Pferdenarren: Gutes Futter ist das A und O für Gesundheit und Leistungsfähigkeit

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Heu, Heu und nochmals Heu, so lässt sich die beste Fütterung für Pferde zusammenfassen. Pferdenarren wissen das natürlich und setzen auf Heu ad libitum. Die oftmals befürchtete Überfettung der Tiere ist längst widerlegt.

Pferdenarren setzen auf Gesundheit: Heu ist alles, was zählt

Grob lassen sich Pferde in Freizeit- und Sportpferde unterteilen. Beide brauchen eine unterschiedliche Fütterung, damit ihre Gesundheit erhalten bleibt. Sportpferde benötigen ein Kraftfutter, das sie ihre Leistung halten respektive steigern lässt. Freizeitpferde oder reine Koppelgänger brauchen hingegen ein Erhaltungsfutter, das aus Heu und Mineralfutter bestehen kann. Kranke Pferde, laktierende Stuten oder solche, deren Energie- und Immunsystem gestärkt werden soll, können auch ein spezielles Mash für Pferde erhalten. Das gibt schnell wieder Kraft!

 

Auf Raufutter setzen

In der freien Wildbahn würde ein Pferd sich von Steppengras ernähren. Das ist sehr nährstoffarm, eher hart und trocken. Das Pferd muss gut kauen, große Mengen aufnehmen und nutzt als angenehmen Nebeneffekt seine Zähne ideal ab. Doch unsere domestizierten Pferde finden keine solchen Idealbedingungen vor. Sie stehen auf Wiesen, die gern als „Kuhwiesen“ bezeichnet werden, weil sie grün und saftig sind. Fruktan und Eiweiß sind dabei die größten Verursacher von ernährungsbedingten Erkrankungen des Pferdes.

Andere Pferde stehen gar nicht auf einer Graskoppel, sondern fristen ihr Dasein in einer Box mit angeschlossenem Paddock. Dieser ist natürlich befestigt, damit das Tier nicht im Matsch steht. Die natürliche Bewegung ist eingeschränkt, ein natürliches Fressverhalten ist nicht möglich. Um dem Fress- und Kaubedürfnis des Tieres dennoch gerecht zu werden, ist neben ausreichender Bewegung die Gabe von Raufutter unterlässlich.

Als Faustregel kann davon ausgegangen werden, dass ein Pferd rund 1,5 bis 2,0 kg Heu pro Kilogramm Körpergewicht benötigt. Ein durchschnittliches Warmblut von 500 kg Körpergewicht braucht daher zwischen 7,5 und 10 kg Heu am Tag. Dieses sollte aus verschiedenen Kräutern und Gräsern bestehen und weder Klee noch Luzerne enthalten.

Beide Pflanzen werden zu Recht als „Kuhfutter“ bezeichnet und sind für Pferde wenig bekömmlich. Grobfaserige Gräser mit geringem Nährstoffgehalt sind vor allem für die Pferde gut, die als Freizeitpferde gehalten werden und mit dem Heu lediglich den Erhaltungsbedarf zugeführt bekommen. Ihrer Gesundheit sind magere Gräser deutlich zuträglicher!

Heu kann durch weiteres Raufutter ergänzt werden: Hochwertiges Stroh kann Fresspausen verkürzen und wird von vielen Pferden gern angenommen. Heulage ist für Allergiker geeignet, wird aber nicht von allen Pferden gleichermaßen gut vertragen.

Wichtig: Eine Heuanalyse zeigt die Nährstoffzusammensetzung dieses Raufutters, sodass entsprechend möglicher Mängel Mineralfutter zugefüttert werden kann. Viele Pferdenarren lassen das Blut ihrer vierbeinigen Lieblinge auf eventuelle Mängel untersuchen und passen die Gabe von Mineralfutter nach der Auswertung entsprechend an.

Das richtige Futter ist für die Gesundheit des Pferdes sehr wichtig. (Foto: Shutterstock- Iakov Filimonov )

Das richtige Futter ist für die Gesundheit des Pferdes sehr wichtig. (Foto: Shutterstock- Iakov Filimonov )

Fütterung sportlicher aktiver und in der Freizeit eingesetzter Pferde

Das Grundnahrungsmittel für diese Tiere ist, wie alle Pferdenarren wissen, Heu. Egal, ob Sport- oder Freizeitpartner, sie alle brauchen für eine gesunde Pferdefütterung in jedem Fall ausreichend Heu.

Dieses wird am besten vom Boden gereicht, um eine natürliche Fresshaltung zu gewährleisten und Schäden am Rücken zum Beispiel durch Kissing Spines zu vermeiden bzw. nicht noch zu verstärken. Damit weniger Futter zertreten und vergeudet wird, bietet sich die Gabe des Raufutters in Heunetzen an. Hier bitte auf großmaschige Netze setzen, denn zu kleinen Maschen bedeuten Stress für das Pferd.

 

Fütterung der Sportpferde

Die angepasste Fütterung von Sportpferden muss keine Wissenschaft sein! Wichtig ist lediglich die Berücksichtigung der natürlichen Bedürfnisse des Tieres. Es braucht ausreichend Raufutter zur freien Verfügung, dazu ein dem Verbrauch angemessen dosiertes Mineralfutter. Damit der höhere Energiebedarf gedeckt werden kann, ist ein Kraftfutter sinnvoll, wobei dieses erst nach einer Viertelstunde nach der Heugabe gereicht werden sollte.

Somit ist der Magen auf das kommende Futter gut vorbereitet. Ob hier auf ein spezielles Müsli gesetzt wird oder nach altbekannter Fütterungsweise Hafer verwendet wird, auf den viele Pferdenarren setzen, kommt auf das Maß der geforderten Leistung ebenso wie auf die Verträglichkeit des Futters an. Nicht jedes Pferd verträgt Getreide, manches reagiert mit Hauterkrankungen auf im Müsli enthaltenen Mais.

