Welches Haustier passt zu mir?

Während Hunde einst bei Wind und Wetter das Vieh der Bauern zusammentreiben oder den Hof bewachen mussten, räkeln sie sich heute auf dem Sofa und knabbern zufrieden an einem Kauknochen. Auch Katzen haben sich schon lange von ihrem Los als Nutztier befreit. Statt wie früher Getreidesilos vor Mäusen zu schützen und auf diese Weise satt zu werden, machen sie es sich nunmehr in ihrer Kuschelhöhle gemütlich und lassen sich von ihrem „Personal“ Leckerchen servieren.

Peu à peu hielten behaarte Vierbeiner, gefiederte Schnabelträger oder schuppige Flossenschwimmer Einzug in unsere vier Wände und eroberten im Sturm unsere Herzen. Gerne hegen und pflegen wir sie, lachen über ihre witzigen Einfälle, bewundern ihre exotische Schönheit und möchten unser Haustier in unserem Leben nicht mehr missen.

Doch es gibt auch Fälle, bei denen sich die Beziehung zwischen Mensch und Tier als äußerst problematisch gestaltet, wenn beispielsweise Lumpi immer wieder den Teppich flutet oder nach seinem Herrchen schnappt. Auch das Kratzen von Katzen an der Wohnzimmerwand interpretieren deren Besitzer selten als Wunsch nach einem Tapetenwechsel. Die Ursache, warum ein Haustier Verhaltensstörungen an den Tag legt, ist oft darin zu suchen, dass dessen natürliche Bedürfnisse nicht befriedigt sind und es deshalb unausgeglichen ist. Dies passiert etwa, wenn das Haustier über- oder unterfordert, vernachlässigt oder nicht artgerecht gehalten wird.

Wer sich also mit dem Gedanken trägt, mit einem Naturburschen der Sorte Hund, Katze, Maus & Co unter einem Dach leben zu wollen, sollte sich zunächst grundsätzlich überlegen, welche Art von Haustier am besten zu ihm passt. Doch vor diesem Schritt gilt es, die folgenden allgemeinen Fragen zu klären:

  • Haben ich, mein Partner oder die Kinder eine Allergie gegen bestimmte Haustiere? Ein Test beim Arzt kann diesbezüglich für Klarheit sorgen.
  • Erlaubt im Falle einer Mietwohnung dessen Eigentümer die Haltung der Tiere?
  • Bin ich bereit, meinen gewohnten Lebensrhythmus an die Erfordernisse des neuen Mitbewohners anzupassen?
  • Gewährt meine Wohnsituation die Möglichkeit, das Tier artgerecht unterzubringen?
  • Wer kümmert sich um das Haustier, wenn ich krank bin, auf Dienstreise oder gar ins Krankenhaus muss?
  • Steht mir im Alltag genügend Zeit für die Beschäftigung mit dem großen oder kleinen Liebling zur Verfügung?
  • Wie gestalte ich mit Rücksicht auf das neue Lebewesen meine künftigen Urlaube?
  • Kann ich mir finanziell ein Haustier leisten und für die oftmals nicht unerheblichen Kosten, die für Unterhalt, Tierarzt oder bei Hunden Steuern anfallen, aufkommen?
  • Sind alle Familienmitglieder einverstanden mit der Vergrößerung der Hausgemeinschaft?
  • Stört die Anschaffung eines Haustieres die Zweisamkeit einer partnerschaftlichen Beziehung?

Sollten die äußeren Umstände einer Haustierhaltung nicht im Wege stehen, geht es nun um die Wahl des richtigen Partners, um eine harmonische Beziehung aufbauen zu können:

Hund

Welches Haustier passt zu mir? Beim Hund stellt sich sogar noch die Frage "Welche Hunderasse passt zu mir?". Keine leichte Entscheidung und man sollte sich hierfür ausreichend Zeit für Überlegungen lassen. (#1)

Welches Haustier passt zu mir? Beim Hund stellt sich sogar noch die Frage „Welche Hunderasse passt zu mir?“. Keine leichte Entscheidung und man sollte sich hierfür ausreichend Zeit für Überlegungen lassen. (#1)

Hunde sind in ihrem Wesen, Charakter und äußeren Erscheinungsbild so individuell unterschiedlich wie der Mensch selbst. Dennoch lassen sich der Rassezugehörigkeit der Hunde viele wichtige Informationen über deren Verhaltenstendenzen entnehmen.

