Mola Adebisi im Käfig vorm Ministerium: „Wildtiere raus aus dem Zirkus!“

15.10.2008 | Berlin
PETA Deutschland e.V. erinnert Horst Seehofer an den fünften Jahrestag der Bundesratsentscheidung gegen Wildtiere im Zirkus

Moderator, Schauspieler und Musiker Mola Adebisi quetscht sich am Freitag in einen engen Käfig vor dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Mit dieser Aktion demonstriert er gemeinsam mit PETA Deutschland e.V. gegen die Untätigkeit von Minister Seehofer beim Thema Wildtiere im Zirkus. Genau vor fünf Jahren, am 17. Oktober 2003, votierte der Bundesrat mit großer Mehrheit für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus (insbesondere Affen, Elefanten und Bären) und beauftragte die Bundesregierung, ein solches Verbot auf den Weg zu bringen. Bis heute wurde dies nicht umgesetzt. Politisch verantwortlich ist Minister Horst Seehofer.

Datum: Freitag, den 17. Oktober 2008

Uhrzeit: 11.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Ort: Wilhelmstr. 54, 10117 Berlin, vor dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)

„Seit 5 Jahren warten Wildtiere im Zirkus darauf, dass Minister Seehofer die Bundesratsempfehlung endlich umsetzt. Doch er lässt sich Zeit. Zeit, die die betroffenen Tiere nicht haben,“ so Mola Adebisi. Der Moderator setzt sich schon seit Jahren mit PETA Deutschland e.V. für die Rechte von Tieren ein, realisierte ein Poster mit dem Titel „Wilde Tiere gehören nicht hinter Gitter“, schrieb an Behörden und stand Pate für PETA Deutschlands Schulprojekt „Share the World – Eine Welt für Alle“.

Beharrlich ignoriere das Ministerium unter Horst Seehofer die Stellungnahmen von Wildtierexperten und das tägliche Leiden der Tiere. Allein im Zeitraum von 1990-2000 ist ein Drittel des Elefantenbestandes in deutschen Zirkussen verstorben. Auch andere Wildtierarten seien von massiven Verhaltensauffälligkeiten, Siechtum oder vorzeitigem Tod betroffen. Ein Zirkus könne niemals ein annähernd artgerechtes Zuhause für ein Wildtier sein. Die kurzen Verweildauern an den jeweiligen Standorten, das ständige Auf- und Abladen, und die langen Aufenthalte auf den Transporten machen dies unmöglich.

Selbst beim bekannten „Circus Krone“ könne man Wildtiere nicht artgerecht halten. Der Zirkus galt bislang bei vielen als positives Beispiel von Wildtierhaltung im Zirkus. PETA Deutschland hat allerdings in einer intensiven Recherche verheerende Missstände aufgedeckt. In zahlreichen Städten sei selbst dieser Zirkus mit seiner strukturell tierquälerischen Tierhaltung in den letzten Monaten auffällig geworden. Gerichtsverfahren und Bußgeldbescheide sind anhängig.

„Allein das Wildtierhaltungsverbot als Bundesgesetz garantiert den Schutz der Tiere,“ so Carola Schmitt, Zirkussprecherin von PETA Deutschland e.V. „Viele Länder haben die Haltung von Wildtieren im Zirkus bereits verboten oder eingeschränkt, so z.B. Österreich, Bulgarien, Israel oder auch Schweden.“

Quelle: Pressemeldung PETA Deutschland e.V.

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