Kastrationsgebot abgelehnt

25.06.2010 | Gerlingen
Monatelang wurde in internen Kreisen der Stadtgremien die Möglichkeit eines Kastrationsgebotes für die Stadt Stuttgart besprochen. Das Gebot soll Halter zur Kastration ihrer freilaufenden Katzen verpflichten. Freilaufende Katzen vermehren sich unkontrolliert, ihre Nachkommen werden nicht tierärztlich versorgt, leiden an Hunger und Kälte, werden oftmals zum Opfer von Tierquälerei.

Ein Kastrationsgebot ist die einzig langfristige Lösung, um das Leid verwilderter Katzen zu beenden. In einem Schreiben von Bürgermeister Dr. Martin Schairer teilte die Stadt Stuttgart der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. nun jedoch mit, dass der Vorschlag abgelehnt wurde - ein Skandal für Tierfreunde in der gesamten Region. Die Stadt spricht von einer fehlenden rechtlichen Umsetzbarkeit, da keine öffentliche Gefahr bestehe. Schon in früheren Schreiben hat man sich auf die Arbeit der Katzenhilfe berufen, die sich mit dem Problem befasse. Doch von der Ablehnung des Kastrationsgebots sind auch die Katzenschützer entsetzt. PETA und die Katzenhilfe werfen der Stadt verantwortungsloses Handeln vor. In anderen Landeshauptstädten wie Schwerin und München haben die Städte bereits öffentlich-rechtliche Verträge mit örtlichen Tierschutzvereinen zur Katzenkastrationen abgeschlossen. In Paderborn gibt es seit 2008 ein Katzenkastrationsgebot.

Nadja Kutscher, Kampagnenleiterin bei PETA kann die Entscheidung nicht verstehen: "Es ist unstrittig, dass es im Großraum Stuttgart tausende verwilderte Katzen gibt, die schrecklich leiden. Mit einem Kastrationsgebot wäre langfristig Abhilfe geschaffen." Andreas Fechtner von der Katzenhilfe Stuttgart: "Obwohl wir 2009 in zahllosen Nachtschichten gefangen und kastriert haben, werden wir der ungezügelten Vermehrung verwilderter Katzen in und um Stuttgart kaum Herr." Im Raum Stuttgart werden jährlich ca. 800 Katzen ausgesetzt, die meisten unkastriert. So vegetieren schnell etliche Generationen kranker und hungriger Katzen auf unseren Straßen.

Quelle: Pressemeldung PETA Deutschland e.V.

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