Wie grün war die "Grüne Woche"?

22.01.2010 | Gerlingen
PETA kritisiert Umweltzerstörung durch Tierwirtschaft

Zum Abschluss der "Grünen Woche" attestiert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. der Veranstaltung Scheinheiligkeit. Nicht nur, dass auf der Messe Unmengen tierischer Produkte ausgestellt und konsumiert wurden, die nachweislich wesentlich umwelt- und klimaschädlicher sind als pflanzliche Nahrungsmittel. Auch wurden die negativen Auswirkungen der Tierwirtschaft während der "Grünen Woche" durchweg bagatellisiert oder verleugnet. Hätten sich die 400.000 Besucher der "Grünen Woche" während der Messezeit fleischfrei ernährt, hätten sie so viele Treibhausgas-Emissionen eingespart wie 24.000 Weltumrundungen mit einem Porsche 911 verursachen würde, berechnet PETA.

"Die Farbe Grün im Namen der "Grünen Woche" steht nicht für Umwelt- und Klimaschutz, sondern für freie Fahrt für die Industrialisierung der Landwirtschaft", kritisiert Kampagnenleiterin Anja Hägele von PETA. So wurde beispielsweise auf der Messe gefeiert, dass man 100 Kilogramm CO2 pro Jahr durch das Abschalten aller elektronischen Haushaltgeräte einsparen könnte. "Dass ein einziges Kilo Fleisch 13.300 Kilogramm CO2-Äquivalenz enthält, hat jedoch niemand erwähnt - das ist Augenwischerei!", so Hägele. Politiker diskutierten über den Einsatz erneuerbarer Energien, das Speichern von CO2 in den Böden, technische Entwicklungen und Biotechnologie. Zahlreiche aktuelle Studien, welche die positiven Auswirkungen einer fleischfreien Ernährung auf Umwelt und Klima belegen, werden jedoch aus der öffentlichen Diskussion ausgeblendet, bedauert PETA. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen verursacht der Konsum von Fleisch rund 40 Prozent mehr Treibhausgas-Emissionen als alle Autos, Lastwagen, Flugzeuge, Geländewagen und Schiffe weltweit zusammen. Fleischkonsum wird als der Hauptverursacher der größten Umweltprobleme unserer Zeit bezeichnet. Das WorldWatch-Institut veröffentlichte einen Bericht, nach dem die Tierwirtschaft sogar für 51 Prozent der anthropogen verursachten Treibhausgase verantwortlich ist. Da Methan, das vor allem in der Tierwirtschaft entsteht, wesentlich klimarelevanter ist als Kohlenstoffdioxid, aber zugleich auch eine geringere Halbwertszeit hat, sehen die Autoren der Studie gerade hier den richtigen Ansatzpunkt, um schnell und effektiv zu handeln. PETA motiviert alle Menschen zu einer rein pflanzlichen Ernährung - für das Klima, die Umwelt, nachfolgende Generationen und die Tiere.

Quelle: Pressemeldung PETA Deutschland e.V.

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