Gummimatte: Pferde brauchen einen sicheren Stand

Pferde sind empfindlich und gerade der Bewegungsapparat reagiert auf harte oder zu weiche Böden sehr sensibel. Wird ein Stall neu eingerichtet oder soll geändert werden, stellen sich daher verschiedene Fragen den Untergrund betreffend. Dieser muss diverse Anforderungen erfüllen – ein einfacher Betonboden ist nicht ausreichend.

Gummimatte und deren Vorteile

Unzählige Hersteller bieten Gummimatten für Pferde an, doch die Unterschiede zwischen den einzelnen Varianten sind immens. Doch dazu gleich mehr. Gummimatten sind bis zu einem gewissen Maß nachgiebig und federn unter den Tritten des Pferdes. Ein zu harter Boden belastet den Bewegungsapparat und schädigt auf Dauer Sehnen und Gelenke des Pferdes.

Immerhin lasten auf den vergleichsweise kleinen vier Hufen bei einem durchschnittlichen Warmblutpferd zwischen 500 und 600 kg, ein ausgewachsener Kaltblüter kann es auf über 1000 kg bringen. Werden nun Gummimatten in der Box verlegt, wird der Druck auf Hufe und Beine gedämpft. Dabei eignen sich diese Matten aber auch für die Verlegung im Offenstall, wobei wichtig ist, dass auf die richtigen Matten gesetzt wird.

Gummimatten für Pferde isolieren gegen Kälte aus dem Boden. Gerade Offenstallpferde, die sich nicht ins warme Stroh kuscheln können, profitieren daher von einer gewissen Isolation. Allerdings muss an dieser Stelle auch gesagt werden, dass Gummimatten aus EVA eine gute Wahl sind, weil hier kleine Luftblasen eingeschlossen sind. Diese speichern die Körperwärme des Pferdes und lassen Kälte nicht gut durch. Sehr dünne Matten hingegen wirken stark kühlend und sind ohne Einstreu darüber nicht zu empfehlen.

Gummimatten für Pferde bringen aber noch einen weiteren Vorteil: Sie lassen sich leicht reinigen. Der grobe Mist kann einfach mit der Schaufel beseitigt werden, andere Verunreinigungen sind mit dem Hochdruckreiniger oder einfach mit dem Wasserschlauch und einem Schrubber zu entfernen. Auch die Desinfektion ist sehr einfach, wenn diese zum Beispiel nach einer Operation oder einem Pferdewechsel nötig wird.

Unterschiedliche Arten, verschiedene Qualitäten

Es gibt Pferdehalter, die haben schon mit Fallschutzmatten experimentiert, mussten allerdings feststellen, dass sich diese nicht für Pferde eignen. Sie geben zwar sehr gut nach, sind jedoch nach kurzer Zeit brüchig. Urin und Mist setzen den Matten zu, außerdem sind sie einfach nicht für ein solch hohes Gewicht gedacht.

Gummimatten sind als wasserdurchlässige und als wasserundurchlässige Variante erhältlich. Leider zeigt sich bei manchen Pferden erst in der Praxis, welches die bessere Version wäre: Lassen die Pferde gern im Stall Urin, so riechen wasserundurchlässige Matten schon nach kurzer Zeit sehr stark. Wasserdurchlässige Matten haben den Vorteil, dass hier der Urin unter den Matten beim Abspritzen derselben verdünnt wird. Wichtig ist aber in jedem Fall, dass sich die Matten gut herausnehmen lassen, damit der Unterboden ab und zu ausgetauscht werden kann. Ansonsten ist die Geruchsbildung auch hier recht intensiv.

Leider sind die meisten Gummimatten sehr rutschig, sobald sie nass werden. Sie sollten daher in jedem Fall mit einer Einstreu kombiniert werden. Dies können Späne sein, wobei viele Bauern Mist aus Spänen ablehnen, was wiederum zu Abnahmeproblemen führen kann. Roggen- oder Weizenstroh ist besser geeignet und dient darüber hinaus der Deckung des Rohfaserbedarfs.

Fazit zu Gummimatten für Pferde

Wer möchte, dass seine Pferde weich und komfortabel stehen, sollte sich einmal mit Gummimatten auseinandersetzen. Die Qualitätsunterschiede zeigen sich aber bereits im Preis, wobei hier gesagt werden muss, dass ein höherer Invest im Interesse des Pferdes wirklich sinnvoll ist. Es sollte auf eine gute Isolation geachtet werden, außerdem ist die Kombination mit einer leichten Einstreu vor allem im Winter angebracht. Teilweise ist als Einstreu auch eine dünne Sandschicht ausreichend, sofern sich der Sand nicht festtritt. Hier allerdings wird die Reinigung der Matten auf Dauer erschwert.


Bildnachweis: Titelbild: Shutterstock:  Pawel Papis © freeimages.com – Kaya

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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