Tiere zu verschenken: So werden Besitzer und Tier glücklich

Immer wieder stößt man in Kleinanzeigen auf Hinweise, wonach Tiere zu verschenken, Welpen abzugeben oder Kleintiere und Hunde auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind. Hierbei wird leider oft übersehen, dass Tiere keine Ware sind,  sondern Lebewesen mit Bedürfnissen und mit Gefühlen.

Tiere zu verschenken oder abzugeben: darauf sollte man achten

Gerade zur Weihnachtszeit ist es beliebt, Tiere zu verschenken oder kleine Welpen abzugeben, damit diese ein neues Zuhause finden können. Da Tiere jedoch Lebewesen sind, die sich leider nicht explizit sprachlich artikulieren und verständlich machen können, wenn es ihnen schlecht geht, sollte beim Tiere verschenken oder beim Abgeben von Welpen einiges beachtet werden.

Zunächst erst einmal sollten die Tiere über ein minimales Potenzial an Sozialisierung verfügen. Welpen unter 6 Wochen gehören daher keineswegs als Geschenk auf einen Gabentisch, denn in den ersten Lebenswochen benötigen die Tiere noch dringend die Sozialisierung und die Erziehung durch ihre Mutter.

Welpen keinesfalls zu früh verschenken!

Diese Mutter-Jungtier-Beziehung darf keineswegs zu früh zerrissen werden, wenn das Jungtier keine verhaltensmäßigen Defizite durch diese Trennung erleiden soll, die später dann gegebenenfalls sogar zu Verhaltensauffälligkeiten führen können. Die Sozialisierung durch die Tiermutter kann auch keinesfalls durch den Menschen und späteren Besitzer ersetzt werden.

Zwar erfolgt grundsätzlich eine Prägung auf den Menschen, doch muss zunächst die erste und ungemein wichtige Sozialisierungsphase im Rahmen der Tierfamilie abgeschlossen sein, ehe ein solcher Welpe ein neues Zuhause in Besitz nehmen kann. Hierdurch wird vor allem eine spätere Teamfähigkeit gewährleistet und auch ein ausreichend starkes Wesen erst ermöglicht, welches ein Tier gerade in unsrer heutigen schnelllebigen Zeit mit ihren vielfachen Reizen benötigt.

Diese Mutter-Jungtier-Beziehung darf keineswegs zu früh zerrissen werden.(#01)

Diese Mutter-Jungtier-Beziehung darf keineswegs zu früh zerrissen werden.(#01)

Beim Tiere abgeben stets auf verantwortungsbewusste und tierliebe Empfänger achten!

Beim Tiere verschenken oder beim Abgeben von Welpen in ein neues Zuhause ist es nicht damit getan, eine Kleinanzeige aufzugeben und somit auf die Suche nach einem potenziellen neuen Besitzer für die Tiere zu gehen. Verantwortungsbewusster Umgang mit einem Tier und mit dessen Nachkommen zeigt sich auch darin, dass der Besitzer sich den Käufer oder Empfänger der Welpen und der Jungtiere zunächst erst einmal sehr genau anschaut und ihn entsprechend beurteilt. Pflichtbewusste Tierhalter schauen sich sogar das neue Zuhause persönlich an, in welches die Welpen gelangen sollen.

Hierbei sind dann Fragen zu klären, wie zum Beispiel:

  • gibt es überhaupt genügend Freiraum und Auslauf im neuen Zuhause der Welpen?
  • ist die Anwesenheit einer Bezugsperson gewährleistet?
  • gibt es vielleicht schon andere Tiere im Haushalt, mit denen ein Konflikt vorprogrammiert sein könnte?
  • gestattet der Vermieter überhaupt die Haltung der Welpen im Haus?
  • welche Erfahrungen in der Tierhaltung und in der Aufzucht von Welpen liegen im neuen Zuhause überhaupt schon vor?
  • ist der neue Besitzer tierlieb und imstande, den Welpen langfristig zu versorgen und zu betreuen?
Gibt es überhaupt genügend Freiraum und Auslauf im neuen Zuhause der Welpen?(#02)

Gibt es überhaupt genügend Freiraum und Auslauf im neuen Zuhause der Welpen?(#02)

Hilfen anbieten beim Wechsel von Welpen in ein neues Zuhause

Sinnvoll ist es auch, wenn das neue Zuhause der Welpen oder der Jungtiere räumlich nicht allzu weit entfernt liegt. So kann der frühere Besitzer sich gelegentlich vom guten Zustand seiner früheren Schützlinge persönlich überzeugen und sogar im Idealfalle als betreuende Person einspringen, wenn der neue Besitzer einmal in den Urlaub fahren möchte.

Gerade bei bestimmten Hunderassen ist es wichtig, sich korrekt zu verhalten und dem Tier ein Maximum an Zuwendung und an Auslauf zukommen zu lassen. Der neue Besitzer sollte sich also stets selbstkritisch fragen, ob er willens und fähig ist, diese elementaren Voraussetzungen ein langes Hundeleben lang, welches bei guter Pflege und optimaler medizinischer Betreuung heute durchaus 25 Jahre währen kann, zu garantieren.

Sich auf einen Welpen vorbereiten

Gerade auch solche Tierliebhaber, die nie zuvor ein eigenes Haustier besessen haben oder einen Welpen aufgezogen haben, sollten sich im Vorfeld des Einzugs des Tieres in sein neues Zuhause entsprechend sachkundig machen oder sich auch Hilfen holen.

