Baby Katzen: Richtiger Umgang mit dem tierischen Nachwuchs

Baby Katzen können den Alltag bereichern und in der Familie für neue Erlebnisse sorgen. Die niedlichen Tiere sind schnell ins Haus geholt. Gerade bei der Betreuung ist es jedoch wichtig, dass die Katzenbabys richtig behandelt werden, damit es später keine Probleme mit den Stubentigern gibt.

Die ersten Tage mit den Baby Katzen

Es kann verschiedene Gründe geben, warum eine oder mehrere Kitten im Haus Einzug halten. Wenn man selbst schon eine Katze und einen Kater hat und die beiden Tiere Nachwuchs gezeugt haben, ist die Aufregung natürlich groß. Hier ist wichtig zu wissen, dass die Baby Katzen mit geschlossenen Ohren und auch Augen geboren werden und die Prägung erfolgt in erster Linie durch die Nase. Daher ist es wichtig, dass die kleinen Vierbeiner in der Nähe ihrer Mutter bleiben.

Der frühe Kontakt mit den Menschen ist umstritten. Sollen es jedoch Hauskatzen werden, lässt sich dies nicht vermeiden. Wichtig ist es darauf zu achten, dass das Muttertier mit dem Kontakt einverstanden ist. In den ersten vier Wochen verlassen die Kitten die Wurfkiste meist noch nicht. Erst dann beginnen sie die Welt zu erkunden.

Das Alter der Baby Katzen – wann dürfen sie weg von der Mutter?

Wer keine eigene Katze hat und Katzenbabys aufnehmen möchte, der sollte ganz besonders auf das Alter der Vierbeiner achten. Gerade dann, wenn man die Katzen über Kleinanzeigen oder eine andere private Plattform sucht, kann es passieren, dass sie ihrer Mutter viel zu schnell entrissen werden.

Baby Katzen werden mit geschlossenen Augen und Ohren geboren. Die Prägung erfolgt in erster Linie durch die Nase. Katzen Babys sollten daher immer in der Näher der Mutter bleiben. (#1)

Baby Katzen werden mit geschlossenen Augen und Ohren geboren. Die Prägung erfolgt in erster Linie durch die Nase. Katzen Babys sollten daher immer in der Näher der Mutter bleiben. (#1)

Mindestens zehn Wochen, besser noch 12 Wochen sollten sie jedoch bei ihrer Mutter verbringen. In diesem Zeitraum haben sie ihre Sinne gut entwickeln können, ihre erste Tapsigkeit verloren und wurden mit Muttermilch versorgt. Wer sich unsicher ist, ob die Kitten das Alter schon erreicht haben, der sollte auf den Kauf lieber verzichten oder um einen Nachweis bitten.

Es gibt jedoch einige Punkte, anhand derer sich das Alter zumindest abschätzen lässt:

  • Bis vier Wochen: Die Katzenbabys suchen sehr angestrengt die Nähe der Mutter. Der Bauch hängt tief und reicht bis an den Boden heran. Sie sind besonders tapsig.
  • Bis sechs Wochen: Die Ohren stehen nun schon aufrecht und der Gang ist sicherer, der Bauch hängt nun auch nicht mehr so tief.
  • Ab sechs Wochen: Der Gang ist komplett sicher, die Baby Katzen bewegen sich selbstbewusst und sind neugierig. Die Mutter säugt die Kitten fast nur noch im Sitzen und beginnt mit dem Abstillen.

Hinweis: Im Tierheim oder in einer eingetragenen Zucht kann man sich, anders als bei Kleinanzeigen, deutlich sicherer sein, dass die Katzen lange genug bei den Muttertieren waren oder die richtige Aufzucht genossen haben.

So funktioniert die Gewöhnung der Baby Katzen an den Menschen

Bei der Suche nach einer Katze stellt man sich natürlich auch die Frage, wie man die Katze an sich selbst gewöhnen kann. Katzen sind Tiere, die sehr selbstsicher sind und daher lässt sich nicht klar sagen, ob die Samtpfote wirklich gerne gestreichelt werden und kuscheln möchte oder ob sie eher introvertiert bleibt. Dennoch kann man mit der richtigen Gewöhnung an den Menschen bereits sehr gut arbeiten.

