Sonnenbrillen für Hunde

Dass Hunde Hüte, T-Shirts und Pullover tragen, ist heutzutage ja bei weitem keine Seltenheit mehr. Seit einiger Zeit rückt aber ein neues Accessoire immer mehr in den Fokus: die Sonnenbrille für den Hund.

Hundebrillen: Ein Trend aus den USA

Würden Sie auf die Idee kommen, Brillen für Hunde zu verkaufen? Wahrscheinlich eher nicht. Wie fast alle etwas gewöhnungsbedürftigen Trends kommt auch dieser aus den USA. Marktführer dort ist der Hersteller Doggles. Der Name des Herstellers setzt sich dabei aus dem Produkt: „googles“ (Brillen) für „dogs“ (Hunde).

Mit ihren Hundebrillen macht dieser Hersteller, trotz eher geringer Notwendigkeit, einen hohen Umsatz. Auf der Website kann man zwischen verschiedenen Modellen wählen. Die Modelle lassen sich unterteilen in Sonnenbrillen und Brillen, die neben dem Abhalten von UV-Strahlen zusätzlich die Augen des vierbeinigen Freundes zum Beispiel vor Fahrtwind schützen sollen. Jede Brille gibt es in verschiedenen Farben und Größen. Eine Hundebrille gibt es schon ab knapp 14 US-Dollar.

Der Verkaufsschlager unter den Hundebrillen ist die „K9 optix“, eine Sonnenbrille, die laut Website so modisch und trendig ist, dass Frauchen und Herrchen sie am liebsten selbst tragen würden.

Solche Hundebrillen gibt es aber nicht nur in den USA. Auch in
Deutschland und UK gibt es das Accessoire schon. Ab rund 25 Euro sind die Hundebrillen zu haben. Sie sollen dafür sorgen, dass UV-Strahlen oder auch starker Wind wie beim Autofahren im Cabrio oder bei offenen Fenster dem empfindlichen Hundeauge nichts anhaben können.

Die Idee für Hundebrillen entstand aber aus einem weitaus ernsteren Beobachtung heraus. (#03)

Die Idee für Hundebrillen entstand aber aus einem weitaus ernsteren Beobachtung heraus. (#01)

Hundebrillen als Schutz vor Erkrankungen: Sinnvoll oder nicht?

Die Idee für Hundebrillen entstand aber aus einem weitaus ernsteren Beobachtung heraus: Ein Führer der Gasteiner Lawinenhundestaffel in den Alpen hatte bei den Hunden der Staffel, die sich in großer Höhe unter intensiver UV-Belastung in der hellen Schneelandschaft aufhalten, beobachtet, dass bei diesen vermehrt eine chronische und schmerzhafte Horn- und Bindehautentzündung, die mit einer Hornhautwucherung einhergehen kann, auftritt. Diese Entzündung kann, wenn sie unbehandelt bleibt, zu Erblindung führen, eine Gefahr, der Lawinensuchhunde erhöht ausgesetzt sind.

Es lauern noch weitere Gefahren

Doch auch Herrchen und Frauchen, die mit ihrem Hund regelmäßig im Badeurlaub sind, sollten sich ein paar Risiken bewusstwerden: Sand zum Beispiel reflektiert zehn Prozent der Sonnenstrahlen, das Wasser sogar 25 Prozent. Das ist eine enorme Zusatzbelastung für den Sehapparat und das bei Hunden und Menschen.

Menschen mildern diese in der Regel mit einer Sonnenbrille ab, denn auf Dauer kann UV-Strahlung zur Linsentrübung führen. Von der damit verbundenen Krankheit, dem grauen Star können auch Hunde betroffen sein. Diese Erkrankung der Augen kann beim Hund wie auch beim Menschen operativ unter Vollnarkose behoben werden.

Doch auch Herrchen und Frauchen, die mit ihrem Hund regelmäßig im Badeurlaub sind, sollten sich ein paar Risiken bewusstwerden

Doch auch Herrchen und Frauchen, die mit ihrem Hund regelmäßig im Badeurlaub sind, sollten sich ein paar Risiken bewusstwerden (#02)

Sollte man Hunde also präventiv nur noch mit Hundebrille vor die Tür nehmen? Das wäre wohl zu viel des Guten. Dieser Meinung sind auch Tierärzte, die die Hundebrillen doch eher für ein Modeaccessoire halten. Zum einen ist regelmäßiges Tageslicht für Hunde wichtig, damit die Hormone der Tiere im Gleichgewicht bleiben. Zum anderen ist nicht jeder Hund in gleichem Maße anfällig für Augenerkrankungen wie dem grauen Star.

Ausnahmen sind Unternehmungen wie Segeln oder Ausflüge in die Berge, bei denen die Augen der Hunde über einen längeren Zeitraum einer erhöhten UV-Strahlung ausgesetzt sind. Dann empfehlen auch Tierärzte Hundesonnenbrillen, die ähnlich wie kleine Taucherbrillen um den Kopf des Hundes gespannt werden.

Und für den Fall, dass der Hund die Sonnenbrille nicht mag, gibt es sogar Kontaktlinsen für die vierbeinigen Freunde.


Bildnachweis: ©Fotolia-Titelbild: Natallia Vintsik, -#01: BillionPhotos.com, -#02: Lindsay_Helms

Über Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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