Winterzeit ist für viele Säugetiere im Zoo eine Qual

14.01.2010 | Gerlingen
Eisige Temperaturen bedeuten oft eine Haltung in extrem beengten Innengehegen

Weil ca. 50 Prozent der Säugetierarten in deutschen Zoos nicht für Temperaturen unter 15 Grad plus geschaffen sind, werden sie oft monatelang in viel zu kleinen Innengehegen eingesperrt. Weitere ca. 21 Prozent der Säugetierarten dürfen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder bei Glätte ihr beheiztes Innengehege nur für kurze Zeit verlassen. Nur ca. 29 Prozent der Säugetierarten sind weitestgehend kälteunempfindlich. Dies ermittelt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. heute anhand von Daten aus dem "Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren" (unter Tierrechtlern als "Leidlinien" bekannt). Dass so viele Tiere über so einen langen Zeitraum in viel zu kleine Innengehege, ohne natürliche Umweltreize, eingepfercht sind, ist Tierquälerei, findet PETA.

"Die Größe der Innengehege, in denen die kälteempfindlichen Tiere oft monatelang untergebracht sind, ist in fast allen deutschen Zoos nur ein Bruchteil der Größe der Außengehege", erläutert Zooexperte Frank Albrecht von PETA. Zudem brechen sich viele Tiere (z. B. Giraffen) auf dem gefrorenen Boden die Knochen oder Körperteile können erfrieren (z. B. bei Elefanten oder Flamingos). PETA fordert deshalb ein Auslaufen der Zoohaltung für all jene Tiere, die in Deutschland schon aufgrund der Klimabedingungen nicht artgerecht gehalten werden können. Zudem verlangt die Tierrechtsorganisation vom Gesetzgeber eine Überarbeitung der veralteten "Leidlinien" aus dem Jahr 1995, die damals zum Großteil von den Zoos selbst erstellt wurden.

Quelle: Pressemeldung PETA Deutschland e.V.

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