Zu Beginn verlassen die Baby Katzen ihre Mutter eigentlich nie. 12 Wochen sollten sie bei ihrer Mutter verbringen dürfen. Denn erst dann ist die erste Tapsigkeit verloren gegangen und die Versorgung mit Muttermilch beendet. (#2)

Zu Beginn verlassen die Baby Katzen ihre Mutter eigentlich nie. 12 Wochen sollten sie bei ihrer Mutter verbringen dürfen. Denn erst dann ist die erste Tapsigkeit verloren gegangen und die Versorgung mit Muttermilch beendet. (#2)

Sehr wichtig ist es, schon bei der Suche darauf zu schauen, wie die Kitten bisher behandelt wurden. Wer bei Kleinanzeigen eine Anzeige findet und beim ersten Besuch feststellt, dass die Katzenbabys weit weg von den Menschen leben und mit diesen scheinbar auch noch nie in Berührung gekommen sind, der sollte vorsichtig sein. Gerade in den ersten Lebenswochen werden die Katzen sehr stark geprägt. Hier können sie bereits erlernen, dass Menschen für sie auch freundliche Sozialpartner sein können.

Zutrauen der Baby Katzen vorsichtig gewinnen

Nachdem die erste Prägung also schon in den Wochen nach der Geburt stattgefunden hat, sind die neuen Besitzer natürlich darauf bedacht, die Katze an sich selbst zu gewöhnen. Das funktioniert am besten über das Spielangebot. Diese Variante ist besonders artgerecht, denn auch die Katzenbabys unter sich lernen durch das Spielen miteinander den Umgang.

Zudem können bei den Spieleinheiten mit der Bezugsperson positive Verbindungen aufgebaut werden. Ganz besonders wichtig ist der Punkt, dass das Spiel mit Katzen immer über Spielzeug funktioniert. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Bänder und Schleifen
  • Kuscheltiere
  • Bälle
  • Kuscheltiere mit Geräuschen
  • Spezielles Katzenspielzeug
Die Gewöhnung von der Baby Katze an den Menschen gelingt am besten über katzengerechte Spielangebote. Gerade Kinder sollten den richtigen Umgang und das Spiel mit der Katze gezeigt bekommen. (#3)

Die Gewöhnung von der Baby Katze an den Menschen gelingt am besten über katzengerechte Spielangebote. Gerade Kinder sollten den richtigen Umgang und das Spiel mit der Katze gezeigt bekommen. (#3)

Wer zu seiner Hand oder seinem Arm greift und dies als Spielzeug anbietet, wird später große Probleme bekommen. Auch wenn bei Katze oder Kater, so lange sie noch sehr jung sind, die Spielaggression niedlich wirkt, so kann sie später zu großen Problemen führen. Diese Spielaggression ist ganz natürlich. Denn sie messen so ihre Kräfte aneinander und lernen, mit diesen besser umzugehen.

Sind die Kitten zu übermütig, werden sie durch die Mutter korrigiert. Wenn die Tiere zu früh von ihrer Mutter getrennt wurden, können sich dauerhafte Spielaggressionen ausbilden, weil sie nicht ausreichend korrigiert wurden.

Zudem kann das falsche Spiel mit der Katze oder dem Kater die Aggressionen noch begünstigen. Wird also beispielsweise die Hand hingehalten für das Spiel und die Katze nicht korrigiert, wenn sie kratzt oder beißt, dann lernt sie vor allem, dass der Einsatz von Krallen und Zähnen in Ordnung ist. Daher ist es wichtig, von Beginn an bei den Baby Katzen, auch wenn es noch so süße Tiere sind, diese Aggressionen zu korrigieren und auf das Spiel mit Händen und Armen zu verzichten.

Video: Viele Katzenbabys im Mainzer Tierheim

Katzenbabys stubenrein bekommen – das kann helfen

Ein interessanter Aspekt beim Umgang mit Baby Katzen ist die Frage, wie diese stubenrein werden. Katzen sind grundsätzlich sehr reinliche Tiere, nicht selten tritt es aber auch auf, dass sie sich irgendwo in der Wohnung oder dem Haus erleichtern, wo es nicht gewünscht ist. Wichtig bei der Erziehung zur Sauberkeit ist es, Geduld mitzubringen. Mit den nachfolgenden Hinweisen wird es der Katze deutlich leichter gemacht:

1. Ein schönes Katzenklo

Niemand geht gerne auf eine Toilette, die nicht ansprechend ist. So geht es auch Katze und Katzer. Das Katzenklo sollte in einer ruhigen Ecke stehen und ansprechend gestaltet sein. Es gibt offene und geschlossene Varianten. Welches von den Kitten eher angenommen wird, sollte ausprobiert werden.

2. Trennung von Futterbereich

Wichtig ist es, die Katzentoilette vom Futterbereich zu trennen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Trennung nicht zu groß ist. Wenn die Kitten das Katzenklo nicht finden, sind sie verwirrt und ängstlich und es geht etwas daneben. Daher sollte es gut zu erreichen sein.

