Hundesteuer FAQ: Alle wichtigen Antworten!

Das Halten von Hunden wird in Deutschland mit einer Gemeindesteuer besteuert. Die Hundesteuer!
Die Höhe der Steuer ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich und ist eine öffentlich-rechtliche Abgabe, sie zählt zu der Aufwandssteuer. Deshalb steht die Hundesteuer keiner bestimmten Leistung, wie etwa das Reinigen der Straßen von Hundekot gegenüber und wird nach dem Gesamtdeckungsprinzip zur Finanzierung aller kommunalen Aufgaben mitverwandt.

Trotzdem finden viele Hundehalter diese Steuer ziemlich ungerecht und den Hundegegnern kann sie nicht hoch genug sein. Aber die Hundesteuer hat neben fiskalischen auch ordnungspolitische Gründe.

In Großbritanien war Beginn der Hundesteuer

In Großbritanien war Beginn der Hundesteuer (#01)

Geschichte der Hundesteuer

Im Jahre 1796 wurde in Großbritannien eine staatliche Hundesteuer eingeführt. Weltweit wurde sie oft als erste Hundesteuer bezeichnet.
Erstmals in Deutschland, wurde die Hundesteuer im Februar 1807 in der Stadt Offenbach am Main erhoben und betrug jährlich einen Reichstaler. Zur Tilgung städtischer Kriegsschulden sollte dieser Beitrag dienen.

Nach und nach haben unsere Nachbarsländer die Hundesteuer aber wieder abgeschafft wie in Dänemark im Jahre 1972. Darauf folgten Frankreich 1979 und England 1990, obwohl es in beiden Ländern weitaus mehr Hunde als in Deutschland gibt.
In Schweden wurde die Hundesteuer 1995 abgeschafft. Danach wurde sie auch in Belgien, Spanien, Italien, Griechenland, Ungarn und Kroatien aufgehoben. In den Niederlanden kann allerdings eine Kommune eine Hundesteuer einfordern und in Luxemburg ist man verpflichtet sie zu erheben.

Nun, zu diesem Thema gibt es einige Fragen die Hundehalter haben und deshalb sind hier alle wichtigen Antworten auf einen Blick:

Deutschland bekannteste Städte und überall kosten die Hunde unterschiedlich

Deutschland bekannteste Städte und überall kosten die Hunde unterschiedlich (#02)

Warum muss man in der Stadt für einen Hund oft mehr bezahlen als in einer anderen?

Die Hundesteuer ist nicht nur da um die Kassen mit Geld zu füllen, sondern auch die Anzahl der Tiere zu begrenzen. Denn die Stadtgebiete wollen die Hunde rausdrängen. Ein Zweit- oder Dritthund kostet deshalb in vielen Orten mehr.

Hunde die als gefährlich eingestuft werden sowie Kampfhunde, will man möglichst gar nicht in der Stadt haben. Deshalb wird in manchen Orten für diese Rassen eine Hundesteuer bis zu 1 000 Euro pro Jahr erhoben.
Das Ordnungsamt kann übrigens auch Hunde als „gefährlich“ einordnen, wenn einige Meldungen vorliegen.

Wie hoch sind die Hundesteuer Einnahmen?

Die Angaben des Statistischen Bundesamts ergaben das die Kommunen 2014, Bundesweit insgesamt 309 Millionen Euro eingenommen haben.
Dies wäre ein Anteil von 0,05 Prozent an der Gesamtsteuer also 643 Milliarden Euro. Ein Vergleich: Die Einnahmen der Lohn- und Einkommensteuer betrugen 212 Milliarden Euro und die Kaffeesteuer brachte 1,02 Milliarden Euro 2014.

Kann man die Hundesteuer senken?

Nein, außer, man zieht um.
Wenn man aber zu zweit einen Hund hält und in unterschiedlichen Ortschaften wohnt, könnte man etwas sparen indem man den Vierbeiner in der günstigeren Stadt anmeldet.

Treue Begleiter ist dieser Hund in jedem Fall für sein Frauchen

Treue Begleiter ist dieser Hund in jedem Fall für sein Frauchen (#03)

Gibt es eine Möglichkeit, eine Steuerermäßigung oder Befreiungen zu bekommen?

Ja. Man wird meist befreit für Helferhunde, die Menschen mit einer Behinderung unterstützen wie Beispielsweise bei Blindenhunden. Für Wach- und Diensthunde entfällt die Steuer oft ganz.
Sogar wenn man einen Hund aus dem Tierheim aufnimmt, verzichten viele Gemeinden zwischen einem halben Jahr und drei Jahren auf die Steuer.

Viele Nachbarländer haben die Hundesteuer abgeschafft. Warum?

Der Aufwand von Kontrolle und Verwaltung ist für diese geringen Einnahmen zu hoch. Hundebesitzer fühlen sich außerdem dadurch benachteiligt, da Katzen und Pferde steuerfrei gehalten werden. Dieses Gefühl von Ungerechtigkeit äußert sich negativ auf die Steuermoral. Denn der, der sich gerecht behandelt fühlt, zahlt auch freiwillig und gerne Steuern.

Ob man das Risiko eingehen möchte wenn man erwischt wird, wenn man sich vor der Hundesteuer gedrückt hat?

Ob man das Risiko eingehen möchte wenn man erwischt wird, wenn man sich vor der Hundesteuer gedrückt hat?  (#04)

Kann man erwischt werden, wenn man seinen Hund nicht anmeldet?

