Tierschutzverbände kritisieren bereits vertrauliche Verhandlungen zwischen EU-Kommission und Pelzindustrie

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Umwelt- und Gesundheitsrisiken stehen im Fokus der Kritik an der Pelztierzucht. Fachreferentin Henriette Mackensen vom Deutschen Tierschutzbund weist auf mögliche Zoonosen, Antibiotikaresistenzen und Belastungen von Böden sowie Gewässern hin, die auf Pelzfarmen entstehen können. Trotz des rekordverdächtigen Unterstützerstands von 1,5 Millionen Unterzeichnern verzögert die EU-Kommission eine Entscheidung zum EU-weiten Verbot von Pelztierzucht und Pelzhandel. Eine verbindliche Mitteilung wird bis Ende März erwartet, um Handlungsbedarf abzustecken. Proteste in Brüssel fanden statt.

Deutscher Tierschutzbund fordert sofort verbindliches EU-weites Verbot der Pelzindustrie

Mehr als 1,5 Millionen EU-Bürger haben im Jahr 2023 eine Europäische Bürgerinitiative unterzeichnet, die ein Verbot der Pelzzucht und des Pelzhandels in der Union fordert. Bislang reagierte die EU-Kommission nicht auf diesen beispiellosen Mandatsauftrag. Tierschutzverbände wie der Deutsche Tierschutzbund und die Fur Free Alliance üben im Rahmen einer Aktion in Brüssel weiterhin massiven Druck auf die Exekutive aus. Eine offiziell verbindliche und transparente Stellungnahme soll bis Ende März schriftlich erfolgen.

Breite Mehrheit unterstützt EU-Verbot von Pelztierzucht und Pelzimporten dringend

Daten einer Savanta-Umfrage verdeutlichen, dass 78 Prozent der befragten Deutschen für ein EU-weites Verbot der Pelztierzucht eintreten. Gleichzeitig sprechen sich 80 Prozent der europäischen Bevölkerung dafür aus, Pelze aus Drittländern nicht mehr in die Union zu importieren. Nur acht Prozent lehnen diese restriktiven Maßnahmen ab. Solche Befunde untermauern den politischen Handlungsbedarf, den die Fur Free Europe-Initiative formuliert, und bekräftigen Forderungen nach konkreter Gesetzgebung auf europäischer Ebene mit sofortiger Wirkung einzuführen

Deutscher Tierschutzbund verlangt Offenlegung aller Pelz-Standards und industriebezogener Verhandlungen

Jürgen Plinz, als Präsidiumsmitglied des Deutschen Tierschutzbundes und Boardmitglied von Eurogroup for Animals, erhebt schwere Vorwürfe gegen die EU-Kommission. Er erklärt, dass sie ohne Einbindung der Öffentlichkeit und entgegen individueller Gesprächsanfragen mit Tierschützern heimlich Standards für die Pelzindustrie verabschiedet habe. Diese Vorgehensweise schade dem öffentlichen Vertrauen in politische Entscheidungen nachhaltig. Plinz fordert deshalb eine sofortige transparente Offenlegung sämtlicher Verhandlungsdetails und eine konsequent fundierte Einbindung wissenschaftlicher Tierwohlforschung in alle künftigen Regulierungsprozesse.

Tierschutzbund verlangt Verbot von Pelztierzucht zum Schutz von Tieren

Die intensive Pelztierzucht erzeugt erhebliche gesundheitliche Risiken, weil enge Tierhaltungen die Entstehung zoonotischer Infektionen begünstigen und durch massiven Antibiotikaeinsatz multiresistente Bakterien entstehen. Diese Krankheitserreger können Menschen infizieren und die Wirksamkeit lebenswichtiger Medikamente schwächen. Ein EU-weites Zucht- und Handelsverbot würde solche Gefahren eindämmen, die biologische Vielfalt fördern, landwirtschaftliche Flächen entlasten und den Verbraucherschutz stärken, indem es transparentere Produktionsstandards erzwingt. Das Verbot unterstützt zudem nachhaltige Kreislaufwirtschaft, senkt deutlich Umweltbelastungen und schützt Ökosysteme effektiv.

EU-Bürger fordern verbindliches Pelzverbot bis März zum Schutz aller

Ein EU-weiter Stopp von Pelzaufzucht und -handel realisiert eine konsequente und umfassende Umsetzung des Bürgerwillens und schafft eine verlässliche Grundlage für ethisch ausgerichtete Agrarpolitik. Tierwohl wird durch wegfallende Zuchtbetriebe verbessert, Leid und Stress werden drastisch reduziert. Zudem sinkt die Verbreitung antibiotikaresistenter Keime und die Belastung von Böden und Gewässern durch Schadstoffe. Diese Maßnahme stärkt langfristig das dringend benötigte Vertrauen in politische Prozesse und belegt den Willen zu nachhaltigen, verantwortungsvollen Entscheidungen.

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