Dass Hafer „verrückt im Kopf“ macht, ist längst überholt: Passen Bewegung und Menge des Kraftfutters zusammen, ist das Tier leistungsfähig und munter, keinesfalls übersprudelnd vor Energie. Dies ist auch der Grund, warum die Gabe von Kraftfutter unbedingt reduziert werden muss, wenn das Pferd krankheitsbedingt weniger Bewegung bekommt oder gar in der Box bleiben muss.

Für die Gesundheit des Fohlen ist eine ausgewogenen Ernährung sehr wichtig ( Foto: Shutterstock-_Richard Juilliart)

Für die Gesundheit des Fohlen ist eine ausgewogenen Ernährung sehr wichtig ( Foto: Shutterstock-_Richard Juilliart)

Fütterung der Freizeitpferde

Gerade bei den leider oft viel zu dicken Freizeitpferden gilt: Weniger ist mehr! Sie sollten Heu zur freien Verfügung bekommen und brauchen weder Kraftfutter noch Müsli oder Mash. Kranke Tiere oder Senioren stellen sicherlich eine Ausnahme dar, sie profitieren von einem Zusatzfuttermittel.

Doch selbst bei einer Weiterbildung für Tierärzte wird klar, dass all die Mittel für einen schönen Fellglanz, für mehr Ruhe und Ausgeglichenheit oder für eine bessere Verdauung oftmals überflüssig sind, wenn die Grundbedingungen stimmen.

Das Freizeitpferd braucht vor allem:

  • ausreichend Heu
  • angepasstes Mineralfutter
  • genügend Bewegung
  • verträgliche Sozialpartner

Nicht jedes Problem beim Reiten lässt sich über das Futter lösen! Vielmehr wissen Pferdenarren, dass es auch auf die Bewegung ankommt, denn nur sie regt die Peristaltik des Darms an. Wenn man bedenkt, dass ein Pferd rund 36 m Darm besitzt, wird klar, dass dieser ein wenig Unterstützung vertragen kann. Die Haltung im Offenstall mit (wenn nötig kontrolliertem) Weidegang ist daher ideal.

Auf die Qualität kommt es an

Pferdenarren wollen nur das Beste für ihre Lieblinge und achten auf die Gesundheit der Tiere oft besser als auf die eigene. Um selbiger etwas Gutes zu tun, werden gern auch Kräuter verfüttert. Diese können bei speziellen Gesundheitsproblemen verwendet werden und unterstützen zum Beispiel das Immunsystem, können gegen Husten helfen oder Hautprobleme verbessern.

Doch Kräuter sollten keinesfalls durchgängig gefüttert werden, sondern immer nur als Zusatz. Sie können getrocknet oder frisch und vor allem hochwertig sein. Dies gilt allerdings für jegliches Pferdefutter.

Auch kleine Kinder haben Spaß daran ein Pferd zu füttern. (Bildnachweis: Shutterstock- Alexia Khruscheva)

Auch kleine Kinder haben Spaß daran ein Pferd zu füttern. (Bildnachweis: Shutterstock- Alexia Khruscheva)

Pferdenarren setzen nur auf bestes Futter

Erschreckenderweise wissen Pferdenarren aus eigener Erfahrung, dass ein teures Futter nicht zwingend gut sein muss. Bestenfalls sind bestimmte Zusätze einfach nur nutzlos und leeren höchstens den Geldbeutel. Schlimmstenfalls kann das Pferd vom Futter sogar krank werden. Vor allem Schimmelpilze sind eine große Gefahr für das empfindliche Tier, das darauf Allergien bis hin zum mit dem menschlichen Asthma vergleichbaren COB entwickeln kann.

Die chronisch-obstruktive Bronchitis kann das Pferd stark belasten, es zu Nutzzwecken untauglich machen und sogar seinen frühen Tod begünstigen. Gerade bei Heu gilt daher, dass es möglichst staub- und schimmelfrei sein sollte. Das beliebte Entfernen einer Schimmelstelle beseitigt das Problem nicht, denn die Sporen sind längst im gesamten Heuballen verteilt. Hier hilft nur noch die Entsorgung.

Auch beim Kraftfutter sowie bei Müslis sollte auf Qualität gesetzt werden. Pferdenarren behaupten oft, dass das Futter so sein muss, dass sie selbst Appetit darauf hätten. Genau so ist es richtig, denn warum sollte das Pferd ein Futter bekommen, das wir selbst für minderwertig befinden?

Durch hochwertiges und qualitativ einwandfreies Futter lässt sich die Gesundheit des Tieres ebenso wie seine Leistungsfähigkeit erhalten. Spezielle Diätfutter können im Krankheitsfall nötig werden. Eventuell muss auch ein älteres Pferd zum Beispiel mit Heucobs gefüttert werden, weil es Heu nicht mehr richtig kaufen kann. Für alle diese Spezialfälle hält die Futtermittelindustrie das passende Mittelchen parat.

Ob dieses im Einzelfall sinnvoll ist, sollten Pferdenarren mit dem Tierarzt abklären. Vor allem Mineralfutter sollten nicht unnötig in hoher Dosierung gegeben werden.

Ein Beispiel dafür ist Selen: Es wird für zahlreiche Stoffwechselvorgänge gebraucht, erleichtert dem Pferd den Fellwechsel und lässt das Deckhaar schön glänzen. In zu hoher Dosierung wird es aber giftig. Daher: Bitte nur angemessen und nach Absprache mit dem Tierarzt zufüttern!

 

Über den Autor

Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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