So gibt es Lauf- und Jagdhunde, die über einen extremen Bewegungsdrang verfügen. Gesellschafts- und Begleithunde legen dagegen ein weniger rasantes Tempo an den Tag, finden dafür aber häufig an einem hysterischen Kläffen Gefallen. Hütehunde indes haben einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Wer sich für ein Haustier der Kategorie Hund entscheidet, ist gut beraten, seine eigenen Vorlieben mit den typischen Merkmalen der diversen Rasseklassifizierungen der Tiere abzugleichen.

Die Haltung eines Hundes ist sehr zeitintensiv und bedeutet eine nicht unerhebliche Umstellung der persönlichen Lebensgestaltung. Vor allen Dingen Familien mit einem Baby oder kleineren Kindern, die schon mal etwas ungestüm mit Tieren umgehen, sollten sich nicht planlos in dieses Projekt stürzen, sondern fachgerechte Tipps beachten. Aber wer das goldene Los der Wahl des für ihn optimalen Hundes gezogen hat, der bereut die Entscheidung wirklich nicht eine Sekunde, denn eine treuere Seele ist auf dieser Welt kaum zu finden.

Katze

Katzen sind Tiere, die auf die Meinung anderer pfeifen und ihr eigenes Ding durchziehen. Kuscheln ist angesagt, wenn ihnen danach zumute ist. Kuscheln fällt aus, wenn möglicherweise draußen eine Maus um die Ecke flitzt und damit die Jagd nach ihr provoziert. Die Haltung einer Katze erfordert deutlich weniger Aufwand als die eines Hundes. Aber auch hier gibt es einige Fallstricke zu beachten.

Die Katze ist eher eigensinnig. Stets schmusebereit, jedoch wenig hörig. (#5)

Die Katze ist eher eigensinnig. Stets schmusebereit, jedoch wenig hörig. (#5)

Freigängermiezen, die in einer verkehrsreichen Umgebung ihr Revier durchforsten, haben keine hohe Lebenserwartung, weshalb sie im ländlichen Raum besser aufgehoben sind. Auch sind diese Haustiere mehr orts- als menschenbezogen, sodass ein Umzug mit Freigängern nicht einfach ist. Für die Stadt eignen sich Wohnungskatzen, die viel Aufmerksamkeit einfordern. Aus diesem Grund macht man sich und dem Tier das Leben leichter, wenn man sich gleich zwei „Stubentiger“ anschafft. Tipps zur richtigen Haltung sind unbedingt zu beachten, damit ein harmonisches Miteinander von Mensch und Haustier gewährleistet ist.

Die schnurrigen Samtpfoten sind für Menschen, die viel unterwegs sind, prima Kumpels, die wirklich stundenlang zuhören können, sich an einen schmiegen oder mit ihrer putzigen Verspieltheit für gute Laune sorgen. Da diese Tiere aber auch kratzbürstig sein können, sollten in Haushalten, in denen Kinder sind, besondere Vorsichtsregeln gelten. Kritisch wird es, wenn ein Baby da ist, das in Anwesenheit von Katzen immer unter Aufsicht stehen sollte. Katzenhaarallergien sind übrigens nicht selten, weshalb ein ärztlicher Test vor der Anschaffung dieser Haustiere nicht verkehrt sein kann.

Vogel

Der Vogel als Haustier verspricht "Mehr Leben in der Bude". Und das hält er auch. Man sollte sich dessen bewusst sein und abwägen, ob man soviel "mehr" an Leben aushalten wollen wird. (#4)

Der Vogel als Haustier verspricht „Mehr Leben in der Bude“. Und das hält er auch. Man sollte sich dessen bewusst sein und abwägen, ob man soviel „mehr“ an Leben aushalten wollen wird. (#4)

Zu den beliebtesten Haustieren unter den Vögeln zählen die Wellensittiche. Diese munteren Zeitgenossen lieben es, unabhängig von irgendwelchen Ruhezeiten zu plappern, zwitschern, trällern oder schrill zu krächzen. Auch sind sie nicht gerne alleine, wobei ihnen einen Spiegel im Käfig als Ersatz für einen Partner nicht ausreicht, sondern sie sich einen lebendigen wünschen.