Ja. Denn um die Einnahmen zu verbessern, führen einige Städte Kontrollen auf den Straßen durch. Da Schätzungsweise ein Viertel aller Hundebesitzer ihrer Steuerpflicht nicht nachkommen.
Trägt der Hund keine Marke am Halsband oder hat der Hundehalter nicht die Hundemarke dabei, kann eine Geldbuße bis zu 10 000 Euro erfolgen.

Werden die Reinigungskosten von der Hundesteuer gezahlt?

Auch wenn viele Hundebesitzer dieser Meinung sind, wird die Hundesteuer nicht dazu verwendet, um die Straßen von den Hinterlassenschaften der Tiere zu reinigen, da die Steuer nicht zweckgebunden ist. Die Einnahmen werden eher für beispielsweise einer Renovierung des Rathauses oder den Umbau einer Kita verwendet, da sie vielmehr in den allgemeinen Haushalt der Gemeinde fließt.

Muss ein Hartz-IV-Empfänger auch Hundesteuer zahlen?

Ja. In manchen Orten können sie aber auf Antrag befreit werden, wenn Nachweisbar ist, dass die Hundesteuer die Existenz ernsthaft gefährdet. Jedoch in keinem Fall für gefährliche Hunde!

Muss ich Hundesteuer bezahlen, obwohl ich mit meinem Hund verreist bin?

Ja klar.
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (Az. 4 B 12.1389) hat entschieden, auch wenn man mit dem Vierbeiner im Urlaub ist, muss man zahlen. Denn entscheidend ist nicht der tatsächliche Aufenthaltsort, sondern der Haushalt, in dem das Tier lebt.
Also auch wenn der Halter seinen Hund zur Arbeit, zu Freizeitaktivitäten oder in die Ferien mitnimmt kann die Gemeinde die Steuer kassieren.

Diese Hunderasse gehört auch zu den gefährlichen Hunden

Diese Hunderasse gehört auch zu den gefährlichen Hunden (#05)

Welche Hunde werden allgemein als Gefährlich eingestuft?

Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden (BVerwG 9 C 8 13) das Kampfhunde mehr Hundesteuer zahlen müssen als andere Rassen, da sie als gefährlich eingestuft werden.
Dies sind:

1) Hunde folgender Rassen und von Ihnen abstammende Hunde:-

  • Staffordshire Bullterrie
  • American Staffordshire
  • Pit Bull Terrier

2) Folgende Hunderassen gelten als gefährlich bis das Gegenteil von einem Tierärztlichen Gutachten nachgewiesen wird:

  •   Bullmastiff
  •  Bull Terrier
  •  Dogo Argentino
  •  Mastino Napoletano
  •  Fila Brasileiro
  •  Mastiff
  • Tosa Inu

3) Alle Hunde:

  • Die sich als bissig erwiesen haben
  •  Die aggressiv, Menschen angesprungen haben
  •  Die ständig angriffslustig und kampfbereit sind
  •  Die Vieh und Wild ständig und ohne Grund hetzen oder reißen

Wer ist Hundehalter?

Wer in seinem Haushalt oder Betrieb einen Hund aufgenommen hat, gilt man als Hundehalter. Unabhängig davon, wer der Eigentümer ist, ist ein Hund da Aufgenommen, wo er lebt, versorgt und betreut wird.
Alle Hunde die in einem Haushalt oder in einem Betrieb aufgenommen sind, gelten als gemeinsam gehalten und wenn mehrere Personen gemeinsam einen oder mehrere Hunde halten, sind sie Gesamtschuldner.
Hundehalter ist man auch, wenn man einen Hund länger als 2 Monate in Pflege nimmt, in Verwahrung oder auf Probe (länger als drei Monate) zum Anlernen hält

Wie lang darf ich mit der Anmeldung warten?

Wie lang darf ich mit der Anmeldung warten?  (#06)

Wann sollte die Anmeldung erfolgen?

Nachdem man sich einen Vierbeiner zugelegt hat, hat man 2 Wochen Zeit ihn anzumelden. Falls die Stadt gewechselt wird, sollte der Hund nach dem Umzug angemeldet werden. Den Antrag gibt es mittlerweile auch schon Online.

Wie sieht es bei Neugeborenen und zugelaufenen Hunde aus?

Nach der Geburt und nach Ablauf des dritten Monats, gelten die Welpen als angeschafft, also wird ab dann eine Anmeldung nötig.
Wenn ein Hund zugelaufen ist, gilt hier nach Ablauf von einem Monat als angeschafft.

Hundesteuer ist für jeden dieser Vierbeiner fällig

Hundesteuer ist für jeden dieser Vierbeiner fällig  (#07)

Kommt es bei der Höhe der Hundesteuer, drauf an welche Rasse man hat? (ausgenommen die diejenigen, die als gefährlich eingestuft sind)

Jeder Hund, der nicht für gefährlich eingestuft ist, ist gleich. Dies bedeutet egal ob man einen „Mode Hund“ wie beispielsweise einen Mops hat oder einen gewöhnlichen Schäferhund. Die Höhe der Steuer verändert sich nicht.
Wie oben schon beschrieben, ist die Hundesteuer von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich und kann beim Rathaus oder in manchen Großstätten beim Finanzamt erfragt werden. Mittlerweile sind die Beträge für einen oder zwei Hunde auch Online aufgeführt.

Wie ist die Bezahlung der Steuer festgesetzt?

Die Hundesteuer ist zwar jährlich festgesetzt wird aber vierteljährlich in Raten bezahlt. Die Steuerpflicht beginnt am 01. des folgenden Monats, nach Anschaffung des Vierbeiners. Wenn der Hund abgegeben wird endet die Steuerpflicht mit Ablauf des Monats.


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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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