3. Mehrere Katzentoiletten anbieten

Wichtig ist es, mehrere Möglichkeiten für die Erleichterung anzubieten. So haben es Katzenbabys leichter, den Weg zu finden und sich schneller daran zu gewöhnen.

Ein spielerisches Erkunden vom zukünftigen Katzenklo macht Spaß und nimmt den Katzenbabys die mögliche Angst. Bietet man verschiedene Katzenklos an, kann das Baby die beste auswählen. (#4)

Ein spielerisches Erkunden vom zukünftigen Katzenklo macht Spaß und nimmt den Katzenbabys die mögliche Angst. Bietet man verschiedene Katzenklos an, kann das Baby die beste auswählen. (#4)

4. Die Größe der Katzentoilette

Natürlich geht man davon aus, dass man das Katzenklo immer braucht und kauft gleich eines für große Katzen. Das Problem ist hier jedoch, dass die Kitten nicht über den Rand hineinsteigen können und auch nicht drüber hinwegsehen. Dadurch bekommen sie Angst und meiden die Toilette.

5. Das Katzenklo anbieten

Bei der Sauberkeitserziehung brauchen die Katzenbabys ein wenig Hilfe. Daher werden sie in der ersten Zeit nach dem Fressen und nach dem Schlafen in die Toilette gesetzt. Gehen Hinterlassenschaften direkt in das Katzenklo – umso besser.

6. Nicht gleich sauber machen

Die Hinterlassenschaften sollten ruhig noch ein wenig in der Katzentoilette verbleiben, damit sich die jungen Katzen einfach an dem Geruch orientieren können. Die Säuberung sollte dennoch in regelmäßigen Abständen stattfinden.

Hinweis: Geht einmal etwas daneben, sollte der Urin direkt entfernt werden. Passiert dies nicht, kann es bei der Katze den Eindruck hinterlassen, dass sie sich auch dort erleichtern darf und es wird schwer, ihr dies wieder abzugewöhnen.

Baby Katzen mit der Hand füttern kann die Bindung stärken. Milch sollte man jedoch nur per Hand füttern, wenn die Katzenmutter nicht kann oder will. Ansonsten gelingt die Bindung über das spätere Füttern mit Trocken- oder Nassfutter. (#5)

Baby Katzen mit der Hand füttern kann die Bindung stärken. Milch sollte man jedoch nur per Hand füttern, wenn die Katzenmutter nicht kann oder will. Ansonsten gelingt die Bindung über das spätere Füttern mit Trocken- oder Nassfutter. (#5)

Tipps für den Umgang mit Baby Katzen zusammengefasst

1. Der Verzicht darauf, die Katze immer zu begleiten

Mit diesem Punkt ist gemeint, dass man der Katze nicht hinterherlaufen sollte. Gerade in Familien mit Kindern ist es oft der Fall, dass die Kinder die süße Baby Katze liebevoll jagen und es gar nicht böse meinen. Die Katze jedoch reagiert darauf mit Angst und kann sogar Todesangst bekommen.

2. Futter aus der Hand

Um die Katze an die neuen Menschen zu gewöhnen kann es sinnvoll sein, sie ruhig aus der Hand fressen zu lassen. Das sollte natürlich nicht immer gemacht werden, sonst gewöhnt sich die Samtpfote daran. Allerdings ist dies eine sehr gute Möglichkeit, um Vertrauen aufzubauen.

3. Zärtlichkeiten beim Streicheln

Anders als bei Hunden, die durchaus damit umgehen können, wenn man ihnen mal in die Seite klopft, um sie zu loben, sind Baby Katzen sehr empfindlich, was das Streicheln angehen. Hier sollte man immer sehr vorsichtig und zärtlich sein und den Bauch aussparen.

4. Der Blick auf das Vorleben bei der Suche

Sollen die Baby Katzen als reine Wohnungskatzen gehalten werden, dann sollten Sie auch vor der Übernahme keinen Freigang gehabt haben. Es ist schwer für eine Katze, wenn sie einmal ein Freigänger war, zu einer Wohnungskatze zu werden. Andersherum ist es jedoch kein Problem.

5. Ruhe und Rückzugsort

Jede Katze ist anders und auch wenn gerade die Jungtiere oft die Nähe zu ihrer Bezugsperson suchen, brauchen sie auch einen Ort, wo sie zur Ruhe kommen können. Ein Kratzbaum mit Höhle oder eine separate Höhle sollten als Ruheplatz zur Verfügung stehen.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: ANURAK PONGPATIMET, -#1 Orhan Cam, -#2 Lubava, -#3 Tiplyashina Evgeniya, -#4 Kachalkina Veronika, -#5 vvvita

Über 

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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