Menschen, die auf der Suche nach einem Kuscheltier als Haustier sind, werden in der gefiederten Abteilung nicht fündig werden. Wer sich jedoch wirklich über Leben in der Bude freut, liegt mit den Miniadlern, die auch zahm und zutraulich werden können, goldrichtig.

Nager

Meerschweinchen, Kaninchen und Rennmäuse zählen zu den tagesaktiven Nagetieren, die Geselligkeit schätzen und somit als Haustiere mit Artgenossen zusammen gehalten werden sollten. Hamster dagegen sind Einzelgänger und drehen nachts am Rädchen.

Ordnungsliebende Menschen wollen eventuell kein Nagetier in der Wohnung haben. Zuviele Überraschungen sind da möglich. (#3)

Ordnungsliebende Menschen wollen eventuell kein Nagetier in der Wohnung haben. Zuviele Überraschungen sind da möglich. (#3)

Alle diese wuseligen Haustiere vom Typ Speedy-Wollknäuel toben am liebsten in Freiheit durch die Wohnung, um ihrem großen Bewegungsbedürfnis Luft zu verschaffen. „Dumm gelaufen“ lautet jedoch am Ende die Überschrift, wenn die Tiere in einem Anfall von Knabberspaß das Fernsehkabel durchbeißen.

Ein Nager als Haustier passt zu Menschen, die entweder Wert auf eine aufgeräumte Wohnung legen, in der Stromleitungen für scharfe Zähnchen nicht erreichbar sind, oder die bereit sein, auch mal auf Elektrizität verzichten zu können. Dem Wunsch vieler Kinder nach so einem Lebewesen aus dem Kleintierzoo sollte nur dann nachgegeben werden, wenn diese alt genug für einen verantwortungsbewussten Umgang mit diesen sind. Auch ein Baby im Haushalt sollte nie unbeaufsichtigt sein, wenn Nagezahn unterwegs ist.

Fisch

Bei der Anschaffung eines Aquariums stellt sich nicht die Frage, welcher Fisch passt zu mir, sondern welcher Fisch passt zu welchem Fisch. Wichtig ist auch, einen geeigneten Standort für den Pool bei sich zu Hause parat zu haben. Darüber hinaus gibt es viele andere Dinge zu beachten, um den Kiemenatmern ein schönes Heim zu schaffen, weshalb man sich am besten Tipps in entsprechenden Fachgeschäften oder –büchern einholen sollte.

Bei Fischen muss man darauf achten, dass alle Fische im Aquarium zueinander passen. Auch dies schränkt die Auswahl ein. (#2)

Bei Fischen muss man darauf achten, dass alle Fische im Aquarium zueinander passen. Auch dies schränkt die Auswahl ein. (#2)

Im Unterschied zu vielen anderen Haustieren machen Fische am wenigsten Arbeit. Sie knurren, kratzen, beißen und haaren nicht, womit ein Test auf Allergien entfällt. Auch ist ihr wunderschöner Anblick, wenn sie schillernd durchs Wasser gleiten, Balsam für die Seele.

Ein Fisch als Haustier passt zu Menschen, die meditative Entspannung suchen und sich gleichzeitig um ein Lebewesen aus der bunten Artenvielfalt der Animals kümmern wollen.

Fazit

Ohne Frage bereichert ein Haustier das Leben der Menschen. Aber ohne Fleiß kein Preis. Die perfekte Bindung zwischen beiden Partnern entwickelt sich, wenn der Chef des etwas ungleichen Teams von Anfang an die richtigen Entscheidungen trifft. Und die beginnen mit der Frage: Welches Haustier passt zu mir?


Bildnachweis: © pixabay.com – #1 ludi, #2 klausdie, #3 JarkkoManty, #4 maritsch28, Titelbild + #5 Schmid-Reportagen

Über 

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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