.

Im Folgenden sollen nun fünf Gründe vorgestellt werden, weshalb der Hund stark hechelt. In den meisten Fällen hat das ganz natürliche Ursachen, die keinerlei Grund zur Besorgnis darstellen. Doch kann das manchmal auch ein Zeichen für ernsthafte gesundheitliche Probleme sein. Daher ist es wichtig, die Situation genau zu beobachten und zu überprüfen, welcher der genannten Gründe infrage kommt.

Nach der vorhergehenden Erklärung des Hechelns liegt ein Grund natürlich schon auf der Hand: Starke Hitze. (#01)

Nach der vorhergehenden Erklärung des Hechelns liegt ein Grund natürlich schon auf der Hand: Starke Hitze. (#01)

1. Große Hitze

Nach der vorhergehenden Erklärung des Hechelns liegt ein Grund natürlich schon auf der Hand: Starke Hitze. Wenn im Sommer die Temperaturen ansteigen, benötigt das Tier dringend eine Abkühlung. Dabei sucht es sich häufig einen gemütlichen Platz im Schatten, lässt die Zunge aus dem Maul hängen und beginnt schnell zu atmen. Das ist eine ganz natürliche Reaktion auf die hohen Temperaturen und stellt keinerlei Grund zur Beunruhigung dar. Dabei ist auch das Alter des Hundes zu berücksichtigen. Ein junges Tier hat in der Regel deutlich weniger Probleme mit der Hitze als ein älteres. Daher kommt es mit fortschreitendem Alter zu einem deutlichen Anstieg des Hechelns. Auch das ist ein ganz natürlicher Vorgang und stellt keinen Grund zur Sorge dar.

In diesem Fall sollten Sie lediglich darauf achten, dem Tier genügend Flüssigkeit zur Verfügung zu stellen. Da hierbei große Mengen an Speichel verdunsten, ist es wichtig, für ausreichend Nachschub zu sorgen. Stellen Sie daher sicher, dass immer ein Napf mit Wasser in der Nähe steht.

Wenn Sie einen langen Spaziergang mit hoher Geschwindigkeit unternommen haben oder wenn Sie intensiv mit dem Tier gespielt haben, hechelt es danach fast immer stark. (#02)

Wenn Sie einen langen Spaziergang mit hoher Geschwindigkeit unternommen haben oder wenn Sie intensiv mit dem Tier gespielt haben, hechelt es danach fast immer stark. (#02)

2. Hohe körperliche Anstrengung

Menschen kommen nicht nur bei starker Hitze ins Schwitzen. Auch beim Sport tritt dieses Phänomen auf. Durch die körperliche Betätigung steigt die Körpertemperatur, sodass die Schweißproduktion ansteigt. Das Gleiche ist beim Hund der Fall. Wenn Sie einen langen Spaziergang mit hoher Geschwindigkeit unternommen haben oder wenn Sie intensiv mit dem Tier gespielt haben, hechelt es danach fast immer stark.

Auch hierbei handelt es sich um eine ganz natürliche Körperreaktion, die keinerlei Grund zur Sorge darstellt. Genau wie bei großer Hitze sollten Sie auch nach der körperlichen Betätigung darauf achten, dass ausreichend Wasser zur Verfügung steht.

 Bei kurznasigen Rassen wie beispielsweise Pekinesen oder Möpsen ist die Länge der Atemwege deutlich reduziert. Das führt zu einer deutlichen Minderung der Effektivität des Hechelns. (#04)

Bei kurznasigen Rassen wie beispielsweise Pekinesen oder Möpsen ist die Länge der Atemwege deutlich reduziert. Das führt zu einer deutlichen Minderung der Effektivität des Hechelns. (#04)

3. Der Körperbau hat einen großen Einfluss

Ein weiterer wichtiger Grund für die Intensität des Hechelns ist der Körperbau des Tiers. Kleine Rassen haben in der Regel deutlich weniger Probleme mit dem Hitzeausgleich als große und schwere Tiere. Wenn Sie einen sehr großen Hund besitzen, ist es daher an der Tagesordnung, dass er stark hechelt. In diesem Fall ist dies kein Anzeichen für gesundheitliche Probleme. Bei kleinen Rassen, die normalerweise deutlich weniger stark hecheln, sollten Sie das Verhalten hingegen intensiver beobachten, um die Gründe dafür herauszufinden.

Nicht nur die Körpergröße ist hierbei entscheidend, sondern auch die Kopfform. Bei kurznasigen Rassen wie beispielsweise Pekinesen oder Möpsen ist die Länge der Atemwege deutlich reduziert. Das führt zu einer deutlichen Minderung der Effektivität des Hechelns. Aus diesem Grund steigt bei diesen Rassen die Atemfrequenz besonders stark an, um dennoch eine ausreichende Abkühlung zu gewährleisten.