Es gibt mittlerweile sogar öffentliche Kurse und Bildungsangebote, in denen der korrekte Umgang mit Tieren gelehrt auch demonstriert wird. In vielen Städten und Gemeinden gibt es dazu eine Hundeschule oder es kann bei entsprechenden Verhaltensauffälligkeiten auch ein Hundetherapeut oder ein sogenannter „Hundeflüsterer“ in Anspruch genommen werden. Welcher den Verhaltensauffälligkeiten des betreffenden Tieres, für deren Ursache meist der Halter verantwortlich zeichnet, auf den Grund geht.

Literatur ist eine gute Hilfe

Für die Aufzucht und die Haltung fast aller Tiere, vom Kleintier bis hin zum Hundewelpen der verschiedensten Rassen, gibt es heute im Internet und auch im Buchhandel eine wahre Fülle an Fachliteratur. Diese ist ein erster Einstieg in eine Gemeinsamkeit mit dem neuen Hausgenossen und kann dem neuen Besitzer helfen, Bedürfnisse des Tieres rechtzeitig zu erkennen und dann auch optimal auf diese einzugehen.

Gerade Welpen bedürfen in der ersten und oftmals schwierigen Zeit in ihrem neuen Zuhause nämlich nicht nur der Fütterung und der Verabreichung von frischem Wasser, sondern vor allem jeder Menge an individueller Zuwendung. Hier erfolgt dann nämlich die schrittweise Ablösung von der Tiermutter und die Prägung und Bindung durch den neuen Besitzer. Dieser kann mit viel Fürsorge und Zuwendung und einem sachkundigen Herangehen an die Versorgung des Welpen diesen Prozess optimal unterstützen und letztendlich auch gestalten und abkürzen.

Es gibt heute im Internet und auch im Buchhandel eine wahre Fülle an Fachliteratur. (#03)

Es gibt heute im Internet und auch im Buchhandel eine wahre Fülle an Fachliteratur. (#03)

Tiere an Tierfreunde verschenken

Tiere verschenken, das tut man heute am besten an ausgewiesene Tierfreunde und Tierliebhaber. Bei einem persönlichen Kennenlernen wird schnell deutlich, ob der neue Besitzer den Welpen lediglich als Objekt betrachtet oder ob er letztendlich ein Herz für Tiere hat und diese als Hausgenossen und Objekt seiner Liebe und Fürsorge zu behandeln gewillt ist.

Die Kleinanzeige in der Zeitung oder an der Pinnwand des nächsten Supermarktes, wonach Tiere zu verschenken sind und ein neues Zuhause suchen, kann und darf daher niemals das zumindest kurze Kennenlernen der neuen Besitzer ersetzen.

Dies ist ein Gebot der tätigen Tierliebe, sich zumindest zu vergewissern, dass Welpen oder junge Hunde, die abzugeben sind, auch in gute Hände gelangen. Die Verantwortung für ein Jungtier erstreckt sich gerade auch auf die sensible Phase, in der ein neuer Besitzer in Betracht kommt, der dann für die nächsten Jahre die Verantwortung für das Wohl des Tieres übernehmen muss.

Tiere verschenken: Kann der neue Besitzer sich auf ein Tier einstellen?

Gerade in der ersten Zeit nach der Abgabe eines Jungtieres ist es für den neuen Besitzer, unter Umständen auch mit Einschränkungen zu leben und praktisch rund um die Uhr für den neuen Schützling da zu sein. Nach der Aufnahme eines Welpen in sein neues Zuhause und in die Familie sollte die spätere Bezugsperson nicht gleich wieder zur Arbeit gehen oder gar auf Montage fahren.

Es ist enorm wichtig, mindestens etwa eine Woche lang ununterbrochen für den neuen Hausgenossen da zu sein und ihn liebevoll zu umsorgen. Nur so kann die Prägung auf die neue Bezugsperson erfolgen und dann letztendlich auch Vertrauen durch das Tier gefasst werden, während es unter der Anleitung und unter der Aufsicht seines neuen Leittieres das künftige Zuhause dann in aller Ruhe erkunden kann.

Es ist enorm wichtig, mindestens etwa eine Woche lang ununterbrochen für den neuen Hausgenossen da zu sein und ihn liebevoll zu umsorgen.(#04)

Es ist enorm wichtig, mindestens etwa eine Woche lang ununterbrochen für den neuen Hausgenossen da zu sein und ihn liebevoll zu umsorgen.(#04)

Nehmen Sie sich Zeit!

Wenn Sie ein Jungtier oder einen Welpen in Ihren Haushalt aufnehmen, so lautet der wohl aller wichtigste Rat, gerade für die aller erste Zeit der Zweisamkeit: Nehmen Sie sich Zeit für Ihren neuen Schützling und geben Sie ihm den Rahmen den er benötigt, um sich auf seine neue Umgebung und auf sein neues Rudel einstellen zu können!

Ihr Tier wird es Ihnen mit lebenslanger Liebe stets danken.


Bildnachweis:©Shutterstock – Titelbild:Bildagentur Zoonar GmbH – #01:LarsZ – #02:Boryana Manzurova – #03:Adya – #04:Daxiao Productions

Über 

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne – immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

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