Während des Hechelns steigt auch die Speichelproduktion deutlich an. Das führt zum Sabbern. Daher besteht ein starker Zusammenhang zwischen beiden Erscheinungen. Hunderassen wie Bernhardiner, Neufundländer oder Bulldoggen, die ausgeprägt sabbern, haben in der Regel ein verstärktes Bedürfnis, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Das führt daher auch dazu, dass das Tier hechelt.

Wenn Sie erschrecken oder Angst haben, steigt die Pulsfrequenz und auch die Atmung beschleunigt sich. Stress und Nervosität haben ähnliche Auswirkungen. Hunde reagieren ganz ähnlich auf die entsprechenden Situationen. (#03)

Wenn Sie erschrecken oder Angst haben, steigt die Pulsfrequenz und auch die Atmung beschleunigt sich. Stress und Nervosität haben ähnliche Auswirkungen. Hunde reagieren ganz ähnlich auf die entsprechenden Situationen. (#03)

4. Hund hechelt aufgrund von Stress, Angst oder Nervosität

Wenn Sie erschrecken oder Angst haben, steigt die Pulsfrequenz und auch die Atmung beschleunigt sich. Stress und Nervosität haben ähnliche Auswirkungen. Hunde reagieren ganz ähnlich auf die entsprechenden Situationen. Auch hier steigt die Atemfrequenz stark an und das Tier beginnt zu hecheln.

Derartige Situationen kommen recht häufig vor. Viele Tiere erschrecken aufgrund ihres empfindlichen Gehörs bei einem Gewitter. Auch die Zeit rund um Silvester bringt für die Tiere viel Stress mit sich. Wenn Sie sich mit Ihrem Hund in der Nähe eines Flughafens aufhalten, kann auch der Fluglärm zu Stress führen.

Solang es sich hierbei um vereinzelte Situationen handelt, stellt das sicherlich kein Problem dar. Beruhigen Sie Ihren Hund und geben Sie ihm die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Außerdem ist es ratsam, die entsprechenden Situationen im Alltag so gut wie möglich zu meiden.

In manchen Fällen sind die Angstzustände der Tiere jedoch krankhaft. Bereits bei Kleinigkeiten reagieren sie panisch. Dabei hecheln sie nicht nur, sondern versuchen, auszureißen oder sich an ungeeigneten Orten zu verstecken. Dabei verletzen sich die Tiere sogar manchmal selbst. In diesen Fällen ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen und das Verhalten des Tiers mit ihm durchzusprechen.

Um für eine gute Gesundheit zu sorgen, ist es sinnvoll, vorsichtshalber einen Tierarzt zurate zu ziehen. (#05)

Um für eine gute Gesundheit zu sorgen, ist es sinnvoll, vorsichtshalber einen Tierarzt zurate zu ziehen. (#05)

5. Krankheiten und Schmerzen

Wenn das Tier außergewöhnlich intensiv hechelt, ohne dass einer der bereits genannten Gründe dafür verantwortlich ist, kann das ein Hinweis auf eine Krankheit oder auf Schmerzen sein. Das tritt beispielsweise manchmal auf, nachdem die Tiere das Futter zu sich genommen haben. Wenn sie danach beginnen, schnell zu atmen, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sie Verdauungsprobleme haben und dass ihnen der Magen schmerzt.

Wenn der Hund ohne erkennbaren Grund hechelt, können jedoch auch viele weitere Probleme dahinter stecken. Die möglichen Ursachen sind ausgesprochen vielfältig. Häufig ist dieses Verhalten ein Anzeichen für starke Schmerzen. Diese können von den inneren Organen, von den Gelenken oder von einer Verletzung ausgehen.

Für den Besitzer ist es in diesen Fällen sehr schwierig, die Ursachen herauszufinden. Um für eine gute Gesundheit zu sorgen, ist es sinnvoll, vorsichtshalber einen Tierarzt zurate zu ziehen. Insbesondere wenn das Tier zusätzlich sehr schlapp und müde wirkt oder sogar das Futter verweigert, ist dies nachdrücklich zu empfehlen. Das starke Hecheln ist nur ein Indiz dafür, dass ein Problem vorliegt. Der Tierarzt kann den Hund daraufhin untersuchen und herausfinden, worauf dieses Verhalten zurückzuführen ist und falls notwendig eine Behandlung einleiten.


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Über Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

1 Kommentar

  1. Klaus Müller-Stern on

    Dankeschöön für den Hinweis. Da haben Sie natürlich vollkommen Recht. Habe es sofort verbesser.

    LG

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